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Gifhorn Stadt Die Stachelschweine begeistern mit bitterbösen Pointen
Gifhorn Gifhorn Stadt Die Stachelschweine begeistern mit bitterbösen Pointen
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15:42 29.10.2019
"Viel Tunnel am Ende des Lichts": Die Stachelschweine begeisterten mit bitterbösen, komischen Pointen. Quelle: Maren Kiesbye
Gifhorn

Die Hauptbühne der Stadthalle verwandelte sich in das Dach des Berliner Europa-Centers. Und von jenem gedenken die zwei ihrer Leben überdrüssigen Menschen Elena Scheller und Tobias Hänsel herunter zu springen. Der vermeintliche dritte Selbstmörder im Bunde, Alexander Lackmann, stellt sich allerdings als fanatischer Attentäter heraus, der das Europa Center in die Luft springen will.

Kult-Kabarettisten

Vor restlos ausverkauftem Saal präsentierten die Berliner Kult-Kabarettisten „Die Stachelschweine“ ihr aktuelles Programm „Viel Tunnel am Ende des Lichts“. Rasant führten die drei Kabarettisten Melissa Anna Schmidt, Steven Klopp und Julian Trostorf ihr Publikum durch ihr Programm, manchmal sehr respektlos, manchmal bitterböse, aber immer sehr komisch.

Der erste Lebensmüde

Da ging es um die Problematik des gerade Pleite gegangenen Sülze-Produzenten Tobias alias Julian Trostorf. Die deutsche Politik mache die Unternehmer kaputt, sagt er, egal ob links oder rechts, alle wollen Geld von ihm. Und speziell fleischverarbeitende Betriebe haben es in der heutigen Zeit noch viel schwerer durch vegane Klimaschützer.

Die zweite Lebensmüde

Elena alias Melissa Anna Schmidt ist Lehrerin der 9c und plant ebenfalls, wegen des angestauten Frusts ihres Berufes ihr Leben vorzeitig zu beenden: „Früher standen Lehrer im Ansehen mal zwischen Ärzten und Juristen, heute irgendwo zwischen Prostitution und Gebrauchtwagenhändler“, bejammert die Lebensmüde ihr Schicksal und berichtet ihren beiden Dach-Bekanntschaften von ihrer jüngsten Elternversammlung. „Dieser Schüler hat ein Aufmerksamkeits-Defizit, dieser spricht kein Deutsch, dieser ist bekifft. Es wird nie langweilig.“

Der Attentäter

Alexander alias Steven Klopp, von den anderen beiden ebenso als Lebensmüder vermutet, verfolgt allerdings andere Ziele: „Das Europa Center ist ein Symbol für den grenzenlosen Egoismus der Menschheit“, sagt der Klimaforscher, „Ich muss hier ein Zeichen setzen, damit die Menschheit aufwacht. Wir machen unsere Erde kaputt, es ist bereits fünf nach zwölf.“ Als sie seine wahre Intention herausfinden, versuchen Elena und Tobias eiligst zu verhindern, dass Alexander seinen Sprengstoff zündet, denn „es ist ja wohl etwas völlig anderes, ob wir hier freigewählt 105 Meter in die Tiefe springen, oder ob wir, ohne es vorher zu wissen, einfach von deiner Bombe zerfetzt werden.“

Piano und Cajon

Musikalisch hatte das Stück einige sehr tiefsinnige und lustige Perlen zu bieten: Mit Piano- und Cajon-Begleitung sang jeweils einer der drei Schauspieler Songs wie „Das Lied des kritischen Selbstmörders“, „Was wollt ihr bloß von mir?“ und „Sie brauchen unsere Liebe und unser Vertrauen“, eine eingängige Hymne über deutsche Politiker. Thesen wie „Politiker sind Außerirdische“, Kommentare über das fragwürdige Frauenwahlrecht („1918 haben wir euch das Wahlrecht geschenkt, und 15 Jahre später hatten wir Hitler“) sowie eine fast ausgestorbene japanische Ente rundeten das bunte brisante Programm ab.

Publikum begeistert

Dem Publikum gefiel es, so sagte Besucherin Tanja Hermann: „Ich sehe die Stachelschweine zum ersten Mal, aber ich finde diesen trockenen Humor und die ganze aktuelle Thematik echt super.“

Von Maren Kiesbye

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