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Gifhorn Stadt Der graue Bus: Euthanasie-Ausstellung an der BBS I
Gifhorn Gifhorn Stadt Der graue Bus: Euthanasie-Ausstellung an der BBS I
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17:57 26.09.2019
Der graue Bus: Eine Ausstellung zum Euthanasie-Programm der Nationalsozialisten war an der Gifhorner BBS I zu sehen. Quelle: Torben Niehs
Gifhorn

80 Gramm Steckrüben und ein kleines Stück trockenes Brot symbolisieren den qualvollen Tod, den etwa 300 000 Menschen durch das Euthanasie-Programm der Nationalsozialisten starben. Sie sind Teil der Ausstellung „Der graue Bus“, die drei Wochen lang an der Gifhorner BBS I zu sehen war – und dort Schüler und Lehrer nachhaltig beeindruckt hat.

Schüler beschäftigen sich mit Opfern

„Kranke Menschen sollten angeblich geheilt werden, sie wurden aber umgebracht. Das ist erschreckend“, sagte Schülerin Esther Kugel. Zusammen mit ihren Klassenkameraden Michelle Dang und Ilja Rakhman aus dem Grundkurs Geschichte des zwölften Jahrgangs hat sie sich am Donnerstag mit dem Schicksal des Euthanasie-Opfers Theodor Kynast befasst. Dieser wurde mit der Diagnose Schizophrenie in die Klinik Christophbad eingeliefert, später verlegt und dann ermordet. Die Todesursache laut Sterbeurkunde: Lungentuberkulose und Blutsturz.

Der graue Bus als Symbol

Ein Schicksal stellvertretend für viele, die in der Ausstellung dargestellt werden. Der graue Bus ist dabei genauso ein Symbol wie die winzige Portion Steckrüben. Denn mit grauen Bussen wurden die Menschen in die Euthanasie-Kliniken gebracht – um dort teilweise elendig zu verhungern, obwohl ihnen doch Heilung versprochen wurde. Als Euthanasie (Aktion T4) wird die systematische Ermordung von psychisch kranken oder behinderten Menschen durch die Nationalsozialisten bezeichnet.

Euthanasie war ganz nah

Etwa 40 BBS-Klassen haben sich die Ausstellung in den vergangenen Wochen angesehen. Auch im Unterricht wurde das Thema behandelt. Für viele überraschend: Euthanasie war ganz nah, etwa in Königslutter oder Braunschweig. „Die Schüler stellen so Verknüpfungen her, wenn sie Orte wiedererkennen, und erleben das Thema viel intensiver“, sagt Claudia Gillmeister, Teamleiterin Geschichte an der BBS I.

Nachdenkliche Schüler

Wann ist ein Leben lebenswert? Und wer entscheidet darüber? Das sind Fragen, die hinter der Euthanasie stehen und mit denen sich auch die BBS-Schüler beschäftigt haben. „Oft konnten Bezüge zur eigenen Ausbildung hergestellt werden“, sagt Lehrerin Wiebke Jäschke. Etwa bei den Pflegeschülern und Gesprächen über Sterbehilfe. „Die Schüler waren sehr nachdenklich“, berichtet Jäschke.

Von Christian Albroscheit

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