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Gifhorn Stadt So will Doris Schröder-Köpf bei der Integration was bewegen
Gifhorn Gifhorn Stadt So will Doris Schröder-Köpf bei der Integration was bewegen
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17:16 30.04.2019
Sprach über ihre Erfahrungen als ehreamtliche Beauftragte für Migration und Teilhabe: Doris Schröder-Köpf war zu Gast im Café Aller. Quelle: Sebastian Preuß
Gifhorn

Ambitionen auf den Posten der Bundeskanzlerin hat sie nicht, aber verändern und bewegen will sie etwas: Doris Schröder-Köpf, SPD-Landtagsabgeordnete und ehrenamtliche niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, saß am Montagabend auf dem Roten Sofa im Café Aller und sprach mit Pastoralreferent Martin Wrasmann und ihrem Landtagskollegen Philipp Raulfs über Strukturen, die verändert werden müssen, über Begegnungen, die Ängste abbauen, und über Regeln, die eingehalten werden müssen.

Bisher nur Lippenbekenntnisse

Seit 2015 wird in Deutschland von einem Ein- oder Zuwanderungsgesetz geredet, „aber bislang sind das nur Lippenbekenntnisse“ stellte Wrasmann fest. „Deutschland ist eines der größten Einwanderungsländer der Welt, jenseits der Flüchtlinge, die jetzt kommen“, stellte Schröder-Köpf fest und betonte: „Ich halte es für menschlich anständig und volkswirtschaftlich sinnvoll, dass wir Geflüchtete, die gut integriert sind und einen Arbeitsplatz haben, statt nach dem Asylrecht nach einem Zuwanderungsrecht behandeln.“ Außerdem müsse das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) einem neu zu schaffenden Ministerium für Integration und Demografie zugeordnet werden – „es gab immer Ministerien für aktuelle Themen wie das Ministerium für innerdeutsche Angelegenheiten oder das Post-Ministerium: Wenn sie nicht mehr benötigt wurden, wurden sie wieder abgeschafft“. Aber die Zuordnung von Asylfragen zum Innenministerium „als einem Sicherheitsministerium“ halte sie für völlig unpassend.

Vor Gott ist jedes Leben gleich viel wert

Leidenschaftlich wurde die Sozialdemokratin, als es um die jüngst publizierte Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung ging, die eine Zunahme von antiislamischen und antisemitischen Tendenzen in der Gesellschaft konstatiert hat. „Neun bis zehn Prozent der Befragten haben sogar gesagt, dass es Leben gibt, das weniger wert ist als anderes“, empörte sie sich. „Das ist erschütternd! Als Katholikin sage ich: Vor Gott ist jedes Leben gleich viel wert.“ Sie könne verstehen, dass Menschen Angst vor dem Unbekannten haben. Sie glaube an das Gute in fast allen Menschen und daran, dass menschliche Begegnung – „wie sie hier im Café stattfindet“ – Ängste abbaue. „Wir müssen aber auch die Interessen der hier Lebenden wahr- und ernstnehmen.“ Wichtig sei, und das gelte für alle gleich, dass Hausordnungen eingehalten werden, im Kleinen wie im Großen. „Die Hausordnung der Bundesrepublik ist das Grundgesetz, und an das müssen sich alle halten“, so Schröder-Köpf.

Frage nach den Mutmachern

Auf die Frage nach ihren Mutmachern verwies Doris Schröder-Köpf auf langjährige Erfahrungen Niedersachsens mit Integration: Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg, Gastarbeiter, Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien, Russlanddeutsche, „und wir haben es immer geschafft, sie zu integrieren. Wir werden es auch jetzt schaffen.“ Gifhorn attestierte sie, dass die etwa 200 Ehrenamtliche, die sich hier für Integration einsetzen, „die Stadt zu einem tolleren Ort machen – und in ein paar Jahren werden die aktuellen Probleme überwunden sein. Davon bin ich überzeugt.“

Von Christina Rudert

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