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Gifhorn Stadt Ungewöhnliche Mahnwache bei Fridays for Future Gifhorn
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17:58 14.02.2020
Dialog gesucht, die Landwirte kamen: Silke Drögemüller und Helmut Ewers gingen auf die Jugendlichen von Fridays for Future zu. Quelle: Sebastian Preuß
Gifhorn

Mahnwache statt lauter Demo: Am Freitagnachmittag suchte Fridays for Future Gifhorn wieder das Gespräch mit Passanten. Zum Thema Massentierhaltung kamen dann plötzlich ziemlich viele Gesprächswillige auf die Jugendlichen zu. Etwa zehn Landwirte aus der Region wollten die Jugendlichen beim Wort nehmen und sich unterhalten.

„Wir hatten damit gerechnet“

Das war dann zunächst ungewohnt für die Aktiven der Klimaschutzbewegung. Blieben bei den bisherigen Mahnwachen vereinzelt nur mal Passanten stehen, so formierte sich plötzlich eine Menschentraube an dem Infostand. „Wir hatten damit gerechnet“, gab sich Charlott Bode gefasst – und stieg dann auch mit Jennifer Zauter schnell ins Gespräch mit dem Wahrenholzer Landwirt Helmut Evers ein. Der packte gleich seine VR-Brille aus: „Dann könnt ihr mal sehen, wie es in einem Kuhstall aussieht.“ Doch damit hatte Evers nicht gerechnet: Beide Jugendlichen kommen aus ländlichen Regionen des Landkreises. Auf einen gemeinsamen Nenner kamen die jungen Umweltschützer, die zu einem anderem Umgang mit dem Thema Fleisch auffordern, nicht. Aber zum Schluss meinte Evers fast schon anerkennend: „Eure Botschaft kommt ja auch an.“

„Wir sollten Verständnis füreinander haben“

Aus Celle war Silke Drögemüller nach Gifhorn gekommen, um sich Fragen der Jugendlichen zu stellen. Sie lud die Gruppe zum Besuch ihres Milchviehbetriebes ein. Sie schilderte auch das Dilemma der Landwirte. „Wir würden ja auf Bio umstellen, aber das kauft aktuell niemand.“

Es ging um Massentierhaltung: Und da wollten auch Landwirte bei der Mahnwache von Fridays for Future Gifhorn mitdiskutieren.

Von Parents for Future Gifhorn war Holger Weber vor Ort. „Wir sollten Verständnis füreinander haben.“ Und irgendwie spiegelte das auch die friedliche Stimmung wider. Jung-Landwirt Steffen Meyer zeigte auf seinem Smartphone Bilder seines mobilen Hühnerstalls. Er biete den Tiere „mehr Komfort“ als er müsse. Landvolk-Chef Klaus-Dieter Böse sah zufrieden auf die miteinander redende Runde: „Es ist wichtig, dass wir miteinander reden.“

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Inzwischen plant Fridays for Future, mit welchen Aktionen sie sich künftig zum Thema Klimaschutz zu Wort melden möchten. Neu ist etwa, dass die Gruppe per Instagram unter dem Motto „Do-it-yourself-Donnerstag“ ökologisch sinnvolle Alltagstipps anbietet.

Fridays for Future feiert Einjähriges

Klar ist auch: Einige Aktionen haben sich etwas abgenutzt, viele Aktionen kosten inzwischen sehr viel Freizeit. Man suche nach neuen Formen, um auf die Umwelt- und Klimaprobleme aufmerksam zu machen. So arbeitet die Gruppe derzeit an einem konkreten Forderungskatalog für Gifhorn. Der soll möglicherweise am Freitag, 13. März, präsentiert werden. Dann begehen die Jugendlichen den ersten Jahrestag ihres Bestehens. Die nächste Fahrrad-Demo, Critical Mass genannt, startet am Freitag, 21. Februar, 17 Uhr an der Flutmulde.

Fridays for Future: Aktionen für den Klimaschutz

Fridays for Future: Weitere Artikel aus der Aller-Zeitung lesen Sie hier.

* 25. Januar, 2020: Gifhorner Demonstranten tanzen für Australien

* 11. Dezember 2019: Am Freitag ist viel los

* 29. November 2019: So lief die Demo in Gifhorn

* 15. November 2019: Parents for Future: So war die Premiere der Fahrraddemo

* 8. November 2019: Sie können auch leise

* 31. Oktober 2019: Premiere: Tauschbörse im Georgshof

* 25. Oktober 2019: So war die Nachmittagspremiere in Gifhorn

* 22. Oktober 2019: Fridays for Future streikt wieder in Gifhorn – dieses Mal am Nachmittag

* 17. Oktober 2019: Mahnwache endet mit neuen Plänen

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* 15. Oktober 2019: So lief der Start der Mahnwache

* 11. Oktober 2019: Deshalb gibt’s nun eine 48-Stunden-Mahnwache

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* 4. Oktober 2019: Fridays-for-Future-Aktivisten packen bei Naturschutz-Aktion im Moor mit an

* 20. Oktober 2019: Fridays for Future setzt in Gifhorn Rekordzeichen für den Klimaschutz

* 18. September 2019: Der Klimakampf der Schüler geht weiter

* 10. September 2019: „Yoga for Future“ auf dem Edeka-Parkplatz

* 16. August 2019: Darum radelt Gifhorn für den Klimaschutz

* 14. August 2019: So geht’s weiter

* 9. August 2019: Gifhorner Klima-Aktivist ist mit dabei

* 13. Juli 2019: Mahnwache: Fridays for Future mischt mit

* 30. Juni 2019: Junge Leute machen auch in den Ferien mobil

* 28. Juni 2019: Laut und deutlich geht es durch die Stadt

* 26. Juni 2019: „Wir streiken, bis ihr handelt“

* 25. Juni 2019: 40 Gifhorner radeln für bessere Radwege

* 18. Juni 2019: Protestaktion: Jugendliche liegen vor dem Ratssaal

* 13. Juni 2019: Das haben Gifhorner Schüler nun vor

* 23. Mai 2019: Klimaschutz-Zeugnisse für Politiker

* 9. Mai 2019: Rad-Demo: Fridays for Future Gifhorn ist dabei

* 24. April 2019: Gifhorner Schüler demonstrieren weiter

* 9. April 2019: Streik in den Osterferien

* 25. März 2019: Großer Schülerstreik für den Klimaschutz

Von Andrea Posselt

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