Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Gifhorn Stadt Stromausfall in der Region: Was passiert im Notfall?
Gifhorn Gifhorn Stadt Stromausfall in der Region: Was passiert im Notfall?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:47 25.09.2019
Blackout: Wenn der Strom ausfällt kommt eine Maschinerie in Gang, die bis zur Bundeswehr reicht. Quelle: www.imago-images.de
Peine/Gifhorn/Wolfsburg

Wenn plötzlich der Strom ausfällt, ändert sich das Leben von einer Sekunde zur anderen. Zuletzt bekamen das die Peiner zu spüren, als ein Brand in einem Stellwerk die Stromzufuhr unterbrach und auf einen Schlag alles Mögliche lahm gelegt war. Meist dauern diese Blackouts maximal ein paar Stunden. Doch was, wenn der Strom längere Zeit ausfällt? Wie reagieren Stromversorger auf so einen Vorfall und was machen Landkreise als Katastrophenschutz-Zuständige, um sich zu wappnen?

Netzleitstelle arbeitet auf Hochtouren

Es ist Dienstagnachmittag, 17 Uhr. Plötzlich ist der Strom in weiten Teilen Niedersachsens weg. In der Netzleitstelle der LSW Netz (zuständiger Energieversorger für Gifhorn und Wolfsburg) wird der kontinuierlich besetzte Kommunikations- und Rufbereitschaftsdienst per Telefon, via Leitsystem und auf anderen Wegen informiert. Mitarbeiter geben alle eingehenden Störungsmeldungen ins Managementsystem ein, dort werden sie analysiert und ausgewertet. Jetzt arbeitet die Netzleitstelle auf Hochtouren, denn hier laufen alle Fäden zusammen. „Sämtliche Störungsmeldungen und die Anweisungen, was nun zu tun ist, werden von ihr an die verantwortlichen Bereiche weitergeleitet“, erklärt Birgit Wiechert, Sprecherin der LSW Netz.

Stadtwerke fahren alle Kraftwerke hoch

Blackout: Wenn der Strom ausfällt kommt eine Maschinerie in Gang, die bis zur Bundeswehr reicht. Quelle: Archiv

Bevölkerung soll vorsorgen

„Als untere Katastrophenschutzbehörde ist der Landkreis Peine verpflichtet, sich auf einen solchen Ernstfall optimal vorzubereiten“, sagt Kreissprecher Fabian Laaß. Derzeit sei der Landkreis dabei, neue Strukturen mit allen betroffenen Akteuren im Landkreis Peine zu schaffen, um einen Notfallplan zu erstellen. Allerdings könnten die Einsatzkräfte im Ernstfall nicht allen Hilfeersuchen gleichzeitig gerecht werden. „Darum wünschen wir uns, dass auch die Bevölkerung einen Teil zur Vorsorge beiträgt und sich insbesondere auf einen möglichen Stromausfall vorbereitet.“

Ringen um Sicherheit und Ordnung

Zurück zum Blackout-Szenario. Noch lässt sich nicht erkennen, was zum großflächigen Stromausfall geführt hat. Die Netzleitstelle der LSW Netz informiert das unternehmenseigene Krisenmanagement und schaltet die Polizei, den Katastrophenschutz, das Technische Hilfswerk und die Feuerwehr ein – es geht darum, die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrechtzuerhalten. Denn ohne Strom fallen innerhalb weniger Sekunden grundlegende Dinge aus. Türen der Supermärkte bleiben verschlossen, Kühl- und Gefrierschränke beginnen abzutauen, Ampeln funktionieren nicht mehr, wodurch es Unfälle geben kann. Auch Kriminelle haben jetzt leichteres Spiel, denn Alarmanlagen und Videoaufzeichnungen gibt es jetzt auch nicht mehr.

Kommunikation via Satellitentelefon

Keinen Strom zu haben bedeutet nicht nur, dass das Licht ausgeht. Auch die Kommunikation ist massiv eingeschränkt. Die LSW Netz nutzt in solchen Fällen ihren Betriebsfunk und arbeitet mit Netzbetreibern zusammen, die eine Kommunikation via Satellitentelefon ermöglichen. So greift ein Rädchen ins andere. Solange der Informationsfluss gewährleistet ist, kann an dem Problem gearbeitet werden. Während die Energieversorger versuchen, den Strom wieder fließen zu lassen, sorgen Polizei und Feuerwehr für Ordnung.

