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Gifhorn Stadt Mann verletzt Lebensgefährtin brutal: Fünf Jahre Haft
Gifhorn Gifhorn Stadt Mann verletzt Lebensgefährtin brutal: Fünf Jahre Haft
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20:20 19.09.2019
Zu fünf Jahren Haft und Entziehungsanstalt verurteilt: Ein 28-Jähriger hatte seine Lebensgefährtin massiv verletzt. Quelle: Joachim Dege
Hildesheim/Gifhorn

Mit dem abgebrochenen Flaschenhals einer Sektflasche hatte der 28-Jährige immer wieder auf seine 20-jährige Lebensgefährtin eingestochen. Für diese brutale Attacke im Mai 2019 in Gifhorn wurde er jetzt vom Landgericht Hildesheim wegen gefährlicher Körperverletzung zu fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt wurde angeordnet.

Schwierige Beziehung

Der Vorsitzende Richter Rainer de Lippe sprach in seiner Urteilsbegründung von der schwierigen Beziehung der beiden, die von Streit und beiderseitiger Gewalt geprägt war. Beim Tatgeschehen bezog sich der Richter auf die Ausführungen des Staatsanwalts.

Demnach war der 28-Jährige vor der Tat am frühen Morgen des 8. Mai 2019 mit Freunden um die Häuser gezogen. Er soll Cannabis und Kokain konsumiert haben. Von einem Freund habe er erfahren, dass seine Lebensgefährtin ihn betrogen habe. Daraufhin wollte er sie zur Rede stellen, klingelte um 5.30 Uhr an ihrer Wohnungstür.

War Beziehung beendet?

Da die 20-Jährige die Beziehung zu dem Vater ihrer beiden Kinder (drei und ein Jahr) als beendet ansah, gab sie die Affäre zu. Sie sah auch keinen Grund, ihm Rechenschaft ablegen zu müssen. Das soll der Mann als Kränkung empfunden haben. Für die Staatsanwaltschaft war das auch der Auslöser für den Ausbruch des Mannes. Erst schlug er die Frau ins Gesicht, schleuderte sie auf den Wohnzimmertisch, der daraufhin zerbrach. Mit dem abgebrochenen Flaschenhals einer Sektflasche soll er dann der 20-Jährigen wie wild sechsmal ins Gesicht gestochen haben. Er hörte erst auf, als er die Stimme seiner kleinen Tochter hörte.

Die 20-Jährige erlitt massive Verletzungen in der linken Gesichtshälfte, an ihrer linken Hand und am Knie. Noch heute leidet sie unter den Auswirkungen der Attacke. Sie hat Probleme beim Essen, kann ihre linke Hand nicht belasten und hat große Narben.

Potenziell lebensbedrohlich

Ein Rechtsmediziner hatte die Verletzungen der Frau als potenziell lebensbedrohlich bezeichnet – das sah die Kammer genauso. „Wer mehrfach massiv stumpfe Gewalt gegen das Gesicht ausübt, nimmt in Kauf, dass er sein Opfer tötet“ sagte Richter de Lippe zum Angeklagten. Bei der Tat soll der Mann im Affekt gehandelt haben. Im Konflikt neige er zu heftigen Reaktionen – das zeige sich auch an seinen Vorstrafen.

Positiv für den Mann wertete die Kammer, dass er geständig war, sich bei seinem Opfer entschuldigt und echte Reue gezeigt habe. Die Kammer hält den Mann jedoch gefährlich für die Allgemeinheit, da er ein wahnsinnig impulsiver Typ sei und ein Suchtproblem habe. Deshalb bleibt der Mann in Haft und wird anschließend zwei Jahre in einer Entziehungsanstalt therapiert. „Wenn Sie diese Chance nutzen wollen, dann nutzen Sie sie“, gab der Vorsitzende Richter dem Mann mit auf den Weg. Er habe jetzt die Möglichkeit, sich seinem Hang zu Drogen zu stellen und den Umgang mit Kränkungen zu erlernen.

Aufmunternde Worte

Am Ende des für sie äußerst belastenden Prozesses war die 20-Jährige in Tränen aufgelöst. Aufmunternde Worte gab es für sie vom Vorsitzenden Richter. Fast erleichtert zeigte er sich, dass die junge Frau trotz der gravierenden Verletzungen, der fast vollständigen Abtrennung eines Wangenteils, nicht dauerhaft entstellt sei.

Gegen das Urteil kann innerhalb einer Woche das Rechtsmittel der Revision eingelegt werden.

Von Bettina Reese

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