Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Gifhorn Stadt „Drache Kokosnuss“-Erfinder Ingo Siegner liest online für Kinder
Gifhorn Gifhorn Stadt „Drache Kokosnuss“-Erfinder Ingo Siegner liest online für Kinder
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
10:07 20.03.2020
Der Band „Der Kleine Drache Kokosnuss und der Zauberschüler“ wird komplett vom Autoren selbst eringelesen – jeden Tag gibt es ein Video. Quelle: Ingo Siegner
Anzeige
Wolfsburg/Gifhorn/Peine

Vielleicht hat es mit Ingo Siegners untrüglichem Gespür für Themen zu tun, dass der neueste Band seines Kinderbuch-Bestsellers „Der kleine Drache Kokosnuss“ ausgerechnet im fernen China spielt, jenem Land also, in dem das Corona-Virus ausbrach. Im Mai soll das Abenteuer mit dem kleinen Kokosnuss, dem mit ihm befreundeten Stachelschwein Matilda und dem furchterregenden Drachen Long Long im cbj-Verlag bei Random House erscheinen.

Mit der Lungenkrankheit, die derzeit die Welt in Angst und Schrecken versetzt, hat das Bilderbuch aber rein gar nichts zu tun. Noch bevor es von Covid19 im Dezember 2019 die ersten Meldungen aus China gab, war die Konzeption, die Geschichte fertig. Siegner hatte sich schlicht von dem oft so „mächtig, geheimnisvoll, gefährlich, aber auch kultiviert“ wirkenden Vielvölkerstaat inspiriert gefühlt, seinen kleinen Helden einmal dorthin reisen zu lassen.

Anzeige

Corona-Virus lässt auch Siegner nicht unberührt

Die Auswirkungen des Corona-Virus lassen aber auch den 55-jährigen Kinderbuchautor nicht unberührt. Jeden Tag schaue er von seinem Fenster aus auf einen großen Spielplatz, sagt der Mann, der in einer schönen Altbauwohnung im hannoverschen Stadtteil List lebt.

Morgens sehe er dort normalerweise Mütter mit ihren Babys sitzen, mittags Schulkinder, abends schaue er leidenschaftlichen Hobbyfussballern beim Kicken zu. Seit dem Spielplatzverbot der Stadt sei der Platz so gut wie leer. „Selbst wenn die Kinder zurzeit noch raus dürfen, können sie nicht so unbeschwert spielen wie sonst“, sagt Siegner. Weil die Stadt, in der er lebt, sich im Ausnahmezustand befindet, und weil er den Kindern in dieser seltsamen Zeit eine „schöne Abwechslung“ bieten will, liest Siegner ihnen künftig täglich kostenlos etwas vor – als Video ist das online zu verfolgen.

Der Band „Der Kleine Drache Kokosnuss und der Zauberschüler“, den Siegner besonders liebt, weil es so turbulent darin zugeht, wird komplett zu hören sein. Aber auch Auszüge aus seinen Büchern Eliot und Isabella im Finsterwald aus dem Verlag Beltz & Gelberg und aus dem in Hannover spielenden Erdmännchen-Abenteuer „Gustav vor, noch ein Tor“ (Verlag Leuenhagen & Paris) wird es geben.

Solidarität, Hilfe, nicht nur die des Staates, sondern die aller, sind dem Mann aus Hannover wichtig, der im Bilderbuchbereich eine atemberaubende Karriere hingelegt hat.

Gesamtauflage: 9 Millionen Exemplare

2002 erstmals unter dem schlichten „Der kleine Drache Kokosnuss – Vorlese-Bilderbuch“ erschienen, hat Ingo Siegners Kinderbuchbestseller mittlerweile allein in Deutschland eine Gesamtauflage von neun Millionen Exemplaren erreicht. Die Bücher erscheinen seinen Angaben zufolge in mehr als 20 Ländern, darunter Italien, Spanien, Griechenland, Türkei.

Wer es sich wirtschaftlich leisten könne, solle sich überlegen, ob er jetzt anderen Überbrückungshilfe leisten könne, appelliert er. Gerade für Künstler und Kleinveranstalter könnten die kommenden Wochen den Ruin bedeuten. Wer beispielsweise Bücher kaufen wolle, sollte dies über die örtlichen Buchhändler tun, über deren Internetportale oder in Zeiten von Corona eingerichtete Lieferdienste.

An Siegners eigenem Alltag ändert sich zur Zeit nicht so viel. Er arbeite sowieso zu Hause aus, gehe viel spazieren und fahre Rad. Das gehe auch weiterhin. Mehr Zeit bleibt jetzt wohl auch für ein neues Abenteuer seiner Rattenkinder Eliot und Isabella. „Eliot und Isabella in den Räuberbergen“ soll im August erscheinen. Denn auch Siegner schränkt in diesen Tagen seine sozialen Kontakte ein: „Das halte ich für nötig, damit die Ausbreitung des Virus verzögert und das Gesundheitssystem funktionsfähig gehalten wird“, sagt der 55-Jährige.

Von Jutta Rinas

Anzeige