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Gifhorn Stadt Hagen Rether über Flüchtlinge, Klimawandel und Vatikan
Gifhorn Gifhorn Stadt Hagen Rether über Flüchtlinge, Klimawandel und Vatikan
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16:58 26.09.2019
Furztrocken, bissig und selbstkritisch: Der Kabarettist Hagen Rether lädt zum Denken ein. Quelle: Gesa Walkhoff
Gifhorn

Ein bunt gemischtes Publikum hatte sich am Mittwochabend in der Stadthalle eingefunden, um dem Kabarettisten Hagen Rether mit seinem stets modifizierten Programm unter dem immer gleichen Titel „Liebe“ zu lauschen.

Große Nummer

Die Projektleiterin der Kabarett-Tage „Heiße KartoffelnElga Eberhardt ist stolz darauf, Hagen Rether bereits zum vierten Mal nach Gifhorn geholt zu haben: „Wir hatten ihn schon im Programm, als er noch ganz unbekannt war. Jetzt ist er eine große Nummer und kommt trotzdem immer wieder gerne nach Gifhorn. Hagen Rether steht für das politische Kabarett wie kaum ein anderer.“

Dass dem so ist, beweist der 49-Jährige kurze Zeit später auf der Bühne. Nach einer kurzen Aufwärmphase, in der Hagen Rether das Publikum abholt und auffordert, sich zu entspannen, legt er los und arbeitet ein gesellschaftliches Thema nach dem anderen ab. Er beginnt bei unseren christlichen Werten, die wir verteidigen wollen, um sie lieber selbst bei unserem Umgang mit Flüchtlingen zu verraten, und erinnert daran: „Unsere Lebensweise ist deren Fluchtursache.“

Lange verdrängt

Er spricht über den Klimawandel („Wenn das so weitergeht, müssen wir bald 17 Millionen Holländer bei uns aufnehmen. Mit Wohnwagen!“) und wundert sich darüber, wie lange wir ihn verdrängt haben. Er zweifelt an, dass der Vatikan es ernst meint mit seinem Bekenntnis, dass alle Menschen gleich sind, und will das erst glauben, wenn die erste schwarze Lesbe Päpstin ist. Außerdem beklagt er, dass wir jahrzehntelang Insektenvernichtungsmittel auf unsere Felder gesprüht haben und jetzt traurig darüber sind, dass die Bienen sterben.

Die Heißen Kartoffeln 2019

Diese heißen Kartoffeln wurden bereits serviert:

* Holger Dexne präsentiert sich als „Caveman“

* Dr. Dietrich Paul: Was Beethoven mit Mathe zu tun hat

Heinrich del Core witzelt über den Thermo-Mix

Darauf können Kabarettfreunde sich noch freuen:

*Liza Kos in Meinersen

*Philipp Scharrenberg in Wittingen

Wenn er dazwischen immer wieder furztrocken und bissig Politiker karikiert, betont er gleichzeitig, dass es ihm nicht um Personen, sondern um Muster geht. Denn er zählt längst nicht nur „die da oben“ an! Hagen Rether wurde nicht müde, auf die Widersprüchlichkeiten jedes Einzelnen hinzuweisen und darauf, dass sogar der größte Quatsch rationalisiert werde, um zu verhindern, aus der Komfortzone heraus zu müssen. Er wundert sich nicht darüber, dass schlimme Dinge passieren, es macht ihm vielmehr Angst, wie gut wir sie ausblenden können. Dabei gibt er eigene Unzulänglichkeiten zu und weiß, dass es zu viel erwartet ist, Perfektion zu erwarten. Viel von dem Elend und Unrecht in der Welt könne man als Einzelner nicht ändern. Eines aber schon, nämlich sein Konsumverhalten.

Erfrischende Denkanstöße

Man muss Hagen Rether nicht in allen seinen Thesen zustimmen, aber er gibt erfrischende Denkanstöße. Und er ist ein unglaublich guter Alleinunterhalter. Auf der Bühne brauchte er nicht mehr als einen Bürostuhl und einen Flügel, den er jedoch nur als Ablagefläche für fünf Bio-Bananen („Ein Widerspruch an sich“) einsetzte, um sein Publikum über drei Stunden hinweg in seinen Bann zu ziehen und dort zu halten – ohne dass es auch nur eine Sekunde langweilig wurde. Allein diese immense Konzentrationsleistung musste einem Respekt abnötigen.

Ein beeindruckender Abend, und ob man den Kabarettisten nun mag oder nicht, sicher keine Zeitverschwendung. Conny Thiele aus Ribbesbüttel war voll des Lobes: „Super! Einfach toll! Er hat mir in vielen Dingen aus der Seele gesprochen.“ Oder um es mit Hagen Rethers Worten zu sagen, mit denen er nach der Pause die zweite Halbzeit einleitete: „Wenn es Ihnen gefallen hat und Sie konnten sich nicht alles merken, dann kommen Sie einfach mal wieder vorbei!“ Ja, das kann man machen.

Von Gesa Walkhoff

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