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Gifhorn Stadt Für die Tonne: Das läuft schief beim Mülltrennen
Gifhorn Gifhorn Stadt Für die Tonne: Das läuft schief beim Mülltrennen
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11:31 14.08.2019
Sorgenkind Biomüll: Die Abfallentsorger sind mit der Gewissenhaftigkeit der Bürger nicht immer zufrieden. Quelle: dpa
Gifhorn/Wolfsburg/Peine

Seit mehr als 20 Jahren ist Mülltrennung in deutschen Haushalten angesagt, das Sammeln von Plastik, Bioabfällen und Co. gehört zum täglichen Leben. Zu sortieren gibt es einiges, im Landkreis Gifhorn etwa produzierte im Jahr 2018 jeder Bürger im Schnitt 532 Kilo Abfall. Im Idealfall landet der gut sortiert dort, wo ihn Spezialisten wiederverwerten. Doch die können den Verbrauchern nicht immer ein gutes Zeugnis ausstellen, besonders beim Bioabfall.

Prinzipiell stellen die Abfallwirtschafts- und Beschäftigungsbetriebe Landkreis Peine den Bürgern ein gutes Zeugnis bei der Mülltrennung aus, teilt Sprecherin Brigitta Saal mit. Unsauber seien häufig Bioabfall oder Altpapier getrennt. „Das ist leider nicht immer Unwissenheit oder Gedankenlosigkeit, sondern bewusste Ausnutzung der gebührenfreien Angebote, indem Restmüll auf diesem Weg entsorgt wird.“ Das hat fürs Recycling Folgen: Das verunreinigte Altpapier muss dann als Restmüll entsorgt werden. „Daraus resultieren höhere Entsorgungskosten, die von der Allgemeinheit der Gebührenzahler getragen werden müssen. Das gilt auch für die Beseitigung des „Wilden Mülls“ in der Landschaft, aber auch auf den Wertstoffinseln, der in den letzten Jahren stetig zugenommen hat.“

So klappt’s mit dem Abfall richtig

Altpapier:

Das gehört rein:

Zeitungen, Illustrierte, Prospekte, Kartons und Pappe, Schulhefte, Bücher aus Papier/Pappe und Schreibpapier

Das gehört nicht rein:

schmutziges oder nasses Papier, Tapeten, beschichtetes Papier (Milch- und Safttüten), Hygienepapiere wie Taschentücher und Toilettenpapier

Bioabfall:

Das gehört rein: Obst- und Gemüseabfälle, Blumen und Pflanzen, Speisereste (außer Fleisch und Fisch und Knochen und Gräten), verdorbene Lebensmittel, Gartenabfälle wie Laub, Rasen-, Baum- und Strauchschnitt, Kaffeesatz, Eierschalen

Das gehört nicht rein: Plastik aller Art, Windeln, Asche, Kehricht, Asche, Blumenerde, Kleintierstreu

Glas:

Das gehört rein: Flaschen und Gläser nach Farben sortiert

Das gehört nicht rein: Spiegel, Fensterglas, Bleiglas, Porzellan/Keramik, Glühbirnen

Gelber Sack:

Das gehört rein: leere Verpackungen aus Kunststoff, Joghurtbecher, Saft- und Getränkekartons, Konservendosen, Flaschen von Spül-, Wasch- und Körperpflegemitteln, Metalldosen, Schraubverschlüsse, Aluschalen.

Das gehört nicht rein:

Papier, Pappe, Spielzeug, Elektrogeräte

Restmüll

Das gehört rein: Alles, was nicht wiederverwertet werden kann, Windeln, Hygieneartikel, kalte Asche, Staubsaugerbeutel

Das gehört nicht rein: wiederverwertbare Wertstoffe, Sonderabfälle, Batterien, Elektrogeräte

Für den Landkreis Gifhorn ist Privatentsorger Remondis zuständig. Was am häufigsten beim Mülltrennen schief läuft? Sprecherin Carin Hölscher weiß: „Am problematischsten sind Fehlwürfe beim Biomüll. Hier kommt es immer wieder vor, dass Lebensmittel mit Umverpackungen oder gar in nicht kompostierbaren Müllsäcken im Biomüll entsorgt werden. Und üblicherweise nimmt in Mehrfamilien- beziehungsweise Großwohnanlagen die Fehlwurfquote beim Biomüll erheblich zu, sodass man hier teilweise auch Mutwilligkeit unterstellen muss.“ Ein großes Problem seien auch falsch befüllte gelbe Säcke. Da hier eine Zuordnung zum Verursacher noch schwieriger ist, gebe es hier auch „eine nicht unerhebliche Fehlwurfquote“.

Ein Sorgenkind in Wolfsburg ist ebenfalls Bioabfall. Hier liegt die Sammelmenge mit 101 Kilo pro Einwohner weit über dem niedersächsischen Schnitt. Aber die Reinheit ließe manchmal zu wünschen übrig, teilt die städtische Pressesprecherin Elke Wichmann mit. Häufig würden Plastiktüten, die als Sammelbeutel dienten, mit im Bioabfall landen. Die WAS setze dafür eine Siebanlage ein, wo mit fest definierten Siebdurchmessern eine Absiebung solcher und anderer Störstoffe erfolgt. „Das Ganze ist natürlich mit Zeit und Kosten verbunden“ so Wichmann.

Im Landkreis Gifhorn kann das falsche Sortieren von Restmüll, Bioabfall und Sperrmüll übrigens Konsequenzen haben. „Unsere Mitarbeiter sind bei der Sammlung dazu angehalten, fehlbefüllte Behälter oder falsch bereitgestellten Sperrmüll stehen zu lassen und mit einem mit dem Landkreis abgestimmten Hinweisaufkleber/-anhänger zu versehen mit der Bitte sich beim Landkreis zu melden.“

Deshalb ist Mülltrennung für alle wichtig

Erschreckende Bilder von riesigen Mengen von Plastikmüll in den Weltmeeren machen in den letzten Monaten die Runde. Was das ganz konkret mit uns zu tun hat...

Nur wenn Müll getrennt wird, kann überhaupt recycelt werden. Recycling spart Energie und Rohstoffe, die nachfolgenden Generationen zur Verfügung stehen. Weniger Rohstoffabbau bedeutet zusätzlich auch mehr Natur- und Umweltschutz, weil Ökosysteme erhalten bleiben und weniger Schadstoffe freigesetzt werden. Ein höchst dramatisches und sichtbares Problem durch falsche Abfallentsorgung zeigt sich in den Ozeanen: Der „Meeresmüll“ hat enorme Ausmaße angenommen und gefährdet Ökosysteme weltweit, erläutert Matthias Freter vom Nabu Niedersachsen.

Gerade bei technischen Geräten gelte: „Eine unsachgemäße Entsorgung belastet Umwelt und Klima durch Freisetzung von Schadstoffen wie Cadmium, Blei, Quecksilber und Treibhausgasen und kann auch unmittelbar eine Gefahr für Tiere darstellen. Werden alte technische Geräte nicht recycelt, gehen außerdem wichtige Rohstoffe verloren, die sonst für die Herstellung neuer Geräte wiederverwendet werden könnten.

„Leider bringen Verbraucher mehr als die Hälfte der Geräte nicht ordnungsgemäß zurück“, weiß Freter.

Auch Grünschnitt muss korrekt entsorgt werden. Werden Gartenabfälle illegal in die Natur ausgebracht, schädigt das die Waldböden und gebietsfremde Arten siedeln sich an.

Hier mehr Infos zum Thema Abfall und Recycling

Von Andrea Posselt

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