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Gifhorn Stadt War es das letzte Erntedankfest in dieser Form?
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12:17 22.09.2019
Tradition: Auch ein Gottesdienst gehörte zum Programm des Erntedankfestes auf dem Marktplatz. Quelle: Michael Franke
Gifhorn

Traditionell wurde am Samstag wieder Erntedankfest gefeiert auf dem Marktplatz vorm Gifhorner Rathaus. Das Wetter stimmte, die Stimmung auch. Aber es ist gut möglich, dass es das letzte seiner Art war, denn die Bereitschaft seitens der Vereine mitzuwirken, aber auch die Besucherresonanz ist rückläufig.

Kulisse fehlt

Laut Sina Duckstein vom Fachbereich Kultur der Stadtverwaltung als Veranstalter ist die Veranstaltung „nicht mehr so etabliert wie früher. Es wird immer schwieriger, Vereine zu finden, die Erntewagen herrichten“. Die Mitglieder würden immer älter, der Aufwand, der betrieben werden müsse, zu hoch. Folge: Die angemessene Kulisse für ein ordentliches Erntedankfest fehlt.

Vielleicht zum letzten Mal in der bisherigen Form fand auf dem Marktplatz am Samstag das Erntedankfest statt.

So war diesmal nur noch ein einziger Erntewagen auf dem Marktplatz ausgestellt, der der USK-Trachtentanzgruppe, die quasi zu den Mitbegründern des Festes gehörte und seit 1985 dabei ist. „Wir sind sehr, sehr traurig“, sagt Martina Hoffmann von der Trachtentanzgruppe. „Es ist immer viel Arbeit, aber wir haben es ja gern gemacht.“ Gleichwohl musste sie einräumen, dass der von der Gruppe organisierte Verkauf von Kuchen und Schnittchen beim aktuellen Fest „schleppend“ lief: „Keine Ahnung, warum.“

Verjüngungskur möglich

Was die Zukunft des Erntedankfestes betrifft, so gebe es noch keine konkreten Überlegungen, so Sina Duckstein: „Aber dass es so nicht einfach weiter geht, ist klar.“ Eine Verjüngungskur für die Veranstaltung sei wohl eine der Möglichkeiten: „Vielleicht in Richtung eines Umweltfestes“, wagt die Organisatorin einen Schuss ins Blaue.

Termin zu früh?

Ob die Trachtentanzgruppe bei einer Veränderung mitziehen würde? „Kommt drauf an, wie die gestaltet wird. Grundsätzlich sind wir natürlich bereit“, so Hoffmann, die sich aber auch vorstellen kann, dass sich die Gruppe dem Erntefest in Kästorf anschließen würde, das vor zwei Wochen stattfand: „Das ist leider immer sehr früh.“ Selbst der Gifhorner Termin sei, was die Ernte betreffe, recht zeitig.

„Erntenachdenkfest“

Zeitig am Samstagmorgen hatte Bürgermeister Matthias Nerlich das diesjährige Fest vom Bühnenwagen aus eröffnet. Jagdhornbläser schlossen sich an und ein ökumenischer Gottesdienst mit Pastorin Annette Israel und Pastoralreferent Martin Wrasmann, der in seiner Predigt den Garten Eden erwähnte und den Begriff „Erntenachdenkfest“ entwarf: „Wie wollen wir in Zukunft mit den begrenzten Ressourcen der Schöpfung umgehen?“, fragte er und erinnerte daran, dass „das einfache Leben ein reiches Leben sein kann“.

In der Folge führte Amici Saltandi Tänze der Renaissance auf und es spielte der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr. Die servierte zudem Erbsensuppe. Parallel dazu wurde die neue Erntekrone ins Rathaus gebracht.

„Wir sind enttäuscht“

Und was meinten die Besucher zum voraussichtlichen Ende der Tradition? „Das ist doof. Wir sind enttäuscht“, so Gisela Fischer (77) und Elsa Firnhaber (73). „Wir sind immer dabei gewesen, es sei denn, es hat kleine Hunde geregnet. Das gehörte einfach dazu.“ Das Erntedankfest sei nun einmal „etwas für die ältere Generation. Die Jungen machen ja schon in Klima“, so Fischer.

Von Jörg Rohlfs

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