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Gifhorn Stadt Darum wird die Boxmühle umbenannt
Gifhorn Gifhorn Stadt Darum wird die Boxmühle umbenannt
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14:47 02.11.2019
Nun ist es offiziell: Die Boxmühle heißt nun Johann-Trollmann-Halle. Quelle: Sebastian Preuß
Gifhorn

Der feierliche Akt ist vollzogen: Die Boxmühle wurde am Freitagabend offiziell in Johann-Trollmann-Halle umbenannt, wie es der Stadtrat in seiner Sitzung vom 17. Juni dieses Jahres beschlossen hatte. Bürgermeister Matthias Nerlich enthüllte das neue Schild am Gebäude, das von der Konrad-Adenauer-Straße aus gut zu sehen und über dem „Boxmühle“-Schild angebracht ist.

Feierliche Enthüllung des neuen Namens: Bürgermeister Matthias Nerlich gibt das neue Namensschild frei. Quelle: Sebastian Preuß

Der Hintergrund zu dieser Umbenennung ist mit dem tragischen Schicksal des im Jahr 1907 in Wilsche geborenen und im Konzentrationslager Wittenberge umgekommenen Johann Rukeli Trollmann verbunden. „Rukeli war ein großer, begnadeter Boxer“, führte Nerlich in seiner Ansprache aus. Denn Trollmann wurde 1933 deutscher Meister im Halbschwergewicht.

„Undeutsch“ und „tanzender Zigeuner“

Doch war er aufgrund seiner ethnischen Herkunft als Sinto den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge. Wie seine Familie es überliefert und recherchiert hat, wurde ihm der Meistertitel bereits acht Tage nach dem Boxkampf wieder aberkannt. Außerdem sei damals sein Boxstil „undeutsch“ genannt und er aufgrund seiner Beinarbeit im Boxring als „tanzender Zigeuner“ betitelt worden.

Diese öffentlichen Diffamierungen waren jedoch nur das Harmloseste, was die Nazis ihm demnach antaten. So wurde Rukeli nicht nur ins Arbeitslager Hannover-Ahlem verschleppt. Er wurde auch nach geleistetem Kriegsdienst, als die Stimmung gegenüber Sinti und Roma kippte, 1942 zunächst im KZ Neuengamme bei Hamburg und schließlich Wittenberge interniert, wo er ein Jahr später erschlagen wurde.

Straße im neuen Baugebiet Hohes Feld wird nach ihm benannt

Deshalb empfindet die Urgroßnichte Johann Trollmans, Diana Ramos-Farina, die Umbenennung der Boxmühle als „ein tolles Zeichen in einer Zeit, in der rechtes Gedankengut wieder aufstrebt“. Und diese Auszeichnung in Gifhorn soll nicht die einzige bleiben. Im neuen Baugebiet Hohes Feld, das zwischen Wilsche und Gifhorn entstehen wird, soll eine Straße „Johann-Trollman-Weg“ heißen. Das kündigte Bürgermeister Nerlich beim Festakt an.

Die Umbenennung der Boxmühle ist nicht die einzige Ehre, die Johann Rukeli Trollmann in Gifhorn zuteil wird. Auch eine Straße im neuen Baugebiet Hohes Feld zwischen Gifhorn und Wilsche wird nach ihm benannt. Quelle: Sebastian Preuß

Es wurde bereits eine Straße in Hannovers Altstadt zwischen Burgstraße und Goldenem Winkel auf die Initiative der Nachfahren Trollmanns hin nach ihm benannt. Außerdem sorgten sie dafür, dass er seinen Meistertitel postum zurückerhält. „Wir möchten, dass er die Ehrung bekommt, die ihm zusteht, nach allem, was ihm widerfahren ist“, sagt seine Urgroßnichte bestimmt.

Deshalb trägt sie die leidvolle Geschichte ihres Urgroßonkels mit Hilfe des zu seinen Ehren gegründeten Vereins Rukeli Trollmann e.V. in die Klassenräume von Schulen und Bildungsstätten. Dafür wurde sie sogar schon nach Kanada eingeladen. Ein weiteres Ziel des Vereins ist es, junge Sportlerinnen und Sportler zu fördern. Unter ihnen befindet sich die aktuelle deutsche Meisterin im Mehrkampf, Lara Siemer.

Wer mehr über die Geschichte von Johann Rukeli Trollmann erfahren möchte, der ist vom Bündnis Bunt statt Braun am Donnerstag, 16. November, um 17 Uhr ins Mehrgenerationenhaus Gifhorn im Georgshof, Steinweg 20 eingeladen. Außerdem gibt es weitere Informationen zu den Aktivitäten des Rukeli-Trollmann-Vereins auf www.rukeli-trollmann.de.

Von Yvonne Droste

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