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Gifhorn Stadt Besondere Schutzmaßnahmen im Einzelhandel
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10:47 19.03.2020
In der Schweiz schon gängige Praxis: Kassierer und Kassiererinnen sollten Einweghandschuhe tragen. Quelle: Marcel Bieri
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Gifhorn

Der Landkreis Gifhorn ist bestrebt, die Infektionsketten in Bezug auf das Coronavirus so weit wie möglich zu unterbrechen. Deswegen setzt er die Allgemeinverfügungen, die vom Niedersächsischen Sozialministerium kommen, sehr stringent um. Dazu gehört auch, genau zu regeln, unter welchen Bedingungen die noch geöffneten Einrichtungen ihren Betrieb aufrechterhalten dürfen.

Diese Einrichtungen bleiben geöffnet

Zu den Einrichtungen, die geöffnet bleiben dürfen, zählen nach wie vor: Einzelhandel für Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Frisöre, Reinigungen, Waschsalons, der Zeitungsverkauf, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte, der Großhandel und Dienstleister aus dem Gesundheitsbereich. Diese Betriebe müssen allerdings sechs Punkte sicherstellen, um das Infektionsrisiko für alle so gering wie möglich zu halten und die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Dazu gehören folgende Maßnahmen:

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1. Alle Personen mit Kassentätigkeit haben Einmalhandschuhe zu benutzen, welche mindestens alle zwei Stunden gewechselt werden.

2. Um Warteschlagen zu vermeiden, sollen so viele Kassen wie möglich geöffnet werden.

3. Es ist darauf hinzuwirken, dass möglichst viele Zahlvorgänge kontaktlos per Handy oder per Kartenzahlung zu erfolgen haben.

4. Es besteht eine erhöhte Desinfektionspflicht für alle Kundentoiletten, Türklinken und Handläufe. Diese sind mindestens alle zwei Stunden zu reinigen und zu desinfizieren.

5. Es ist darauf hinzuwirken, dass bei Warteschlagen und innerhalb der Einrichtung zwischen den Kunden ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten wird.

6. Wo möglich, ist das Aufstellen von Handdesinfektionsspendern an den Ein- und Ausgängen der Einrichtung sicherzustellen.

Möglichst Schlangen vermeiden: Lebensmittelmärkte sollen so viele Kassen wie möglich öffnen. Quelle: Andre Spolvint

Landrat Dr. Andreas Ebel appelliert: „Nicht nur jede Bürgerin und jeder Bürger muss sich selbst so gut es geht schützen. Auch die Betriebe, die zurzeit das öffentliche Leben sicherstellen, müssen gewisse Hygienestandards umsetzen, damit sie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch die Kundinnen und Kunden schützen. Jeder trägt nicht nur für sich, sondern auch für seine Mitmenschen die Verantwortung, das Infektionsrisiko gering zu halten. Deswegen wiederhole ich meine Aufforderung, sich individuell gut zu überlegen, welche Erledigungen jetzt wirklich noch notwendig sind.“

Strenge Besuchsverbote

Seitens des Niedersächsischen Sozialministeriums gibt es eine weitere Weisung, die besonders die Besuchs- und Betretungsverbote in Krankenhäusern, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen betrifft. Die neuen Regelungen, die ab sofort bis einschließlich 18. April 2020 gelten, dienen dem Schutz der Patientinnen und Patienten und dem Personal in den Einrichtungen. Ausgenommen von den Besuchsverboten sind Besuche von werdenden Vätern, von Vätern von Neugeborenen, von Eltern und Sorgeberechtigten von Kindern auf Kinderstationen und Besuche enger Angehöriger von Palliativpatienten. Wenn medizinisch vertretbar, sind die Besuche bei erwachsenen Patienten zeitlich zu beschränken. Das Besuchs- und Betretungsverbot betrifft auch Kantinen, Cafeterien oder andere der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtungen. Öffentliche Veranstaltungen wie Vorträge, Lesungen, Informationsveranstaltungen dürfen in diesen Einrichtungen ebenfalls nicht mehr stattfinden. Zudem gilt für Heime für ältere Menschen, pflegebedürftige Menschen oder Menschen mit Behinderungen ein generelles Besuchs- und Betretungsverbot. Ausgenommen von diesen Besuchsverboten sind nahestehende Personen von palliativmedizinisch versorgten Bewohnerinnen und Bewohner.

Radikale Maßnahme: Wegen der Corona-Pandemie ist der Zutritt zum Helios-Klinikum Gifhorn für Besucher jetzt tabu. Quelle: Dirk Reitmeister

Weiterhin wird der Betrieb von Tagespflege-Einrichtungen ab sofort bis zum 18. April 2020 untersagt. In besonderen Fällen gibt es kleine Notgruppen, die pflegebedürftige Menschen tagsüber aufnehmen. Diese Notgruppen können von Personen in folgenden Berufsgruppen beansprucht werden:

• Beschäftigte im Gesundheitsbereich, medizinischen Bereich und pflegerischen Bereich,

• Beschäftigte insbesondere im Bereich der Polizei, Rettungsdienst, Katastrophenschutz und Feuerwehr,

• Beschäftigte im Vollzugsbereich einschließlich Justizvollzug, Maßregelvollzug und vergleichbare Bereiche,

• Beschäftigte zur Aufrechterhaltung der Staats- und Regierungsfunktionen.

Ausgenommen ist auch die Betreuung in besonderen Härtefällen (etwa drohende Kündigung, erheblicher Verdienstausfall).

Mehr zur Corona-Krise

Auch im Kreis Gifhorn machen sich die Menschen Sorgen um die Ausbreitung des Corona-Virus’. Das hat die AZ bislang berichtet:

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Von der AZ-Redaktion

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