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Gifhorn Stadt Handtaschenbasar unterstützt Prostituierte
Gifhorn Gifhorn Stadt Handtaschenbasar unterstützt Prostituierte
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14:43 12.09.2019
Spenden für die Straßenarbeit: Für den Handtaschenbasar waren um die 200 Taschen zusammen gekommen. Quelle: Sebastian Preuß
Gifhorn

Mehr als 200 Handtaschen waren für den Handtaschenbasarzusammen gekommen, den die Veranstalterinnen der Reihe zum Thema Prostitution initiiert hatten. „Ganz unterschiedliche Taschen“, freute sich Gabriele Pöllet von SoDiStra, der sozialdiakonischen Straßenarbeit in Gifhorn. Vor dem Vortrag der Psychotherapeutin Gisela Jaspers gab es die Möglichkeit, diese Handtaschen zu kaufen. Der Erlös war für SoDiStra und den Schwesternverein SolWoDi in Braunschweig bestimmt, denn „wir brauchen 1000 Euro pro Monat und Frau für jede Prostituierte, die aussteigt“, erklärte Pöllet. Deshalb standen auch Spendenbüchsen auf den Stehtischchen – „für Männer, die keine Handtasche kaufen, aber uns unterstützen wollen“.

Film „Lovemobil“ wird gezeigt

Seit der ersten Veranstaltung der Reihe im März„Wenn Frauen zur Ware werden“ waren die Handtaschen gesammelt worden. Und was am Mittwoch nicht verkauft wurde, wird am 25. November angeboten. Dann zeigen die Organisatorinnen im Gifhorner Kino den Film „Lovemobil“ von der Gifhornerin Elke Margarete Lehrenkrauss. „Und was wir dann nicht verkaufen, bieten wir den Flüchtlingsfrauen an“, sagte Gleichstellungsbeauftragte Christine Gehrmann.

„Taschen hat jeder genug, aber das Projekt will ich unterstützen“, betonte Ursula Fischer-Lux und liebäugelte denoch mit einer kleinen Umhängetasche. „Die könnte ich nutzen, wenn ich mit dem Hund von meinem Sohn gehe. Da kann ich die Leckerli reinstecken.“ Eine 39-Jährige freute sich, zwei schöne Taschen gefunden zu haben und gleichzeitig das Projekt zu unterstützen. Im Rittersaal war auch wieder die verstörende Fotoausstellung von Bettina Flitner zu sehen – Porträts von Freiern auf Bordellbetten auf der einen Seite und von Prostituierten auf der anderen Seite.

Straßenarbeit ist Ehrenamt

Bevor Gisela Jaspersen auf die Bühne kam, stellte Gabriele Pöllet die Arbeit von SoDiStra vor: „Wir bringen Liebe, Hoffnung, Anerkennung und Wertschätzung zu den Frauen in den Sexmobilen.“ Verbunden mit Kaffee, Keksen, mal einem Fläschchen Nagellack, mal Lesestoff– „auch auf bulgarisch, denn deutsche Frauen kennen wir aus den Sexmobilen nicht“. Dafür werden Spenden benötigt, ebenso für den Einsatz von Dolmetschern, um überhaupt mit den Frauen Kontakt aufnehmen zu können. Ehrenamtlich arbeitet auch SolWoDi in Braunschweig, vorgestellt von Luca Lehmann: „Wir brauchen tragende Ausstiegsprojekte, und dafür muss richtig viel Geld in die Hand genommen werden.“

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Von Christina Rudert

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