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Gifhorn Stadt Großer Schülerstreik für den Klimaschutz
Gifhorn Gifhorn Stadt Großer Schülerstreik für den Klimaschutz
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14:05 25.03.2019
FridaysForFuture: Am Schülerstreik für den Klimawandel beteiligten sich laut Veranstalter knapp 700 Jugendliche. Quelle: Cagla Canidar
Gifhorn

Gifhorns Jugend geht auf die Straße: An der weltweiten Aktion FridaysForFuture für den Klimaschutz beteiligten sich am Freitagvormittag erstmals auch Schüler, Studenten sowie einige Politiker und Lehrer in Gifhorn. Dem Auftakt auf dem Schillerplatz folgte ein Zug durch die Fußgängerzone, die Kundgebung auf dem Marktplatz musste spontan auf die Schlosswiesen verlegt werden – dort sollte ohnehin die Abschlusskundgebung erfolgen.

„Wir sind hier, wir sind laut“

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, skandierte Philip Knotz, der die Streik-Demo auf dem Schillerplatz einleitete. „In mehr als 120 Ländern wird heute demonstriert, Eltern, Lehrer und Prominente stehen hinter uns – und

irgendwann wird uns auch der letzte Volltrottel nicht mehr ignorieren können. Hoffentlich ist es dann nicht zu spät.“ So schön es sei, dass die von der Schwedin Greta Thunberg initiierte Protestbewegung zurzeit in aller Munde ist, „wäre es noch besser, wenn sich die Debatte mal mehr um die Inhalte drehen würde“.

Keine Kundgebung auf dem Marktplatz

Von selbst organisierten Ordnern durch die Fußgängerzone geleitet, führte die Demonstration zum Marktplatz. Dort gab es eine kleine Irritation. „Wir hatten beantragt und auch genehmigt bekommen, dass wir hier eine Kundgebung abhalten können“, teilte Bent Bosker mit. Michael Klusmann von der Verfügungseinheit der Polizei hatte andere Informationen: „Diese Genehmigung gibt keine Kundgebung hier her“, schickte er die Demonstranten auf die Schlosswiesen weiter.

700 Schüler gingen am Freitag in Gifhorn auf die Straße, um für den Klimaschutz zu streiken.

Ohne große Diskussion marschierte der Tross weiter, und auf den Schlosswiesen wurde es bei der Abschlusskundgebung dann inhaltlich. Elischa Röhl betonte: „Wir werden weiter machen, bis es sich wieder lohnt zur Schule zu gehen!“

Er sei stolz darauf, dass so viele Schüler die Aktion unterstützen. Swana Kilian vom Sybilla-Merian-Gymnasium Meinersen stellte fest: „Es wäre ein großer Schritt, wenn die Politiker was täten, aber es fängt bei uns an!“ Ob Mülltrennung oder die Entscheidung gegen eine Flugreise oder Kreuzfahrt, „wir können auch was tun“.

Schicksal selber in die Hand nehmen

Auch Jonas Logsgon, Student aus Gifhorn, sagte Konsum und Kapitalismus den Kampf an. „Es wird ein langer und schwerer Weg. Aber wir müssen unser Schicksal selber in die Hand nehmen.“

Stimmen der Schüler

Die AZ hat sich umgehört, mit welcher Motivation die Schüler gestreikt haben:

Auch wenn manche Mitschüler meinten, dass die Demo nichts bringt: „Das ist wie bei Wahlen: Jede Stimme zählt“, erklärte Janne Neuhoff aus der 10b vom Humboldt-Gymnasium, warum sie auf die Straße ging. Zumal sie erst am Tag zuvor im Englisch-Unterricht darüber gesprochen hatten, wie viel Tonnen CO2 jeder Mensch verbraucht.

„Das sind allein bei mir 10,2 Tonnen in jedem Jahr.“

Jule Dienersberger (IGS) hatte gemeinsam mit Micas Steindorff auch ein paar Ideen, wie sie selber zum Klimaschutz beitragen können: „Nicht jedes Jahr ein neues Handy, das Handy mit der Solar-Powerbank aufladen, öfter mit dem Fahrrad statt dem Auto fahren.“ Und Sanija Makoski meinte: „Was die Schwedin macht, ist gut! Wenn sich Erwachsene jetzt nicht für den Klimaschutz einsetzen, gibt es irgendwann keine Welt mehr.“

Die Siebtklässler Vincent Borawski, Vanessa Deis, Anna-Lotta Mader und Johanna Nagel vom Otto-Hahn-Gymnasium hatten sich von den Streik-Gegnern an ihrer Schule nicht abhalten lassen: „Wir unterstützen hier in Gifhorn etwas, was weltweit passiert.“ Die Erlaubnis von den Eltern für die Teilnahme am Streik zu bekommen, sei nicht schwierig gewesen.

Von Christina Rudert

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