Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Gifhorn Stadt Darum ist der Landkreis Gifhorn sehr sicher
Gifhorn Gifhorn Stadt Darum ist der Landkreis Gifhorn sehr sicher
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:36 19.03.2019
Präsentierten die Kriminalstatistik für 2018: Kripo-Analysefachmann Andreas Sosniak (v.l.), Gifhorns stellvertretender Polizei-Chef Christian Engel und der stellvertretende Kripo-Chef Andreas Krenz. Quelle: Cagla Canidar
Anzeige
Gifhorn

„Wir rangieren in Niedersachsen auf dem vierten Platz und liegen innerhalb der Polizeidirektion Braunschweig sogar auf Rang zwei“, freute sich Kripo-Analysefachmann Andreas Sosniak über die positive Entwicklung. Gemeinsam mit dem stellvertretenden Kripo-Chef Andreas Krenz und dem stellvertretenden Inspektionsleiter Christian Engel erläuterte er die Statistik-Daten.

Im Jahr 2018 seien mit 6889 Taten 202 Straftaten weniger als im Vorjahr registriert worden, so Sosniak. „Das entspricht einem Minus von 2,85 Prozent“, führte der Experte aus. Innerhalb der Polizeidirektion Braunschweig sei die Anzahl der Straftaten um 0,97 Prozent gesunken, im gesamten Land Niedersachsen habe es 3,71 Prozent weniger Taten gegeben. Die Fallzahlen seien im Landkreis zum achten Mal in Folge unter die „Neuntausender-Marke“ gefallen.

Anzeige
Kriminalstatistik 2018 liegt vor: Der Landkreis Gifhorn gehört zu den sichersten im Land. Quelle: dpa

Gifhorns Polizei leistete auch bei der Ermittlung der Täter im vergangenen Jahr eine hervorragende Arbeit: 4420 Straftaten wurde aufgeklärt. „Das entspricht einer Aufklärungsquote von 64,16 Prozent – die Quote liegt damit 1,53 Prozent über dem Wert des Jahres 2017“, sagte Sosniak.

„Die Aufklärungsquote ist auf dem zweithöchsten Niveau der letzten 19 Jahre“, zeigte sich Sosniak zufrieden. Die Quote liege erneut über dem Landesschnitt und dem Wert der Polizeidirektion Braunschweig.

Auch die so genannte Häufigkeitszahl (registrierte Taten pro 100.000 Einwohner) sei von 4085 auf 3935 Straftaten gesunken und habe einen Tiefstwert der letzten zwölf Jahre erreicht.

Wenig verändert hat sich 2018 bei der Straftatenverteilung: 2839 Taten (41 Prozent) ereigneten sich in Gifhorn. Auf Platz zwei dieser regionalen „Rangliste“ rangieren das Polizeikommissariat Meine (700 Taten, zehn Prozent) und das Kommissariat Meinersen (685 Taten, zehn Prozent). Mit 554 Taten und acht Prozent landet Wesendorf vor Isenbüttel (409 Taten, sechs Prozent) auf dem dritten Platz.

Zahl der Wohnungseinbrüche steigt um 81 Prozent

Mehr Einbrüche im Landkreis Gifhorn: Von 2017 auf 2018 sind die Fallzahlen um 160 auf 357 Taten gestiegen – eine Zunahme von mehr als 81 Prozent. Während die Gesamtzahl der Straftaten im Sinkflug ist, bereitet dieses Deliktfeld der Polizei große Sorgen.

Wohnungseinbrüche im Kreis Gifhorn: Im Jahr 2018 hat die Polizei 15,41 Prozent der Taten aufgeklärt. Quelle: dpa

„Aufgeklärt wurden im vergangenen Jahr 55 Fälle – was einer Aufklärungsquote von 15,41 Prozent entspricht“, erläuterte Analyse-Experte Andreas Sosniak. Der Polizei sei es gelungen, 57 Tatverdächtige zu ermitteln. Von diesen waren 31 (54 Prozent) deutscher Nationalität, 26 (46 Prozent) nicht-deutscher Nationalität, 24 Tatverdächtige (42) stammten aus dem Landkreis Gifhorn. 33 Tatverdächtige (58 Prozent) seien überörtlicher Herkunft und gehörten zum Teil Banden an, die über die Kreisgrenzen hinaus agierten, ging Sosniak auf die schwierige Arbeit der Ermittler ein.