Birgit Wiechert, Pressesprecherin der LSW. Quelle: Archiv

Digitale Netzkarte zeigt Ort der Störung

Dies bedeutet, dass mehrere Stromnetze zur Verfügung stehen und „angezapft“ werden können, sollte eines ausfallen. Zudem gibt es eine digitale Netzkarte auf Großbildmonitoren. Tritt der Störfall ein, ertönte ein akustisches Signal. Gleichzeitig wird die Stromunterbrechung auf der Netzkarte durch Aufleuchten der betroffenen Kabelstrecke sichtbar. „Die Netzleitstelle kann sofort durch geeignete Netzumschaltung auf diese Störung reagieren, sodass die Stromversorgung in kürzester Zeit wiederhergestellt ist“, erläutert Wiechert. Dann müsse allerdings die eigentliche Störungsquelle vor Ort gefunden und repariert werden. „Deshalb wird bei Netzstörungen parallel das Serviceteam informiert und mit der Fehlerortung- und Behebung beauftragt“, so die Unternehmenssprecherin.

Kerzen und Gaskartuschen: Rüsten Sie sich für den Ernstfall

Längere Stromausfälle sind auch in Deutschland durchaus möglich – das Bundesamt für Bevölkerunsschutz und Katastrophenhilfe hat daher einen Ratgeber entwickelt, in dem alles Wissenswerte rund um einen drohenden Blackout zusammengefasst ist. Vor allem die Tipps zur persönlichen Vorsorge für ein solches Ereignis sollte jeder beherzigen, um für den Ernstfall gerüstet zu sein:

ausreichende Vorräte an Trinkwasser, haltbaren Lebensmitteln, bei Bedarf Babynahrung und auch Hygieneartikel anlegen – es sollte für mehrere Tage reichen.

immer Kerzen, Taschenlampen (batterie- oder solarbetrieben), Batterien, Streichhölzer und Feuerzeuge zu Hause haben, um im Fall eines Falles nicht im Dunkeln zu sitzen.

Ein batteriebetriebenes Radio sorgt dafür, dass auch bei Ausfall des Stromnetzes Hinweise des behördlichen Krisenstabes oder des Stromversorgers gehört werden können. An genügend Ersatzbatterien denken!

Kleinere warme Mahlzeiten könnten notfalls auf einem mit einer Gaskartusche betriebenen Campingkocher zubereitet werden.

Wer pflegebedürftige Angehörige zu Hause betreut, sollte sich rechtzeitig Gedanken darüber machen, was bei einem Stromausfall nicht mehr funktionieren würde, und für Alternativen sorgen.

Wer mangels Strom gasbetriebene Heiz- und Lichtquellen, Kerzen oder ähnliches benutzt, schafft gleichzeitig ein erhöhtes Brandrisiko. Daher sollten in jedem Raum Rauchmelder installiert und Feuerlöscher griffbereit sein; beim Blackout kann es länger als gewöhnlich dauern, bis die Feuerwehr kommt, weil sie stark überlastet sein wird

Ist der Ernstfall da, sofort alle elektrischen Wärmegeräte (Herd, Bügeleisen, Heizdecken etc.) ausschalten, damit sie nicht unkontrolliert anspringen, wenn der Strom wieder da ist.

Um die Mobilfunknetze für Notrufe freizuhalten, nur die nötigsten Anrufe machen. Spart auch Akku-Strom beim eigenen Handy.

Von Kathrin Bolte

In der heutigen Zeit hängt vieles von einer funktionierenden Stromversorgung ab. Ohne Elektrizität stehen viele Menschen ziemlich hilflos da. Sind Sie auf einen längeren Ausfall gut vorbereitet? Was meinen Sie? Wer an unserer AZ-Umfrage teilnimmt, kann einen 100-Euro-Gutschein der Konzertkasse gewinnen.

25.09.2019
Gifhorn Stadt Ausschusssitzung in Gifhorns Rathaus In Gifhorn fehlen 166 Kita-Plätze

Fehlende Kindergarten- und Krippenplätze und eine Preiserhöhung beim Mittagessen in Kitas und Schulen: Themen, die am Dienstag in Gifhorns Rathaus die Politik beschäftigten.

24.09.2019

Die Band der Lebenshilfe namens Hitpüraten freut sich: Durch eine Spende der Egon-Gmyrek-Stiftung konnte ein neues Musikinstrument angeschafft werden.

24.09.2019