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Gifhorn Stadt Bundeswehr bestimmt das Stadtbild
Gifhorn Gifhorn Stadt Bundeswehr bestimmt das Stadtbild
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19:00 11.07.2019
Die Bundeswehr in Gifhorn: Die Nijmegen-Marschierer machten zum 62. Mal auf dem Marktplatz Station. Quelle: Sebastian Preuß
Gifhorn

Hunderte waren mit dabei: Zum bereits 62. Mal fand am Donnerstag der Gifhorn-Tag der Nijmegen-Marschdelegation der Bundeswehr auf dem Marktplatz statt. Die 434 Soldatinnen und Soldaten bestimmten das Stadtbild. Geboten wurde ein buntes Programm.

Lecker Erbsensuppe

Los ging’s bereits am späten Vormittag: Wie auch schon in den Vorjahren ließen sich die Gifhornerinnen und Gifhorner die Erbsensuppe – frisch zubereitet in der Feldküche – gut schmecken. Dafür standen die Suppen-Fans auch gerne Schlange.

Zum 62. Mal war eine Nijmegen-Marschdelegation der Bundeswehr in Gifhorn zu Gast. Die Soldaten bereiten sich hier auf den Marsch in den Niederlanden vor. Mit Platzkonzert, Erbsensuppe und Vorbeimarsch lockten sie die Gifhorner in die Stadt.

Wie immer wurde die Veranstaltung in Kooperation zwischen Bundeswehr und der Stadt Gifhorn auf die Beine gestellt. Ein Höhepunkt war ein Platzkonzert des Luftwaffenmusikkorps Münster. Eine Stunde lang stellten die Musikerinnen und Musiker direkt vor der Nicolai-Kirche ihr Können unter Beweis. Dafür gab’s viel Applaus.

Im Anschluss daran stand der Vorbeimarsch der Delegation – sie umfasst in diesem Jahr 434 Angehörige, davon 48 Frauen – an Vertretern von Rat, Verwaltung und Bundeswehr auf dem Programm. „Die Bundeswehr nimmt seit 1957 an dem Vier-Tage-Marsch in Holland teil“, sagt Oliver Arning, verantwortlich für die Pressearbeit der deutschen Nijmegen-Marschierer. Den Marsch in den Niederlanden gibt es schon seit 1909.

Der Tod eines Eurofighter-Piloten, der Tod einer Hubschrauber-Pilotin und ein im Kosovo gestorbener Reservist: Auf Grund dieser traurigen Vorfälle ließ die Bundeswehr am Donnerstag den geplanten Sangeswettstreit ausfallen. Vor dem Empfang im Rathaus gab es eine Gedenk- und Schweige-Minute auf dem Marktplatz.

„Wir sind gerne hier“

Für die Delegation mit Oberstleutnant Marcus Bödefeld an der Spitze bedankte sich Brigadegeneral Torsten Gersdorf für die Gastfreundschaft der Stadt. „Wir sind gerne hier – das Team tankt hier Motivation für die Marschtage“, so der General in seiner kurzen Ansprach im Ratssaal. Bürgermeister Matthias Nerlich bezeichnete den viertägigen Marsch in Holland als „großes Friedensprojekt“. „Dort kommen Soldatinnen und Soldaten aus der ganzen Welt zusammen, um eine Herausforderung gemeinsam zu bewältigen“, so der Verwaltungschef.

Köche versorgen Marschierer

Thomas Gregorius liebt seinen Beruf. Der 29-Jährige ist gelernter Koch. Der Feldwebel, der seinen Dienst bei einem Spezial-Pionierregiment in Husum versieht, versorgt mit seinem Team die 434 Delegations-Angehörigen der deutschen Bundeswehr-Nijmegen-Marschierer.

„Ohne Mampf kein Kampf“: Thomas Gregorius (M.) und sein Küchenteam. Quelle: Cagla Canidar

Frühstück, Mittagsverpflegung, Abendessen und die Versorgung bei Marschpausen: Gregorius, der aus Düsseldorf kommt, wird von den beiden Stabsunteroffizieren Roy-Roger Rieger und Tim Schwarze unterstützt. „Beides ebenfalls gelernte Köche“, ist der 29-Jährige froh darüber, dass ihm in der Feldküche bei seiner Arbeit Fachleute zur Seite stehen.

