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Gifhorn Stadt Großbrand: Das Herz von Brome ist nur noch eine Brandruine
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09:43 20.01.2020
Es war nichts mehr zu retten: Ein Großbrand zerstörte in der Nacht zu Sonntag das DGH Brome. Quelle: Lea Rebuschat
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Brome

Gaststätte, Bowlingbahn, Solaranlage – das komplette Dorfgemeinschaftshaus in Brome ist in der Nacht zu Sonntag ausgebrannt. 166 Feuerwehrleute aus der Samtgemeinde Brome sowie Wittingen und dem Boldecker Land waren bis Sonntagmittag im Einsatz. Zum Glück blieb es beim Sachschaden. Doch der ist nach ersten Schätzungen beträchtlich: Die Polizei spricht von einem „Millionenschaden“. Derweil steht der Ort unter Schock. Die Brandursache ist noch unklar. Die Polizei war vor Ort, aber die Spurensicherung kann erst losgehen, wenn das letzte Glutnest gelöscht ist.

150 Feuerwehrleute taten ihr Bestes, retten konnten sie nichts mehr: Das DGH Brome ist am frühen Sonntagmorgen ausgebrannt.

Die Brandmeldeanlage hatte gegen 2.40 Uhr den Alarm ausgelöst. Eine halbe Stunde zuvor hatte hier noch eine Veranstaltung stattgefunden. Bürgermeister Gerhard Borchert war selbst dabei. Als er wenige Stunden später angerufen wurde, es brenne am DGH – „da habe ich gedacht, das gibt’s doch gar nicht“. Als er vor Ort das Ausmaß des Feuers sah, sei er geschockt gewesen. „Wir können froh sein, dass niemand zu Schaden gekommen ist.“ Den Feuerwehrleuten spricht er großes Lob aus: „Die haben einen top Job geleistet. Ein dickes Dankeschön von mir. Denn sie haben verhindert, dass das Feuer sich weiter ausbreitet.“

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Nachalarmierung notwendig

In der Tat haben die Feuerwehrleute einen Knochenjob erledigt. Beim Eintreffen der ersten Kräfte stieg zunächst dichter Qualm aus dem Gebäude. Auf der östlichen Seite in unmittelbarer Nähe der Bowlingbahn hatte die Brandmeldeanlage ausgelöst. Einsatzleiter Uwe Domition musste bei der Erkundung drinnen sehr schnell erkennen, dass die Wärmebildkamera extrem hohe Temperaturen in den Decken anzeigt. „Der Rauch drückte da schon in den großen Saal.“ Da war klar, dass nur noch von außen gelöscht werden konnte. Und: Dass Unterstützung her muss. Nach und nach wurden Wehren aus Wittingen nachalarmiert, darunter auch eine Drehleiter.

Schwierige Löschbedingungen

Fatal: Gegen 4 Uhr zündete das Feuer durch, „der Kamineffekt“, schilderte Domition. Nach und nach griffen die Flammen auf den großflächigen Komplex über, der aus Gaststätte, Bowlingbahn und großer Solaranlage besteht. „Früh war klar, dass wir leider nur noch die umliegenden Gebäude, unter anderem das Rathaus, schützen können“, so Domition, der mehr als zwölf Stunden vor Ort die Stellung hielt. Bis Sonntagmittag dauerten die Löscharbeiten. Mit einem Bagger mussten Gebäudeteile so bewegt werden, dass die Wehren Glutnester löschen konnten.

166 Einsatzkräfte

Insgesamt kämpften rund 166 Einsatzkräfte gegen die Flammen. Alleine aus der Samtgemeinde Brome waren drei Züge im Einsatz, 18 Atemschutzträger aus dem Boldecker Land halfen ebenfalls. Die Schnell-Einsatz-Gruppe des DRK versorgte die Retter. Bei den Löscharbeiten stürzte eine Feuerwehrfrau. Sie wurde vorsichtshalber zum Röntgen ins Krankenhaus gebracht. „Ihr geht es aber wieder gut“, so Domition.

Auch Gemeindebrandmeister Frank Mosel war mehr als zwölf Stunden im Einsatz. Er ist stolz auf alle Feuerwehrleute, die „stundenlang unter schweren Bedingungen durchgehalten haben – ein großes Lob an alle“. Denn gleich nach dem Einsatz hieß es dann noch, die Einsatzwagen aufzuräumen, ehe es ans Ausruhen ging. Ab frühem Nachmittag übernahm die Wehr Brome die Nachlöscharbeiten mit rund 30 Kräften.

Während der Löscharbeiten musste die Hauptstraße voll gesperrt werden. Radiosender verbreiteten diese Nachricht ebenso wie die Warnmeldung an die Bevölkerung, wegen der Rauchgase Türen und Fenster geschlossen zu halten. Erst am Sonntagnachmittag wurde die Warnmeldung aufgehoben.

Schock für Brome

Den Schock muss der Ort nun erst einmal verdauen. Bürgermeister Borchert sieht schon große Probleme kommen: „Das war der letzte Ort, wo man Veranstaltungen machen konnte. Keine Ahnung, wie es nun weitergeht.“

Schon wieder ein Großbrand

Der Großbrand in Brome ist nun in diesem Jahr bereits das dritte große Unglück. Am Neujahrsmorgen war in Müden eine Doppelhaushälfte komplettausgebrannt. Wenige Tage später vernichtete ein Großfeuer in Wittingen ein Einfamilienhaus. Hier hatte ein hupender Autofahrer gerade noch rechtzeitig die schlafenden Bewohner geweckt.

Von Andrea Posselt

Am frühen Sonntagmorgen ist das Dorfgemeinschaftshaus Brome komplett ausgebrannt. 166 Feuerwehrleute konnten das nicht mehr verhindern. Die Warnung wegen der giftigen Rauchgase wurde am Sonntagnachmittag aufgehoben.

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