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Gifhorn Stadt „Bunter Wald“: Brandgefahr sinkt
Gifhorn Gifhorn Stadt „Bunter Wald“: Brandgefahr sinkt
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18:00 12.11.2019
Abnahme der Waldbrandgefahr im Kreis: Verschiedene Maßnahmen greifen, doch der Klimawandel bereitet Feuerwehr und Experten Sorge. Quelle: dpa
Gifhorn

Die Waldbrandgefahr im Landkreis Gifhorn hat in den letzten Jahrzehnten deutlich abgenommen. Die Gründe für diese erfreuliche Entwicklung erläuterte Kreiswaldbrandbeauftragter Eckard Klasen, Chef des Forstamtes Südostheide, Politik und Verwaltung in einer Sitzung des Ausschusses für Feuerschutz und Rettungswesen.

Premiere im Ausschuss

Meterhohe Flammen, glimmende Glutnester und Einsatzkräfte, die bis zur Erschöpfung kämpften und löschten: Klasen erinnerte in seinen Bericht – er informierte erstmals im Fachausschuss – an die Waldbrandkatastrophe im Jahr 1975. 13 000 Hektar Fläche waren damals betroffen, fünf Menschen starben. Kiefern-Monokulturen, die wie Brandbeschleuniger wirkten, hatten die Katastrophe ermöglicht.

Lerneffekt

Forstamt Südostheide

Eckard Klasen ist Kreiswaldbrandbeauftragter und Leiter des Forstamtes Südostheide. Das Forstamt Südostheide der Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit seinen zugeordneten Bezirksförstereien ist der kompetente Ansprechpartner für ca. 10 000 private und kommunale Waldbesitzer und der von diesen getragenen Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen. Es werden die Waldbesitzer in den Landkreisen Celle, Gifhorn und Lüchow-Dannenberg, im Nordteil der Region Hannover und des Landkreises Helmstedt sowie in der Stadt Wolfsburg betreut. Die betreute Waldfläche umfasst insgesamt rund 128 000 Hektar.

Die Forstwirtschaft habe daraus gelernt, so der Leiter des Forstamtes Südostheide. „Inzwischen ist der Wald bunter geworden, wir bauen nicht mehr so viele Kiefern an“, ging Klasen auf die Umstrukturierung zum Mischwald ein, der ein wesentlicher Punkt für den Rückgang der Waldbrandgefahr sei. Auch die Tatsache, dass der Wald älter geworden sei, minimiere das Risiko von Brandausbrüchen.

Lob für die Feuerwehren

Eckard Klasen fand aber auch anerkennende Worte für die Arbeit der Feuerwehren im Landkreis Gifhorn. „Sie haben aus der Waldbrandkatastrophe gelernt“, steht für den Kreiswaldbrandbeauftragten fest. Bei einer Alarmierung würde heutzutage „nicht mehr gekleckert, sondern geklotzt“. Ein Großaufgebot rücke in der Regel auch bei kleinen Bränden an, um seine Ausweitung des Waldbrandes erst gar nicht möglich zu machen.

Sieben Gefahrenbezirke

Der Landkreis Gifhorn ist in sieben Waldbrand-Gefahrenbezirke aufgeteilt: Samtgemeinde Hankensbüttel (zwei Bezirke), Stadt Wittingen und Knesebeck, Samtgemeinde Wesendorf, Brome und Giebel, Stadt Gifhorn, Meinersen und Papenteich sowie Isenbüttel und das Boldecker Land. Um bei Brandausbrüchen schneller und effektiver handeln zu können, sei die aus dem Jahr 1998 stammende Waldbrand-Einsatzkarte mit Unterstützung der Feuerwehren überarbeitet und digitalisiert worden, so Klasen. „Das Kartenmaterial lässt sich so zukünftig leichter fortschreiben“, ist der Kreiswaldbrandbeauftragte zufrieden.

Klimawandel bereit Sorge

Sorge bereitet Klasen jedoch der Klimawandel. „Die letzten zwei heißen Sommer und die damit verbundene extreme Trockenheit haben uns wieder aus dem Dornröschenschlaf geweckt“, warnt der Experte davor, die Waldbrandgefahr zu unterschätzen. Trotz Waldumbau, schlagkräftiger Wehren und aktualisiertem Kartenmaterial gebe es noch eine Menge zu tun. So sei der Wegebau ein wichtiges Thema. Als Beispiel führte Klasen Waldflächen im Bereich der Bickelsteiner Heide bei Brome an. Dort gebe es Wege, die im Einsatzfall von den schweren Fahrzeugen der Wehren nicht befahren werden könnten. Fördergelder müssten genutzt werden, um den Wege-Ausbau voranzutreiben. Der Waldbrandbeauftragte rief ferner dazu auf, „mehr Rettungspunkte im Privatwald anzulegen“.

Kontakt verbessern

Auch der Kontakt und die Kommunikation zwischen privaten und kommunalen Waldeigentümern und den Feuerwehren sei noch ausbaufähig. „Da können wir noch besser werden“, appellierte Eckard Klasen.

Von Uwe Stadtlich

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