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Gifhorn Stadt Als Bierbrauer noch Tanklöschzüge stellten
Gifhorn Gifhorn Stadt Als Bierbrauer noch Tanklöschzüge stellten
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20:59 27.07.2019
Besondere Stadtführung: Immer mehr Einheimische – hier die Gamsener Feuerwehr – lernen mit Kultur- und Landschaftsführer wie Karin Witt-Selleng ihre Stadt neu kennen. Quelle: Sebastian Preuß
Gifhorn

Immer mehr Einheimische nehmen an Stadtführungen der Kultur- und Landschaftsführer in Gifhorn teil. Sie wollen ihre eigene Stadt noch besser kennen lernen. So wie 35 Feuerwehrleute aus Gamsen, die sich nicht nur über historische Feuersbrünste informierten.

Lager der Brandschützer

Karin Witt-Selleng versammelt auf dem Marktplatz die Brandschützer im Halbkreis um sich. Nachdem sie kurz für die Ausstellung der Gifhorner Wehr im Rathaus wirbt, erläutert sie, wo einst die Brandschützer der Stadt ihr Material lagerten: erst in einem Schuppen nahe der Nicolai-Kirche, dann in der heutigen Freiherr-vom-Stein-Schule, bis es in den Kaninchengarten ging.

Gast an die Hand nehmen

„Das habe ich nicht gewusst“, ist laut Brigitte Preiß von den Kultur- und Landschaftsführern ein oft von Einheimischen gehörter Satz. „Man muss den Gast an die Hand nehmen und seine Blicke lenken.“ Anhand der Figuren an der Fassade des Ratsweinkellers „kann man die ganze Geschichte der Stadt ablesen“.

Bettlaken am Deutschen Haus

Aus der Sonderführung „Wahre Geschichten aus unserer Stadt – von Adeligen, Ganoven und anderen Gästen“ hat Witt-Selleng extra brandheiße Ereignisse heraus gearbeitet. Sie führt die Gamsener durch die Torstraße. Dort geht es allerdings erst einmal um den Journalisten Fritz Sänger, der in der Zeit des Dritten Reichs in Gifhorn Zuflucht fand. „Immer noch keine Ganoven“, quengelt Ortsbrandmeister Uwe Reuß mit einem Augenzwinkern. Aber warum hängt am Deutschen Haus ein Bettlaken aus dem Fenster? Witt-Seleng erzählt die Geschichte der arrestierten Gräfin Eugenie, die sich in der Nacht zum 28. April 1832 dort mit Bettlaken abseilte.

Brände auf Schritt und Tritt

Auf Schritt und Tritt spricht Witt-Selleng auch Brände an. Die beherrschen die Geschichte Gifhorns. 1519 brannte die ganze Stadt bei der Hildesheimer Stiftsfehde ab. „Da mussten die Gifhorner von null anfangen.“ 1669 wurden zwei Drittel der Stadt ein Raub der Flammen, 1725 brannten 14 Häuser in der Torstraße und zehn im Cardenap nieder. Und wie wurde damals gelöscht? Auch das weiß die Führerin den Gamsenern zu berichten. So stellten die 21 Bierbrauer Bottiche bereit. „Das war der erste Tanklöschzug.“ Und: Schon damals habe es Gaffer gegeben.

Raubmörder Johann Heinrich Achilles

Die Gamsener folgen der Führerin weiter zum Findling, zur ebenfalls von Feuern heimgesuchten Cardenap-Mühle bis zum Stadtarchiv. Dort bekommt Reuß endlich seinen Schurken. Witt-Selleng erzählt die Geschichte des Raubmörders Johann Heinrich Achilles, der 1832 nach dem Urteil vom Marktplatz zum Richtplatz auf dem heutigen Teves-Gelände marschieren musste.

„Die Saison läuft gut“

„Die Saison läuft gut“, sagt Preiß. Neun Kolleginnen und Kollegen seien aktuell im Einsatz. Es gibt 20 Fuß-Touren – Innenstadt, Schloss, Mühlenmuseum – und sieben Radtouren. „Es kommen immer wieder auch Gifhorner“, sagt Witt-Selleng. Sie und ihre Kollegen werden oft von privaten Festgemeinschaften – Geburtstage, Hochzeiten – gebucht. Oder eben von der Feuerwehr. Für die Gamsener hat es Frank Meyer als besondere Sommerloch-Ausbildungseinheit organisiert. Sein Fazit: „Muss heiß hergegangen sein damals.“

Von Dirk Reitmeister

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