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Gifhorn Stadt Drei Jahre in der Wohngruppe: Max (20) blickt optimistisch in die Zukunft
Gifhorn Gifhorn Stadt Drei Jahre in der Wohngruppe: Max (20) blickt optimistisch in die Zukunft
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08:27 17.09.2019
Eine schöne Erfolgsgeschichte: Dirk Poppinga im Gespräch mit Max. Quelle: Roland Hermstein
Wolfsburg

Er stand nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens, aber Max (20) geht mittlerweile seinen Weg. Seit drei Jahren lebt er in einer Wohngruppe des Diakonischen Werkes, hat die Oberschule in Westhagen abgeschlossen und will 2020 eine berufsvorbereitende Maßnahme beim Regionalen Rehadienst Lavie in Königslutter beginnen.

Praktikum im Bereich der Hauswirtschaft

Bis es so weit ist, will Max etwas Sinnvolles machen. Ein Praktikum im Bereich der Hauswirtschaft in einem Altenpflegeheim der Diakonie ist geplant. Die Bewerbung ist schon fertig. „Struktur im Leben zu haben ist wichtig“, sagt der junge Mann. Die hatte er zu Hause nicht. Die Eltern sind geschieden, Max lebte bei seiner Mutter. Regeln gab es dort kaum. In der Grundschule war Max „wenig motiviert“, wie er selbst zugibt.

Wohngruppe in Vorsfelde

Seiner Schulbegleiterin fiel irgendwann auf, das Max zu dünn war, zu wenig aß und Probleme mit der Körperhygiene hatte. Das Jugendamt griff ein und sorgte dafür, dass Max in eine Wohngruppe in Vorsfelde kam. Der 20-Jährige fühlt sich dort wohl – und hofft, dass er dort noch einige Zeit bleiben kann, obwohl er bereits volljährig ist: „Ich möchte noch selbstständiger werden, um dann in eine eigene Wohnung zu ziehen.“

Leidenschaft fürs Kochen entdeckt

Wäsche waschen, Lebensmittel für das gemeinsame Essen einkaufen, kochen, Zimmer aufräumen – für all diese Dinge und noch mehr sind die Bewohner der Wohngruppe selbst zuständig. Betreuer unterstützen, wenn es nötig ist. „So lernen wir, selbstständig zu werden“, erklärt Max. Er hat in der Wohngruppe seine Leidenschaft fürs Kochen entdeckt. Für seine Berufsvorbereitung wählte er deshalb den Schwerpunkt Hauswirtschaft.

Der junge Wolfsburger geht jetzt seinen Weg

Max hat in der Wohngruppe noch viel mehr gelernt. Zum Beispiel: zu reden, wenn es Probleme gibt, und gemeinsam eine Lösung zu finden. Mit einem Mitbewohner der Wohngruppe gab es mal Stress. Max wurde gehänselt - zerbrach aber nicht daran. Auch in der Schule hatte er es nicht einfach. Niemand traute ihm etwas zu, doch die Pädagogen der Diakonie glaubten an ihn – und der junge Wolfsburger geht jetzt seinen Weg. Eine kleine Erfolgsgeschichte, das findet auch Dirk Poppinga, stellvertretender Leiter von „Hilfen zur Erziehung“ bei der Diakonie. „Max macht so viel gut“, lobt er.

Dem YouTube-Star „Chaosflo44“ mal persönlich die Hand schütteln

Max wohnt zwar in der Wohngruppe, der Kontakt zu den Eltern ist trotzdem nicht abgerissen. Jedes zweite Wochenende trifft er sich mit ihnen. Ansonsten mag er gern Pokemon-Figuren, malt sehr schöne Bilder und spielt gern Computerspiele – aber nicht übermäßig viel. Das sei nicht gesund, betont Max. Seine großen Wünsche für die Zukunft: Den YouTube-Star „Chaosflo44“ mal persönlich die Hand schütteln und die Gamescom in Köln besuchen. Letzteres könnte vielleicht schon 2020 klappen –Dirk Poppinga will dabei helfen.

Das sind die Angebote in Gifhorn

Auch im Landkreis Gifhorn gibt es Unterstützung, wenn das Wohl der Kinder in Gefahr ist. Für solche Fälle gibt es 17 verschiedene Träger mit insgesamt 69 Einrichtungen und 266 Plätzen. Sie bieten teilstationäre und stationäre Hilfen an. Dazu zählt die Inobhutnahme, die Wohngruppen mit 30 Einrichtungen, Familienwohngruppen mit neun Einrichtungen, 17 Erziehungsstellen, zehn mobile Betreuungsstellen und zwei Tagesgruppen.

Von Sylvia Telge

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