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Gifhorn Stadt Darum leiden die Tiere unter Trockenheit
Gifhorn Gifhorn Stadt Darum leiden die Tiere unter Trockenheit
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00:27 29.06.2019
Hitzewelle im Kreis Gifhorn: Selbst Schildkröten ist es jetzt zu mollig. Quelle: Cagla Canidar
Gifhorn

Droht wilden Tieren im Kreis Gifhorn erneut ein Sommer des Durstes? Viele Arten leiden bereits jetzt wieder unter Hitze und Trockenheit. Andere erweisen sich als echte Überlebenskünstler.

Ernst-Dieter Meinecke, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Gifhorn, ist ein erfahrener Jäger – und staunt doch immer wieder über die Intelligenz der Wildschweine. Die wüssten, wo sie in diesen Tagen eine Erfrischung bekommen. „Das Schwarzwild ist mit der Beregnung mitgegangen.“ Die Sauen suhlten sich und wühlten überall dort, wo der künstliche Regen die Äcker schön nass gemacht hat.

Viele andere Tierarten – zum Beispiel die im Vergleich zu den Schweinen eher standorttreuen Rehe und Hirsche – suchten schattige Plätze auf, sagt Meinecke. Doch bei extremen Wetterlagen reicht das nicht immer. Im vorigen Jahr hätten einige Revierinhaber künstliche Tränken aufgestellt. „Die wurden gut angenommen.“

Nicht nur Durst: Schwalbennester fallen von der Wand

Vögel haben es da schwerer, sagt nicht nur Meinecke. Bärbel Rogoschik vom Artenschutzzentrum sieht besonders jene in Gefahr, die im Dachboden brüten – also Schwalben und Mauersegler, aber auch die Säugetiere Fledermäuse. Das Problem sei nicht allein der Durst der Tiere. „Die Schwalbennester werden so trocken, dass sie runterfallen.“ In die Tiefe stürzten auch die Mauersegler-Jungen vor Hitze-Erschöpfung unter der Dachpfanne. Das werde in diesen Tagen wohl häufiger passieren – fatal für die sowieso schon selten gewordenen Mauersegler.

Auch die Wasserwelt leide unter der Hitze, sagt Rogoschik. Kaulquappen trockneten aus, Fische litten unter einer schlechten Sauerstoffbilanz im Wasser. Die Nabu-Fachfrau rät Gartenbesitzern mit Teichen, eine Pumpe reinzuhalten. Sie beobachte auch durchaus andere für wilde Tiere nützliche Eigeninitiativen. Zum Beispiel besprühen einige Hausbesitzer ihre Dächer, um so für Verdunstungskühlung zu sorgen.

Gartenbesitzer können Tieren helfen

Rogoschik bittet Gartenbesitzer darüber hinaus, Wasserschalen für Vögel aufzustellen. Und sie appelliert an Erholungssuchende, Fließgewässer und Baggerseen den Tieren zu überlassen. „Ich kann es nachvollziehen, dass nicht alle in voll besetzte Freibäder gehen wollen.“ Und dass Kanuten gern über die Fließgewässer wandern. Doch diese seien jetzt als Rückzugsorte für die wilden Tiere wichtiger denn je. Das Viehmoor gleich nebenan beim Artenschutzzentrum in Leiferde sei völlig ausgetrocknet. Und wo sonst in den Wäldern Tümpel sind, gebe es nur noch Pfützen, „in denen gerade mal eine Amsel baden kann“.

Selbst den Schildkröten im Nabu-Artenschutzzentrum ist es laut Rogoschik viel zu heiß. „Wir haben unser Gewächshaus beschattet.“

Von Dirk Reitmeister

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