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Gifhorn Stadt Entwarnung bei Masern für den Kreis Gifhorn
Gifhorn Gifhorn Stadt Entwarnung bei Masern für den Kreis Gifhorn
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20:00 20.03.2019
Masern im Kreis Gifhorn: Die einzigen beiden Fälle der vergangenen zehn Jahre verzeichnete das Gesundheitsamt 2017.
Masern im Kreis Gifhorn: Die einzigen beiden Fälle der vergangenen zehn Jahre verzeichnete das Gesundheitsamt 2017. Quelle: dpa
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Gifhorn

Zwei Masern-Fälle im Jahr 2017: Das ist die Bilanz, die Amtsarzt Josef Kraft für die vergangenen zehn Jahre im Kreis Gifhorn zieht. Und er muss es wissen: Seit 2001 ist die Krankheit meldepflichtig. Eine Dunkelziffer hält er für gering. Denn die Symptome wie Fieber, Schnupfen, Husten und Hautausschlag veranlassten Kinderärzte, Masern auszuschließen.

Keine harmlose Kinderkrankheit

Das ist laut Kraft kein Grund, sich in Sicherheit zu wiegen. „Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Die Erkrankung ist hochansteckend und kann erhebliche Komplikationen und Folgeerkrankungen, wie zum Beispiel Lungenentzündung, Hirnhautentzündung oder Mittelohrentzündung mit sich bringen.“ Der einzige effektive Schutz sei die Impfung.

Gute Impfrate

Die große Mehrheit der Eltern beherzigt das laut Kraft. „Im Landkreis Gifhorn beträgt die Durchimpfungsrate der Schulanfänger mit zwei Masernimpfungen über 90 Prozent, bei den älteren Schulkindern beträgt sie über 95 Prozent.“ Kraft will mit Aufklärung weiter dafür sorgen, dass die Erziehungsberechtigten am Ball bleiben. „Die von uns regelmäßig vorgenommenen Überprüfungen der Impfbücher von den Schulanfängern sowie den Viert-, Sechst- und Neuntklässlern halten wir auch in Zukunft für notwendig.“ Für eine Impfpflicht sieht Kraft aber noch „keine epidemiologische Notwendigkeit“.

Impfung nachholen

Dennoch sieht Kraft Impflücken sowohl bei Jugendlichen, als auch bei jungen Erwachsenen. Weil immer wieder Massenausbrüche wie aktuell in Niedersachsen auftreten, empfiehlt Gifhorns Amtsarzt Impfungen nachzuholen.

Überschaubare Nebenwirkungen

Die Impfung sei sehr wirksam. „Für die Beurteilung der seltenen Fälle eines möglichen Impfversagens muss jeder Masernverdacht bei geimpften Patienten labordiagnostisch abgeklärt werden“, sagt Kraft. Die Nebenwirkungen einer Impfung sind laut Kraft überschaubar. „Gelegentlich treten Schwellungen der zugehörigen Lymphknoten, sowie leichte bis mäßige Temperaturerhöhung auf.“ Oder eine leichte Impfkrankheit, verbunden mit Fieber und einem schwachen masernähnlichen Ausschlag. In einzelnen Fällen gebe es Erkrankungen des Nervensystems. Begünstigung oder Verursachung von Autismus oder Morbus Crohn (entzündliche Darmerkrankung) seien nicht wissenschaftlich nachgewiesen.

In den vergangenen 26 Jahren habe es beim Gifhorner Gesundheitsamt keine Meldung über Komplikationen gegeben.

Von Dirk Reitmeister