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Gifhorn Stadt Größere Kita-Gruppen bedeuten viel Geld für Zusatzkräfte
Gifhorn Gifhorn Stadt Größere Kita-Gruppen bedeuten viel Geld für Zusatzkräfte
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14:02 26.11.2019
Größere Gruppe und zusätzliches Personal: Die Politik berät jetzt über die Zukunft der Gifhorner Kitas und Krippen. Quelle: dpa (Archiv)
Gifhorn

Es fehlen mehr als 160 Kita- und 67 Krippenplätze. Die Verwaltung schlägt als Lösung größere Gruppen und die Einführung einer dritten Fachkraft in den Kita-Gruppen vor. Die Mehrkosten liegen allein 2020 bei rund 850 000 Euro. Jetzt muss die Politik entscheiden.

Gestiegener Bedarf

Derzeit sind vom Gesetzgeber zwei Kräfte pro 25 Kinder vorgeschrieben. Im Landesdurchschnitt kümmerten sich zwei Kräfte um 22 Kinder in einer Gruppe. In Gifhorn betrug die Kita-Gruppenstärke bisher 23 bei zwei Erzieherinnen – Betreuungsschlüssel 1:11,5. Eine weitere Verkleinerung der Gruppenstärke – der Rat hatte sich im März 2011 für eine Reduzierung der Kita-Gruppen auf bis zu 20 Kinder und für bis zu zwölf Kinder in Krippen-Gruppen ausgesprochen – ist jedoch nicht umsetzbar: Der Bedarf an Betreuungsplätzen sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, argumentiert die Stadt.

Vorlage für die Politik

In einer Vorlage für den Fachausschuss (28. November) und für den Stadtrat (9. Dezember) wird’s konkret: „Die Verwaltung schlägt vor, die Gruppengröße in den Kitas von 23 Kinder auf 25 Kinder unter Einführung einer dritten Fachkraft (staatlich anerkannte/r Sozialassistent/in) anzuheben“, heißt es in dem Papier. Der Personalschlüssel werde mit dieser Maßnahme auf 1:8,3 Kinder verbessert. „Sobald die Bedarfe der Gifhorner Familien gedeckt werden können, wird die Gruppenstärke entsprechend des Beschlusses vom 17.März 2011 reduziert“, versichert die Stadt.

Viel Geld für Zusatz-Personal

Zusätzliches Personal kostet jedoch Geld. „Die Einführung der dritten Fachkraft in den Kindergartengruppen, deren Größe von 23 auf 25 Kinder erhöht wird, führt zu Mehrkosten von 858 300 Euro“, geht die Stadt auf den Finanzrahmen ein. Diese Summe sei bereits im Haushaltplan-Entwurf 2020 enthalten.

ULG/FDP-Gruppe ist dafür

Der Verwaltungsvorschlag gefällt ULG und FDP. In einem Antrag bezieht Gruppenvorsitzender Jürgen Völke deutlich Position. „Die Obergrenze in Kindergartengruppen, die derzeit bei 23 Kindern liegt, soll wieder bis auf eine Stärke von 25 Kindern angehoben werden“, steht für die Unabhängigen und Liberalen fest. „Da derzeit mehr als 100 Betreuungsplätze in der Stadt fehlen und es einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz gibt, können so kurzfristig 78 neue Plätze geschaffen werden“, sieht Völke Handlungsbedarf. Sowie der Bedarf sinke, könne man wieder auf die Gruppenstärke von 23 Kindern zurück gehen.

SPD ist dagegen

Gifhorns SPD ist hingegen für eine Beibehaltung der Gruppenstärke von 23 Kindern. „Der heutige Stand in der frühkindlichen Betreuung und Förderung verlangt eigentlich noch kleinere Gruppenstärken, als wir sie heute haben“, bezieht SPD-Ratsherr Albrecht Düsel in einer Vorlage Position. Die Verwaltung habe stets betont, dass bei der Personalrekrutierung von unbesetzten Stellen die Gruppengröße für Bewerberinnen und Bewerber mit ein wichtiges Kriterium sei, gibt Düsel zu bedenken. „Die SPD-Fraktion möchte hier keine schnelle Lösung zu Lasten einer schlechten Betreuung. Wir setzen darauf, dass die Verwaltung in weiteren Gesprächen eine gute Lösung für alle finden wird“, so Düsel.

Weiterqualifizierung

Die Ratsmehrheit aus CDU und Grünen will den Verwaltungsvorschlag unterstützen. „Wir wollen eine kurzfristige Erhöhung der Gruppenstärke mittragen – vorausgesetzt, dass das Drittkraft-Personal vorhanden ist“, sagt CDU-Chef Thomas Reuter. CDU und Grüne wünschen sich zudem, dass das Drittkraft-Personal in den einzelnen Kitas an Weiterqualifizierungen teilnimmt. „Es ist eine gute Chance, um Erzieherinnen und Erzieher zu gewinnen und sie langfristig an unsere Kitas und Krippen zu binden“, steht für Reuter fest.

Von Uwe Stadtlich

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