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Gifhorn Stadt Amerikanische Faulbrut: Das befürchten die Imker in der Region
Gifhorn Gifhorn Stadt Amerikanische Faulbrut: Das befürchten die Imker in der Region
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10:11 12.07.2019
Imkern im Sperrbezirk: Drei Bienenvölker von Volker Schlordt aus Isenbüttel müssen bis auf Weiteres an ihrem Platz bleiben. Sie werden auf Amerikanische Faulbrut kontrolliert. Quelle: Cagla Canidar
Isenbüttel

Seit fast zehn Jahren ist Volker Schlordt Hobbyimker. Zum ersten Mal ist die Amerikanische Faulbrut ein Thema für den Isenbütteler. Drei seiner mehr als 60 Völker sind in einem Sperrgebiet bei ihm zuhause in Isenbüttel. Ob sie sich infiziert haben, steht noch nicht fest. Dennoch muss Schlordt schon mit ersten Einschränkungen klar kommen.

„Die Bienen müssen dort so lange stehen bleiben, bis das Sperrgebiet aufgehoben ist“, sagt Schlordt. In ein anderes Gebiet bringen oder verkaufen ist bei diesen drei Völkern somit tabu. Aber damit kann Schlordt leben.

Seuchenberater Torben Meyer war schon bei Schlordt zu Besuch und hat Proben vom Futterkranz der Bienen genommen. Etwa zwei bis drei Esslöffel voll Honig mit Wachs gehen zur Untersuchung, ob sie Faulbruterreger haben. Jetzt heißt es für Schlordt warten und hoffen.

Seuchenberater hat alle Hände voll zu tun

Meyer hat derweil gut zu tun. Jedes Wochenende ist der ehrenamtliche Seuchenberater im Südkreis unterwegs. An seinen Privatwagen kuppelt er seinen Anhänger voll mit vom Landkreis gestellten Equipment. Dampfwachsschmelzer, Auffangschalen, Desinfektionswanne mit großem Brenner und Schutzklamotten. Für sein anderes Hobby Tanzssport habe er jetzt etwas weniger Zeit. „Es ploppt gerade überall auf“, sagt er über die Einsatzzahlen rund um die Amerikanische Faulbrut.

Sollte die Probe aus Schlordts Bienenwohnungen positiv sein, wird Meyer wieder bei Schlordt vorfahren und jede Menge Utensilien des Imkers zur Feuerwehrtechnischen Zentrale bringen – zur Sanierung. „Der Aufwand wäre immens“, weiß Schlordt, was auf ihn zukäme. Wenigstens wäre es für seine Tiere kein Todesurteil mehr. Sie selbst müssten nur zwei Tage in die Hungerkur und dann in saubere „Wohnungen“ umziehen.

„Es ist arbeitsintensiv“, sagt auch Meyer. Die bisherigen Wohnungen und alles, was sonst noch mit den betroffenen Bienen zu tun hatte, müssen gründlich gereinigt und desinfiziert werden: Wachs ausschmelzen und sämtliches Material desinfizieren. Schlordt vermag nicht einzuschätzen, wie lange so etwas dauern würde. Für ein Volk „ein halber Tag bestimmt“.

„Faulbrut will ich nicht haben“, steht für Schlordt deshalb fest. Nicht allein wegen des Aufwandes. Es würde auch Einnahmeverluste bedeuten. Die betroffenen Völker würden nicht mehr produzieren, sondern er müsste sie durchfüttern.

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