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Gifhorn Stadt Fridays for Future in Gifhorn: So läuft’s mit der 48-Stunden-Mahnwache
Gifhorn Gifhorn Stadt Fridays for Future in Gifhorn: So läuft’s mit der 48-Stunden-Mahnwache
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19:00 16.10.2019
48-Stunden-Mahnwache von Fridays for Future: Am Mittwoch stand eine Müllsammelaktion auf dem Programm. Quelle: Lea Rebuschat
Gifhorn

Im Netz werden sie für ihre 48-Stunden-Mahnwache von einigen verhöhnt, entmutigen lassen sich die Gifhorner Jugendlichen von Fridays for Future davon aber nicht. Ganz im Gegenteil: „Es kommen auch viele hierher, um uns zu unterstützen“, sagt Jennifer Zauter zur Halbzeit der Aktion. Ohne zusätzliche Helfer ging’s Mittwochnachmittag zum Müll sammeln. Am Schlosssee und im Steinweg gingen neun Jugendliche mit einem Müllkneifer auf Tour.

Ja, die erste Nacht war buchstäblich hart. Auf Isomatten haben einige von ihnen auf dem Boden der Nicolai-Kirche ausgeharrt. Kleiner Wermutstropfen: Von ihrem Ziel, 48 Stunden unter freiem Himmel in Schichteneine Mahnwache zu halten, mussten sie kurzzeitig etwas abweichen. „Es war einfach zu nass-kalt“, sagt Jennifer Zauter. Und trotzdem ziehen sie eine erste positive Zwischenbilanz: „Sogar aus Hannover sind Leute gekommen, um uns zu besuchen. Wir sind sehr zufrieden.“

Sie lassen sich nicht unterkriegen, nicht vom Wetter und nicht von Beschimpfungen im Internet: Fridays for Future Gifhorn hält die 48-Stunden-Mahnwache durch – am Mittwoch unter anderem mit einer Müllsammelaktion.

Am Mittwochmorgen fanden in der Nicolai-Kirche Vorträge statt, nicht nur über Klimaschutz. Ein Vertreter des Bündnisses Bunt statt Braun sprach über Hatespeech und darüber, welche dramatischen Folgen der im Internet ungezügelt verkündete Hass haben kann. Auch ältere Gifhorner lauschten diesem Vortrag. Währenddessen saßen draußen wieder Sympathisanten von Fridays for Future auf dem Mahnwachen-Sofa. In eine Decke gehüllt harrten Natalie (15) und Meike (15) tapfer aus. „Einfach durchhalten“, war ihre Parole.

Keine radikale Aktion in Gifhorn geplant

Bevor zum zweiten Mal Nachtruhe in der Kirche angesagt ist, wollen die Jugendliche noch eine Dokumentation zum Thema Klimawandel und Zukunft der Welt schauen. Am Donnerstagmorgen möchten sich Vertreter von Extinction Rebellion vorstellen. Das sind jene Umweltaktivisten, die in Großstädten wie Berlin den Verkehr zum Erliegen brachten. Inzwischen hat sich auch in Gifhorn eine Gruppe gegründet. Janine Stein gehört dazu. Ihr gefällt der Gedanke, dass man die Menschen aufrütteln muss, „sie im Alltag stören“. Straßen-Blockaden wie in den Großstädten seien in Gifhorn aber nicht geplant. Solche Aktionen konzentrierten sich auf Großstädte.

Jetzt gibt’s auch Parents for Future

Jetzt gibt’s Rückenwind für die Gifhorner Jugendlichen, die sich in der Friday-for-Future-Bewegung für einen radikalen Umschwung beim Klimaschutz einsetzen: Inzwischen haben sich Erwachsene als Parents for Future organisiert. Wer will, kann sich anschließen und beim nächsten Treffen dabei sein.

Lob für die Schüler

Maike Schröder ist selbst Mutter, das Jüngste ist eineinhalb Jahre. „Ich habe eine Verantwortung für ein Kind, das sich noch nicht äußern kann.“ Dass in Gifhorn Schüler genau das tun – und sich lautstark zum Thema Klimawandel äußern, findet sie gut. „Man muss was tun!“, ist auch die Überzeugung von Maike Schröder, Sprecherin der Gruppe. Dass es nun Parents for Future gibt, stärke den Zusammenhalt und stelle das Anliegen auf eine breitere gesellschaftliche Basis. Für die Schüler hat die Erwachsenen-Gruppe nur Lob übrig: „Was die auf die Beine stellen, ist einfach toll.“ Deshalb will sich Parents for Future auch gar nicht einmischen, sondern sich an Demos beteiligen und vielleicht bald eigene Aktionen durchführen. Am Freitag, 25. Oktober, (15 Uhr auf dem Schillerplatz) ist in Gifhorn wieder eine Demo der Schüler, dann zeigen auch die Erwachsenen Flagge und gehen mit ebenso wie beim weltweiten Klimastreik-Tag am 29. November.

Nächstes Treffen

Das nächste Treffen von Parents for Future soll am Montag, 4. November, 19 Uhr, stattfinden. Der Veranstaltungsort wird noch bekannt gegeben.

Von Andrea Posselt

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