131 der 357 Taten seien über das Versuchsstadium nicht hinaus gekommen. Die Einbrecher wurden gestört, scheiterten an Sicherungseinrichtungen und flüchteten.

Brennpunkte beim Einbruchsdiebstahl aus Wohnungen seien 2018 die Stadt Gifhorn (106 Taten, 29,7 Prozent), die Samtgemeinde Papenteich (55) und die Samtgemeinde Isenbüttel (41 Taten) gewesen.

Ähnlich wie bei den Tötungsdelikten verweist Gifhorns Kripo darauf, dass der Anstieg der Taten auch darauf zurückzuführen sei, dass viele Fälle aus dem Vorjahr erst 2018 „ausermittelt“ werden konnten. Tatsächlich habe die Zahl der Einbrüche 2018 bei 268 Fällen gelegen. Verglichen mit 174 Einbrüchen im Jahr 2014 ist auch diese Zahl noch immer sehr hoch.

Die Bekämpfung der Wohnungseinbrüche gehöre damit auch zukünftig zu den Schwerpunkten und Kernaufgaben der Gifhorner Polizei.

Immer mehr Rohheitsdelikte

Entgegen dem rückläufigen Trend bei der Gesamtzahl der Straftaten gibt es bei den Sexualdelikten einen Anstieg. Stellvertretender Kripo-Chef Andreas Krenz führt diese Entwicklung auf ein „geändertes Anzeigeverhalten“ zurück. Insbesondere Frauen würden öfter den Weg zur Polizei finden.

Gewalttaten: Laut Polizei gab es 2018 einen Anstieg bei Sexualdelikten, Tötungsdelikten, Körperverletzung, Raub, Stalking und Bedrohung. Quelle: dpa

Die Zahl der Delikte sei nach einem relativ gleichbleibenden Niveau in den Vorjahren bereits 2017 leicht um zwölf auf 81 Delikte gestiegen. Dieser Trend habe sich 2018 mit einem Anstieg um 33 Fälle auf 114 Taten fortgesetzt. Dazu gehörten Vergewaltigung (gleichbleibend bei 15 Fällen), sexuelle Nötigung (acht Fälle, plus zwei Taten), sexuelle Belästigung (26 Fälle, plus 18 Taten), sexueller Missbrauch von Kindern (33 Fälle, plus neun Taten) und die Verbreitung pornografischer Schriften (24 Fälle, plus drei Taten). „Die in diesem Bereich angezeigten Delikte sind jedoch nur die Spitze des Eisbergs“, weiß Krenz, dass nach wie vor viele Opfer aus Angst oder Scham schweigen.

Den Anstieg bei den Tötungsdelikten von drei auf neun Fälle erklärt Krenz damit, dass vier Fälle sich bereits 2017 ereignet hätten. „Sie konnten erst 2018 aufgeklärt und an die Staatsanwaltschaft abgegeben werden.“ In vier Fällen habe es sich um versuchte Totschlagsdelikte sowie in drei Fällen um fahrlässige Tötungen gehandelt. Zwei Taten seien unter dem Deliktfeld Mord geführt worden: die Messerstecherei auf einem Wilscher Campingplatz und die brutale Attacke gegen einen Fuußballfan, die als Mordversuche gewertet werden. Alle Taten seien aufgeklärt worden.

Körperverletzung, Raub, Stalking oder Bedrohung: Mit 1266 Taten stieg die Zahl der so genannten Rohheitsdelikte um 150 Fälle (13,44 Prozent) an. Gleichzeitig steigerte Gifhorns Polizei bei diesen Taten die Aufklärungsquote um 1,59 auf 93,44 Prozent. Rohheitsdelikte machen inzwischen mehr als 18 Prozent der Gesamtstraftaten im Kreis aus.

Von Uwe Stadtlich