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Gifhorn Stadt Emotionale Debatte über Unkrautvernichter-Verbot
Gifhorn Gifhorn Stadt Emotionale Debatte über Unkrautvernichter-Verbot
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15:07 26.03.2019
Gifhorn: Der Stadtrat hat beschlossen, den Einsatz von Glyphosat auf städtischen Flächen, die land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden, zu verbieten. Quelle: dpa
Gifhorn

Wie auch schon 2018 konnte sich die SPD nicht mit ihrem Antrag durchsetzen, der auf ein generelles Verbot von chemischen Unkrautvernichtern abzielte. „Da werden Äcker und Felder totgesprüht, die sich direkt neben Kinderspielplätzen, Bolzplätzen oder Bächen befinden“, hatte SPD-Ratsfrau Nicole Rudbach den Rat vergeblich darum gebeten, der SPD-Linie zu Folgen. „Wir sprechen hier lediglich über 50 Hektar –wir könnten als Stadt mit dieser Entscheidung ein Zeichen setzen und einen Umdenkungsprozess herbei führen“, sagte sie.

CDU gegen generelles Unkrautvernichter-Verbot

CDU-Chef Thomas Reuter wollte den Weg eines generellen Verbotes nicht mitgehen. Es sei falsch, alle Unkrautvernichter zu dämonisieren und als Hexenwerk zu bezeichnen. Konventionelle Landwirtschaft wäre ohne den Einsatz von Unkrautvernichtern nicht machbar, rein biologische Landwirtschaft würde zur Versorgung der Bevölkerung nicht ausreichen, befand Reuter. Die CDU-Fraktion werde darum von dem im Ausschuss erarbeiteten Kompromissvorschlag nicht abweichen. „Die Menschen werden mit emotionalen Ängsten auf die Bäume getrieben“, lehnte CDU-Ratsfrau Ingrid Pahlmann auch ein Glyphosat-Verbot ab.

Grüne werben mit Vorbildcharakter

Anders sahen es die Grünen. „Es gelte das Vorsorgeprinzip“, unterstrich Fraktionschefin Nicole Wockenfuß die Bedeutung eines generellen Verbotes von Unkrautvernichtern für Pächter von städtischen und land- sowie forstwirtschaftlich genutzten Flächen. Ein Beschluss in diese Richtung hätte Vorbildcharakter, warb sie ebenfalls vergeblich um Zustimmung.

„Bio ist leider nicht die Realität“

„Wir können sagen, dass wir keine Chemie mehr wollen – aber das ist unehrlich“, hielt auch AfD-Chef Stefan Marzischewski-Drewes ein generelles Verbot für nicht umsetzbar. „Bio ist leider nicht die Realität“, warnte er davor, ein Schreckensbild zu zeichnen und die konventionelle Landwirtschaft zu verteufeln.

„Wir sollten nicht so tun, als würden wir hier und heute die Welt retten können“, verwies Jürgen Völke (ULG) auf eine guten Kompromiss, der im Ausschuss gefunden worden sei.

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