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Gifhorn Stadt Bescherung für Kinder der „Sozialen Gruppe“
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20:00 23.12.2019
Schöne Bescherung: Der Weinachtsmann von „Helfen vor Ort“ besuchte besuchte Kinder der Sozialen Gruppe des GIP. Quelle: Sebastian Preuss
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Gifhorn

Schenken und beschenkt zu werden gehört noch heute zu Weihnachten wie Myrrhe und Weihrauch einst. Selbdritt kann Gutes bewirken. Gewiss auch bei den Kindern der „Sozialen Gruppe“ des Gifhorner Integrationsprojekts (GIP), die dank der AZ-Aktion „Helfen vor Ort“ jetzt Besuch vom Weihnachtsmann und Wünsche erfüllt bekamen.

Nasen platt gedrückt

Immer wieder drücken sie sich abwechselnd die Nasen platt an einem der Fenster im Erdgeschoss der zwischen Sportzentrum-Süd und dem Freizeit- und Bildungszentrum „Grille“ gelegenen, gelb geklinkerten Jugendbegegnungsstätte, in dem das GIP und wochentags von 12 bis 15.30 Uhr Kubilay, Lennox, Dennis, Artemiy, Samantha und ihr Bruder Jaden zuhause sind. An diesem Tag sind die Kinder im Grundschulalter noch aufgeregter als sonst: Heute wird nämlich der Mann mit dem langen weißen Bart und dem roten Mantel zu ihnen kommen.

„Verhaltensoriginalität“

„Ein paar von ihnen glauben an den Weihnachtsmann. Aber total aufgeregt sind sie alle“, sagt die Sozialarbeiterin Jutta Lucke, die gemeinsam mit zwei Honarkräften die sechs Kinder der „Sozialen Gruppe“ betreut. „Sie werden uns vom Jugendamt zugewiesen“, berichtet GIP-Leiter Tim Busch, der den Kids „Verhaltensoriginalität und -kreativität“ bescheinigt – in einen Hort oder die Ganztagsgrundschule passen sie nicht, in der Jugendbegegnungsstätte läuft „Einzelfallbetreuung“ wegen „Förderbedarfs“.

Samantha wird’s zu viel

Es gibt von 12 bis 15.30 Uhr für die auch in finanzieller Hinsicht als bedürftig geltenden Kids jeden Tag ein Mittagessen, sie machen Hausaufgaben und spielen, so weit möglich. Jetzt ist aber an spielen sowieso erstmal nicht zu denken, denn: Der Weihnachtsmann ist endlich da! Samantha wird’s zu viel, sie heult, alle rufen nach ihr, aber sie will nicht mit in den kleinen Raum, in dem unter anderem schon ein großer Tisch, der geschmückte Tannenbaum, fünf Kinder, die beiden Honorarkräfte, Lucke und der Rotberockte mit seinem Jutesack stehen.

„Happy Birthday to you“

Später, nachdem alle anderen schon ihre Geschenke bekommen und vom Geschenkpapier befreit haben, hat sich auch das Mädchen wieder beruhigt und freut sich so sehr über die elektrobetriebene XXXL-Mario-Kart-Figur, dass sie sie auf keinen Fall aus den Händen geben wird. Kubilay, der ein paar Mal „Feliz Navidad“ und „Happy Birthday to you“ anstimmt im Angesicht des Weihnachtsmanns, hat in seiner Tüte Guthaben-Karten für den Nintendo und als Einziger Süßigkeiten, von denen er abgibt. Die Jungs sagen mit Luckes Hilfe auch noch „Lieber, guter Weihnachtsmann“ zusammen auf.

„Ist trotzdem okay“

Alle hatten vorher einen Wunschzettel geschrieben – mit dem richtigen Wunsch und zwei Alternativen. „Ihr spielt damit bitte erst zuhause“, sagt Lucke. Lennox kriegt das ferngesteuerte Auto, das er wollte, Jaden den ferngesteuerten LKW. Sie lassen die Verpackungen durch den kleinen Flur rutschen, auch zusammenstoßen: „Jaaa, boooammh.“ Dennis hat einen Optimus Prime bekommen mit einem Fluggerät anbei. Er hatte sich den von Lego gewünscht: „Ist trotzdem okay“, sagt er leise.

Der Weihnachtsmann zieht weiter

Artimiy hat einen Bausatz bekommen von einem Sherman-Panzer: „Ein Amerikaner“ und „für den brauche ich zwei, drei Tage“, kommentiert er fachmännisch und antwortet auf Lennox’ Frage „du wolltest einen Russen, weil du Russe bist, oder?“ mit: „Nein. Ich sammle einfach Panzer.“ Und dann ist die Bescherung auch schon vorbei und der Weihnachtsmann von „Helfen vor Ort“ weiter gezogen, um noch vielen anderen, die es vertragen können, mindestens eine kleine Freude zu bereiten.

Von Jörg Rohlfs

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