Corona-Demo in Gifhorn: Autokorsi und Marsch gegen Maske und Impfung
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Gifhorn Stadt Kundgebungen in Gifhorn: Autokorsi und „Gedenkmarsch“ gegen Masken und Impfung
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Corona-Demo in Gifhorn: Autokorsi und Marsch gegen Maske und Impfung

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13:00 21.10.2021
Wieder Demo gegen Corona-Maßnahmen: Wie bereits im September wollen Masken- und Impfgegner ihrem Unmut freien Lauf lassen – diesmal auch mit Autokorsi und „Gedenkmarsch“.
Wieder Demo gegen Corona-Maßnahmen: Wie bereits im September wollen Masken- und Impfgegner ihrem Unmut freien Lauf lassen – diesmal auch mit Autokorsi und „Gedenkmarsch“. Quelle: Christian Albroscheit Archiv
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Gifhorn

Protest gegen Maskenpflicht und wahrscheinlich auch gegen mehr, und das an zwei Tagen: Gifhorn steht ein Kundgebungs-Wochenende bevor. Nach der jüngsten Aktion am 11. September erwartet Veranstalter Matthias Stoll auch diesmal eine Teilnehmerzahl im dreistelligen Bereich – und die Polizei erhebliche Verkehrsbehinderungen in der ganzen Stadt.

Bereits am Freitagabend will Stoll Autokorsi mit Lautsprecherdurchsagen starten, die auf die Aktionen am Samstag aufmerksam machen. Am Samstag ab 15 Uhr will er auf dem Marktplatz Kindern und Eltern „ein offenes Mikrofon bieten“, um „ihrem Ärger über die Maßnahmen Luft zu machen und Anwesende zu informieren, wie schlimm es derzeit in unseren Schulen zugeht und wie sehr ihre Kinder darunter leiden“.

Lichter werden durch die Stadt getragen

Weiter geht es ab 16:30 Uhr mit einem Umzug mit Lautsprecherunterstützung durch die Innenstadt zur Braunschweiger Straße. Dort ist gegen 17 oder 17.30 Uhr eine Zwischenkundgebung geben, auf denen „den Opfern der Maßnahmen/Spritze gedacht“ wird. Ab 19 Uhr sollen die Teilnehmenden Lichter durch die Stadt tragen. Gegen 20 Uhr ist eine Abschlussparty auf dem Schützenplatz geplant.

Die Stadt Gifhorn bestätigt, dass die Veranstaltung mit rund 100 Teilnehmenden von 15 bis 22 Uhr bei ihr angemeldet ist. Bei seiner ersten Veranstaltung seien 50 bis 60 Leute dabei gewesen, so Stoll. Bei jener zweiten im September schon 300 bis 500. „Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich gehe nicht davon aus, dass es noch mehr werden.“

Wenn es nach Jörg Prilop vom Bündnis Bunt statt Braun geht, sollten gar keine Menschen mitmachen. „Das Bündnis Bunt statt Braun wendet sich entschieden gegen ,Beschallungsfahrzeuge’, die am Freitag in Gifhorn gefährlichen Unsinn verbreiten wollen, und gegen das für Samstag geplante ,Gedenken’ an Menschen, die angeblich an der Impfung gegen Corona gestorben seien.“ Eine Gegenkundgebung kommt für Bündnis-Co-Sprecher Martin Wrasmann aber nicht infrage. Das wäre angesichts der Entwicklung bei den Corona-Infektionen kontraproduktiv.

Bündnis Bunt statt Braun fordert Maßnahmen gegen Querdenkerdemos

Prilop fordert von Stadt und Polizei „wirksame Maßnahmen gegen die geplanten Querdenkeraktivitäten“. Er befürchtet, dass sich Rechtsradikale wie vor einer Woche bei einer Kundgebung in Hildesheim anschließen könnten. In die rechte Ecke gestellt sehen will sich Stoll dagegen nicht. Er war von 2011 bis 2016 Ratsherr der Piraten-Partei im Rat der Stadt Gifhorn und selbst Mitglied im Bündnis Bunt statt Braun. Er wolle sein Recht in Anspruch nehmen, seine Meinung zu äußern. „Natürlich ist jeder herzlich willkommen. Wir sind alles Individualisten.“

Das sagt die Polizei zu früheren und geplanten Kundgebungen

„Wir werden sowohl die Autokorsi am Freitag als auch die Veranstaltungen am Samstag begleiten“, sagt Polizeisprecher Christoph Nowak. Er werde über die Kanäle der sozialen Medien zu Verkehrsbeeinträchtigungen informieren. Bei der Veranstaltung im September sei es „zu keinen besonderen Ereignissen“ gekommen. „Sie verlief komplett störungsfrei.“

Von Dirk Reitmeister