Obst, frische Brötchen, Aufschnitt, frisches Gemüse, Cornflakes und verschiedene Marmeladen: Mit einem Frühstück starten die 346 Marschierer – darunter 30 Frauen – in den Tag. „Was auf den Tisch kommt, regelt der Verpflegungsplan“, erklärt der Feldwebel. Er kümmert sich auch beim Marsch-Training um die Versorgung der Soldatinnen und Soldaten. Bei den Stops gibt es Müsli-Riegel, geschnittenes Obst, Wasser und Elektrolytgetränke.

Von 18 bis 19.30 Uhr wird das Abendessen serviert. „Mittwoch gab es Nudeln mit Gulasch“, so Gregorius. 450 Portionen wurden gekocht.

Gregorius und sein Team könnten problemlos auch ein mehrgängiges Menü zaubern – die Gifhornerinnen und Gifhorner verlangen auf dem Marktplatz jedoch nach Erbsensuppe. „350 Liter haben wir gekocht – das sind 1000 Portionen“, rechnet der Küchenchef nach. Unter anderem wurden dafür 100 Kilo Erbsen, 60 Kilo Kartoffeln und 200 Würstchen verarbeitet. Ferner kamen 200 Portionen Chilli con Carne aus der Feldküche. Gregorius und sein Küchen-Team marschieren übrigens nicht mit. „Dafür ist einfach keine Zeit“, sagt der 29-Jährige, der mit seiner Feldküche auch schon auf der Kieler Woche gekocht hat.

Pflaster und Tapes gegen Blasen

Carina Gottwald ist bereits zum zweiten Mal Mitglied der Bundeswehr-Nijmegen-Delegation – und fast rund um die Uhr im Einsatz. Die 31-Jährige Medizinerin – Dienstgrad Oberstabsarzt – kümmert sich um die Gesundheit der 346 Marschierer und des 88-köpfigen Stabes.

Um das Wohl der Marschierer besorgt: Carina Gottwald (r.) und ihr Team. Quelle: Cagla Canidar

„Der Reiz ist, dass es sich um eine unfassbar vielfältige Aufgabe handelt“, weiß die Medizinerin, die in München studiert hat und in diesem Jahr an der Spitze der Medizinischen Abteilung steht. Von der Prophylaxe bis zur Notversorgung: Gottwald und ihr Team – Krankenschwester und Physiotherapeuten gehören dazu – stellen beim Training und beim Marsch in Holland den Sanitätsdienst sicher. „Wir tun alles, um die Männer und Frauen gesund ins Ziel zu bekommen“, beschreibt die 31-Jährige ihre Aufgabe.

Verspannte und verkrampfte Muskeln lockern, Blasen öffnen und trocken legen und mit Tapes und Pflaster dafür sorgen, dass es in den Stiefeln erst gar keine Blasen gibt: Die Medizinerin, die 2018 bereits als stellvertretende Sanitäts-Chefin der Delegation am Gifhorn-Tag teilgenommen hat, bereitet ihre Aufgabe viel Freude. „Freundschaften entstehen, die Kameradschaft steht klar im Vordergrund“, berichtet die Münchnerin.

Bei Hitze und besonders langen Märschen hat die Ärztin auch die Versorgung der Marschgruppe im Blick. „5000 bis 6000 Kalorien werden von jedem Teilnehmer verbrannt, bis zu sechs Liter Wasser müssen getrunken werden“, nennt die Ärztin Zahlen.

Wenn es gar nicht mehr weiter geht, spricht Carina Gottwald auch schon einmal ein Machtwort. „Wir haben in diesem Jahr 80 Personen abgelöst und nach Hause geschickt, die den Strapazen nicht gewachsen waren“, so die Medizinerin. Nicht der Wettkampf, sondern die Gesundheit habe bei diesen Entscheidungen im Vordergrund gestanden.

Von Uwe Stadtlich

Zuhören, Rat geben, helfen, Lösungen zu finden – die ehrenamtliche Arbeit in der Telefonseelsorge ist vielseitig und verantwortungsvoll. Für die Beratung via Chat werden noch Mitarbeiter gesucht. Ab September werden wieder Schulungen angeboten, damit mögliche neue Helfer dieser Aufgabe auch gewachsen sind.

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