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Gifhorn Stadt EU sagt Plastikflut den Kampf an: Aber was sind die Alternativen?
Gifhorn Gifhorn Stadt EU sagt Plastikflut den Kampf an: Aber was sind die Alternativen?
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06:00 26.07.2019
In gelben Säcken wird Plastik entsorgt. Doch leider gelangen große Mengen trotzdem in die Umwelt. Quelle: DANA
Peine/Gifhorm/Wolfsburg

Es ist so schön praktisch: Wenn man sich den Abwasch sparen will oder einfach nicht so viele Teller hat, wie Gäste eingeladen sind, kann man fix zu Einweggeschirr greifen. Becher, Teller und Besteck aus Kunststoff sind recht günstig zu haben, und nach der Party ist schnell wieder aufgeräumt. Doch der Preis für die Umwelt ist hoch: Die Berge an Kunststoffabfällen sind riesig, und mikroskopisch kleine Partikel finden sich mittlerweile fast überall, und insbesondere die Meere sind stark vermüllt.

EU hat Verbot beschlossen

Um die Plastikflut einzudämmen, hat die EU beschlossen, Einweggeschirr und einige andere Dinge –darunter Strohhalme, Stäbe für Luftballons und Wattestäbchen – aus Plastik und auch Styropor zu verbieten. Dabei waren sich die Politiker recht einig: 560 Abgeordnete stimmten am 18. Dezember 2018 für das Verbot von Einwegprodukten aus Plastik, 35 waren dagegen, 28 enthielten sich.

Ab 2021 soll die neue Regelung gelten. Sie betrifft zunächst nur Produkte, für die es bereits Alternativen gibt. Dazu gehören Plastikteller und -besteck, aber auch Behälter und Becher aus aufgeschäumten Polystyrol. Auch mit Plastikflaschen beschäftigt sich die Verordnung: Bis 2025 müssen neu verkaufte Flaschen aus Kunststoff zu mindestens einem Viertel aus recyceltem Material bestehen. Bis 2029 ist dafür zu sorgen, dass mindestens neun von zehn Plastikflaschen getrennt gesammelt und recycelt werden.

Ideal: Auf Einweg-Produkte verzichten

Am besten wäre es natürlich, auf Einweg-Produkte komplett zu verzichten. Doch das ist mitunter leichter gesagt als getan, denn Speisen zum Mitnehmen sind mittlerweile fester Bestandteil im Leben vieler Menschen. Mittlerweile wird biokompatibler Kunststoff (PLA) angeboten, doch hier sind Umweltexperten skeptisch. „Unabhängig vom eingesetzten Rohstoff ist die Herstellung von Kunststoffen sehr ressourcen- und energieintensiv“, heißt es beispielsweise in einer Stellungnahme der Deutschen Umwelthilfe.

Bio-Kunststoffe sind keine Alternative

Zudem gibt es Zweifel, ob die Kompostierung dieser Kunststoffe überhaupt sinnvoll ist, denn „es entstehen keine wertgebenden Kompostbestandteile wie Nährstoffe und Mineralien oder bodenverbessernder Humus, sondern ausschließlich Kohlendioxid und Wasser“, heißt es in einem Infoschreiben des Umweltbundesamtes. Zudem werden sie im heimischen Kompost oder gar in der Natur nur sehr langsam abgebaut, heißt es von der Verbraucherzentrale. Laut Umweltbundesamt ist die Ökobilanz von solchen „Agro-Kunststoffen“ bislang nicht besser als die von Kunststoffen aus Erdöl.

Und noch ein Problem stellt sich in diesem Zusammenhang: Die abbaubaren Kunststoffe lassen sich nur schwer von den herkömmlichen unterscheiden. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) befürchtet daher, dass es zu „erhöhten Fehlwürfen und damit einhergehende Verunreinigungen der Bio-Tonne“ kommen kann.

Alternativen oft nur scheinbar besser

Bleibt also der Blick zu Alternativen zum Kunststoff. Beispiele sind die Behälter aus Meeresalgen, auf die die Schnellrestaurantkette Nordsee ab 2020 setzt und die man mitessen oder nach dem Genuss des Inhalts kompostieren kann. Industrie und Wissenschaft arbeiten derzeit an verschiedenen Verpackungsmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen. Maisstärke, Zuckerrohrfasern, Kaffeesatz oder Gras werden getestet. Die Verbraucherzentrale bezweifelt jedoch, ob das tatsächlich Alternativen sind, denn die Herstellung sei in allen Fällen aufwendig.

„Leider gibt es nicht für jede Anwendung eine ökologisch bessere oder bequeme Alternative“, macht die Verbraucherzentrale deutlich. Wenn man Plastik einfach durch Papier ersetzt, werde der Druck auf die Wälder erhöht. Und die vielen Kunststoffbauteile in Autos hätten dazu beigetragen, dass die Autos leichter werden und somit weniger Benzin verbrauchen.

Tipps, wo unnötige Wegwerfprodukte vermieden werden können.

Ein Leben ganz ohne Plastik ist demnach keine Lösung – „aber die vielen Wegwerfartikel und Verpackungen aus Plastik kann jeder vermeiden“.

Von Kerstin Wosnitza

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