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Gifhorn Stadt Von so vielen Baustellen ist der Ostkreis umzingelt
Gifhorn Gifhorn Stadt Von so vielen Baustellen ist der Ostkreis umzingelt
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10:03 12.07.2019
Frust und Geduld: Wer auf der B 188 unterwegs ist, braucht Zeit und starke Nerven. Der Baustellen-Marathon hat den Osten des Landkreises mit Engpässen und Sperrungen auf gleich drei wichtigen Routen praktisch lahm gelegt. Quelle: Sebastian Preuß
Kreis Gifhorn

Staus und Baustellenlärm: Der Osten des Landkreises mit seinen wichtigen Pendlerrouten nach Wolfsburg sieht sich von Baustellen umzingelt. Die stellen sich als wahre Nadelöhre heraus, stellte die AZ bei einer Rundfahrt im Nachmittagsverkehr fest.

Zwei Ampeln innerhalb von 100 Metern

Wann haben die Blitzer in Osloß wohl das letzte Mal rotes Licht gezeigt? Auf der Ortsdurchfahrt stehen die Autos, Lastwagen und Motorräder. Wenn sie fahren, dann rollen sie aus oder kommen gerade in Gang. Innerhalb von 100 Metern sind zwei Ampeln aufgestellt.

„Wir fahren nicht mehr nach Weyhausen zum Einkaufen.“ Das letzte Mal hat der Osloßer Christian Steinmetz 20 Minuten für die Strecke gebraucht. Hat seine Familie schon Lebensmittel gebunkert? Steinmetz lacht. „So weit ist es noch nicht.“ Er hat auch beruflich gut lachen – macht Homeoffice und fährt azyklisch nach Wolfsburg. „Wir werden überleben.“

„Hauptsache, die arbeiten schnell“

„Eine Katastrophe“, sagt Matthias Ludwig, der den MSV Motorradservice in Osloß betreibt und gerade einen mit Anhänger rangierenden Kunden einweist. Er nimmt es dennoch gelassen. „Ich reg’ mich nicht auf, weil es sinnlos ist. Hauptsache, die arbeiten schnell.“

Weiter geht es nach Weyhausen. Auch wir, Fotograf Sebastian Preuß und ich, fahren azyklisch, also gegen den Strom. Es ist kurz vor 16 Uhr. Die Autos derjenigen, die in Richtung Gifhorn fahren wollen, stehen praktisch bis Weyhausen. Auch auf den Seitenstraßen wie der Umgehungsstraße nach Fallersleben und der Kreisstraße aus Bokensdorf kommend stehen die Autos.

Auch noch die Bertrand-Baustelle

Marcus Müller aus Tappenbeck hat gerade getankt. „Wenn ich kann, fahre ich mit dem Fahrrad. Aber ich bin leider meistens auf das Auto angewiesen.“ Wenigstens arbeite er außerhalb der Schichtzeiten. Dennoch sei die Situation sehr anstrengend, zumal in Tappenbeck ja auch noch die Bertrandt-Baustelle ist.

Weiter nach Fallersleben. An der Kreuzung der Tangente ist es ruhig. Offenbar meiden sie viele Fahrer um die Einbahnstraße wissend. Auch aus Richtung Gifhorn kommt gerade nicht viel. Vor der Ampel in Fallersleben stockt es, erst recht vor dem Kreisel bei Sülfeld, an dem die L 292 nach Calberlah abgeriegelt ist. Der Verkehr kommt schon 100 Meter vor der Bahnbrücke zum Erliegen. NDR 2 meldet für die B 188 vier Kilometer Stau, damit reiht sich die Bundesstraße in die Verkehrsfunk-Stars wie A 1, A 2 und A 7 ein.

Stau bis zum Kreisel

Fatma Ari aus Wettmershagen lässt zurzeit die Reifen quietschen. Sonst käme sie vor lauter Verkehr nicht von der Seitenstraße runter. „Manchmal staut sich das bis zum Kreisel.“ Erfahrungen, die auch Nachbar Gerhard Rexhausen macht. „Du kommst kaum über die Straße. Ganz selten, dass mal einer anhält.“ Den Autofahrern macht er kaum Vorwürfe. „Die müssen ja auf diese Strecke.“

Vor der Kanalbrücke bei Edesbüttel stehen zwei wichtige Schilder, die wohl mancher erst jetzt wirklich registriert. Das Bauwerk ist auf 16 Tonnen begrenzt, und Lastwagen müssen mindestens 70 Meter Abstand halten. Es ist kurz nach 17 Uhr. Der Stau vor der Baustellenampel, die die Brücke entlastet, reicht bis in den Ort. Der NDR vermeldet für die B 188 nur noch zwei Kilometer Stau. Die Betroffenen wird es nur wenig trösten.

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