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Gifhorn Stadt Gedanken zu Klimaschutz, A39 und EPS
Gifhorn Gifhorn Stadt Gedanken zu Klimaschutz, A39 und EPS
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19:19 09.05.2019
Befliegung im Kreis Lüneburg: Auch im Landkreis Gifhorn wird per Helikopter Pflanzenschutzmittel gegen den Eichenprozessionsspinner gesprüht. Quelle: dpa
Landkreis Gifhorn

„Sind wir noch zu retten?“ Diese Überschrift, die am Dienstag, 7. Mai in der AZ zu lesen war und sich auf den UN-Bericht zum noch nie dagewesenen, weltweiten Artensterben bezieht und somit wohl durch alle Medien gegangen ist, sollte eigentlich alle Leser und Leserinnen wachrütteln, um vielleicht anschließend zu überlegen, was jeder einzelne Mensch tun kann, die Artenvielfalt und damit letztendlich unser Überleben wirklich sichern zu können.

Protest gegen die A 39

Wenige Seiten weiter lese ich Berichte über eine durchaus zu begrüßende Protest-Radtour gegen den Bau der A 39 sowie über das Insektensterben mit guten und wichtigen Ratschlägen, wie wir diesen beängstigenden Verlust der so wichtigen Kleintiere verhindern können.

Zu guter Letzt folgt eine ausführliche Darstellung über die Bekämpfungsmaßnahmen des Eichenprozessionsspinners (EPS), der zurzeit insbesondere in der Samtgemeinde Brome sein Unwesen treibt.

Sorge um die Insekten

Hierbei stelle ich eine ungleiche, um nicht zu sagen, einseitige Berichterstattung fest, die so meines Erachtens nicht haltbar ist. Denn bei allem Verständnis um die Sorge der Bürger, Privatwaldbesitzer und Forstbehörden, steht das zu keinem Verhältnis zur Sorge um unsere Insekten. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass mit der Bekämpfung des EPS weiteres Gift, in diesem Falle ein Insektizid, in die Umwelt getragen wird, das einen kaum abzuschätzenden Verlust von Insekten des Waldes nach sich ziehen wird.

Nicht nur an Eiche lebende Insekten, worunter sich in Deutschland weit über 300 Schmetterlingsarten befinden und sich parallel zum EPS entwickeln, werden dabei abgetötet, sondern zahlreiche weitere Insekten, die an anderen Pflanzen unterhalb von Eichen leben und sich derzeit im Larvalstadium befinden. Über diese sogenannten „Nichtzielorganismen“ redet kaum einer.

Hochgradig gefährdete Arten

Wo sind da die Naturschutzverbände, die sich hierzu ausdrücklich zu Wort melden sollten. Denn unter den betroffenen Insekten befinden sich zum Teil hochgradig gefährdete Arten, die nach dem Bundesnaturschutzgestz bzw. nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt sind. Es wird, wenn überhaupt, mehr als zehn Jahre lang dauern, bis sich die Tierlebensgemeinschaft unter den Insekten wieder so entwickelt hat, wie sie vor den Bekämpfungsmaßnahmen war. Und dann hat sich der EPS soweit erholt, dass erneut gespritzt werden muss...

Es ist sicherlich richtig, den „Lebensraum Eiche“ zu erhalten, jedoch haben wir Menschen dieses Problem erst möglich gemacht, in dem man die Eiche als wertvolles Nutzholz überduchschnittlich gefördert, sprich aus natürlichen Eichen-Hainbuchen- oder Buchen-Eichenwäldern fast reine Eichenbestände geformt hat. Für den EPS und für die sogenannten Eichenfraßgesellschaften, die ebenfalls alljährlich für Schlagzeilen sorgen, sind diese Eichenbestände eine willkommene Gelegenheit, sich massenhaft zu entwickeln.

Sind solche Maßnahmen vertretbar?

Wir sollten endlich damit beginnen zu fragen, ob solche Maßnahmen angesichts der sich weiter zuspitzenden Lage um die Insekten noch vertretbar sind und aufhören, nun auch noch die Wälder maßgeblich zu verändern. Mit der industriellen Agrarwirtschaft haben wir schon vieles unwiederbringlich zerstört, das muss mit unseren Wäldern nicht auch noch geschehen. Bei Absterben von Eichenbeständen, die zweifellos für manche Waldbesitzer existenzbedrohend sind, wird die Eiche nicht gleich aussterben - sie wird es auch weiterhin geben.

„Sind wir wirklich noch zu retten?“ Ich meine nein, denn angesichts der weltweiten Umweltzerstörung und -verschmutzung, Klimaerwärmung und Bevölkerunsexplosion, Territorial- und Glaubenskonflikten sowie Profitwahn wird eine Umkehr kaum noch möglich sein. Das, was wir mit dem Insektensterben momentan erleben, ist der Beginn eines Kollapses, der aufgrund nicht vorhandener (Über)Lebensräume für Tiere und Pflanzen, die nur nach dem Metapopulationsprinzip (Genaustausch in dicht vernetzten, intakten Lebensräumen) überleben können, unaufhaltsam voranschreiten wird.

Von Wolfgang Rozicki

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