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Gifhorn Stadt Erster Weihnachtsdienst für Gifhorns Gesundheitsamt
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Covid 19: Ermittler im Gesundheitsamt Gifhorn arbeiten auch Weihnachten

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19:03 26.12.2020
Weihnachtsdienst im Gifhorner Gesundheitsamt: Die Kontaktpersonenverfolgung während der Corona-Krise läuft auch über die Feiertage.
Weihnachtsdienst im Gifhorner Gesundheitsamt: Die Kontaktpersonenverfolgung während der Corona-Krise läuft auch über die Feiertage. Quelle: Landkreis Gifhorn Archiv
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Gifhorn

Es gibt Behörden und Institutionen, bei denen Dienst an Weihnachten obligatorisch ist. Auf Polizei, Rettungswachen und Leitstelle zum Beispiel ist kein Verzicht, auch die Ehrenamtlichen der Feuerwehren sind zumindest in Habachtstellung. Für das Gesundheitsamt des Landkreises ist Dienst über die Feiertage dagegen eine neue Erfahrung. Corona macht alles etwas anders in diesem Jahr.

Das hat diese Behörde zu Weihnachten noch nicht erlebt: „In diesem Jahr ist das Gesundheitsamt durchgehend mit einem Infektionskettennachverfolgungsteam im Dienst“, sagt Erster Kreisrat Dr. Thomas Walter auf Nachfrage der AZ. „Über die Feiertage werden täglich mindestens 15 Kräfte im Gesundheitsamt arbeiten.“ Normalerweise ist das Amt über Weihnachten nicht besetzt und eine Erreichbarkeit in dringenden Fällen über die Leitstelle gewährleistet.

Das sind die Aufgaben an den Feiertagen

Die Aufgaben werden laut Walter die gleichen sein wie während der gesamten Pandemie. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besetzen die Hotline (08 00) 82 82 444, fragen Betroffene nach dem Gesundheitszustand ab, fahnden nach weiteren Kontaktpersonen und führen die Statistik weiter, um die Zahlen an das Land weiter zu leiten.

Viele „betriebsfremde“ Verstärkungskräfte

Das Stammpersonal des Gesundheitsamts übernimmt die Leitung des Ermittlerteams. Und wie während der vergangenen Monate reicht der Personalstamm des Gesundheitsamts längst nicht mehr aus. Auch über die Feiertage sind Kräfte aus anderen Abteilungen des Landkreises, aber auch „Leiharbeiter“ von Land und Bund – zeitweise waren auch Finanzamt-Beschäftigte schon im Gesundheitsamts-Einsatz –, dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen, dem DRK und der Bundeswehr vor Ort.

Darunter die DRK-Bereitschaft: „Die Mitglieder aus unserem Kontakt-Verfolgungs-Team wurden zwei Monate lang für ihren Einsatz geschult“, berichtet DRK-Bereitschaftsleiter Horst Kraemer. Auf Anordnung des Landes sei das Team im Oktober gebildet worden. Es besteht aus 18 Leuten, von denen bis zum 3. Januar zwei bis vier täglich im Dienst sein werden oder rufbereit, „falls die Zahlen steigen“.

Ihre Computer-Arbeitsplätze befinden sich im Gebäude des Gesundheitsamtes sowie in der Stadthalle. Potentiell sind auch überörtliche Einsätze möglich, bisher sei aber nur das Gifhorner Amt unterstützt worden, zuletzt vom 17. bis 20. Dezember. Bei der Kontaktverfolgung seien „viele Dinge zu berücksichtigen“ wie der Umgang von Kontaktpersonen mit der eigenen Familie, auch Entscheidungen seien zu treffen, zum Beispiel bei der Verhängung von Quarantäne, so Kraemer: „Da ist es für unsere Leute gut, dass immer Fachleute dabei sind, bei denen Nachfragen möglich sind.“

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Von Dirk Reitmeister und Jörg Rohlfs