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Gifhorn Stadt Protest dauert an: Landwirte entzünden auch in Gifhorn Mahnfeuer
Gifhorn Gifhorn Stadt Protest dauert an: Landwirte entzünden auch in Gifhorn Mahnfeuer
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21:43 07.12.2019
Protest gegen Agrarpolitik und Mobbing: Auch im Landkreis entzündeten Landwirte am Samstag Mahnfeuer. Quelle: Lea Rebuschat
Gifhorn

Die Rauchsäulen und die Flammen waren schon aus großer Entfernung zu sehen: Mit Mahnfeuern protestierten am Samstag auch im Landkreis Gifhorn Landwirte gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung und Mobbing. Ziel der Aktion: Miteinander statt übereinander reden.

Protest auf Acker

Auf einem Kartoffelacker an der Neubokeler Straße nur unweit der B 4 hatten sich am Samstagmorgen Landwirte aus Gamsen, Wilsche, Neubokel, Kästorf und der Sassenburg eingefunden, um die vom Bündnis „Land schafft Verbindung“ organisierte Aktion zu unterstützen. Weitere Mahnfeuer brannten in Ahnsen, Ehra, Hillerse und auch in Wittingen.

Kaum Spielraum

Höfe hätten kaum noch Spielraum für individuelle Maßnahmen und würden durch eine „irrsinnige Auflagenflut“ belastet, nennt der Gamsener Landwirt Christian Lüdde Probleme, die die Existenz vieler Betriebe gefährden würden. Gemeinsam mit Sohn Tim und anderen Kolleginnen und Kollegen hatte er das Mahnfeuer am Samstagvormittag um zehn Uhr an der Neubokeler Straße entzündet. Vorbeifahrende Autofahrer reckten Daumen in die Höhe, winkten und signalisierten durch Hupen ihre Zustimmung.

Am Sonnabend haben Landwirte bundesweit gegen die aktuelle Agrarpolitik protestiert, darunter auch in der Region Hannover und dem Kreis Gifhorn.

Themen-Angebot

„Wir fühlen uns einem ungerechtfertigten Mobbing ausgesetzt“, ärgert sich Christian Lüdde. Insektenschutz, Biodiversität, billige Lebensmittel oder Düngemittel-Einsatz: Themen, über die die Landwirte auch im Landkreis Gifhorn mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen wollen. „Wir wehren uns jedoch gegen unsachliche Kritik“, ergänzt Tim Lüdde. „Redet nicht über uns! Redet mit uns!“: Den Menschen müsse mit dem Protest der Landwirte in der Adventszeit aufgezeigt werden, dass ein Weihnachtsfest ohne landwirtschaftliche Produkte nicht vorstellbar ist.

Auf Höfen willkommen

„Wer Interesse an unserer Arbeit hat, ist jederzeit auf unseren Höfen willkommen und kann sich direkt vor Ort informieren“, bietet Christian Lüdde an. Nach Sternfahrten und Demos in Hannover und Berlin, Mahnwachen und Mahnfeuern würden weitere Aktionen folgen, so Lüdde. Denkbar seien im kommenden Jahr auch Info-Veranstaltungen in Gifhorns Fußgängerzone. „Genaue Termine gibt’s noch nicht, darüber muss noch gesprochen werden“, sagt Christian Lüdde. Weil es am Samstag kalt, windig und nass war, gab’s für die Protestierenden an der B 4 eine heiße Stärkung: Dampfender Kakao und Bratwürstchen wurden serviert.

Whatsapp-Gruppe

Für die Organisation ihrer Protest-Aktionen im Kreisgebiet nutzen die Landwirte das Smartphone: Eine eigene Whatsapp-Gruppe wurde inzwischen eingerichtet.

Von Uwe Stadtlich

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