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Gifhorn Stadt Mutmaßliche Vergewaltigung: Amtsgericht spricht 43-Jährigen frei
Gifhorn Gifhorn Stadt Mutmaßliche Vergewaltigung: Amtsgericht spricht 43-Jährigen frei
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06:42 11.11.2019
Amtsgericht Gifhorn: Ein 43-Jähriger ist vom Verdacht der Vergewaltigung frei gesprochen worden. Quelle: Archiv
Gifhorn

Hat er seine Freundin vergewaltigt, oder gab es Sex im Einvernehmen? Um diese Frage zu klären, stand jetzt ein 43-Jähriger aus Bergen vor dem Gifhorner Amtsgericht. Den Saal verließ er als freier Mann.

März 2017 im Gifhorner Nordkreis: Laut Staatsanwalt soll der Mann seine damalige Lebensgefährtin aufgesucht und mit einem Messer zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Dazu habe er die Schlafzimmertür mit einem Stuhl blockiert. Seine Lebensgefährtin habe ihn weinend gebeten, von ihr abzulassen, doch er habe ihr den Oberkörper frei gelegt, sie auf das Bett gestoßen, sie dort mit seinem Gewicht fixiert und vergewaltigt.

Plötzlich war die Polizei da

Für die Vorfälle hatte der Angeklagte allerdings ganz andere Erklärungen. „Ich war in ihrem Schlafzimmer, weil ich mir mit ihrer Tochter etwas angesehen habe. Als die Kinder im bett waren, haben wir abgesprochen, miteinander zu schlafen. Wir haben beide Spaß gehabt. Der Stuhl stand unter der Türklinke, weil die Tür sich nicht richtig schließen lässt und wir nicht von den Kindern überrascht werden wollten. Das haben wir immer so gemacht. Anschließend haben wir zusammen gegessen und geraucht und miteinander geredet. Denn ich habe die Beziehung beendet.“ Der Grund dafür sei, dass er sich von ihr zunehmend kontrolliert gefühlt habe. Drei Tage später wollte er mit einem Blumenstrauß seinen Schmuck abholen. „Es wurde nicht aufgemacht. Ich bin ins Auto und habe telefoniert, plötzlich stand die Polizei neben mir und sagte, ich dürfe keinen Kontakt mehr haben und weg fahren.“

Ein Blumenstrauß und ein Brief

Mit den Blumen erhielt das angebliche Opfer auch einen Brief, in dem der Angeklagte um Verzeihung für seine Taten und die Schmerzen bat, für alles, was er der Frau angetan habe. Für den Richter Grund zur Nachfrage, warum der 43-Jährige diesen Brief denn geschrieben habe, wenn er sich doch von seiner Lebensgefährtin getrennt habe und auch keine weitere Beziehung mehr zu ihr wollte. „Sie sollte sich besser fühlen, denken, dass alles meine Schuld ist.“ Denn 2015 habe es schon einmal eine Trennung gegeben, nach der die Frau angeblich einen Selbstmordversuch unternommen hatte. Das wollte der Angeklagte nicht noch einmal. Dass der Inhalt des auf Russisch geschriebenen Briefes sich nicht auf konkrete strafbare Handlungen bezog, sondern eher auf ein Gesamtverhalten mit vielen kleinen Dummheiten bescheinigte eine Dolmetscherin dem Angeklagten.

Angebliches Opfer weint vor Gericht

Mit ihrer Darstellung der Vorfälle konnte das weinende angebliche Opfer beim Gericht dagegen nicht punkten. „Er war betrunken, und er ist gewalttätig. Angezeigt habe ich ihn nicht, weil ich Angst vor ihm hatte. Ich war nur bei der Polizei, weil ich wissen wollte, wie ich mich vor ihm schützen kann.“ Aussage gegen Aussage: Der Mann wurde schließlich frei gesprochen – erhielt aber ein Kontaktverbot.

Von Thorsten Behrens, Mette Engel

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