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Gifhorn Stadt Darum gibt’s nun einen Clara-Schumann-Saal
Gifhorn Gifhorn Stadt Darum gibt’s nun einen Clara-Schumann-Saal
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12:00 11.11.2019
Matinee zur Namensgebung: Der Saal der Gifhorner Kreismusikschule heißt jetzt Clara-Schumann-Saal. Quelle: Michael Franke
Gifhorn

Mit einer Matinee am Sonntagmittag ist der Saal der Kreismusikschule im Gifhorner Bildungszentrum in eine neue Ära gegangen. Er heißt fortan Clara-Schumann-Saal. Gunhild Posselt, Geschäftsführerin der Bildungs- und Kultur gGmbH des Landkreises, und Helmut Hermann, Vorsitzender des Aufsichtsrats, enthüllten feierlich die Namenstafel, die noch neben den Eingang befestigt werden soll.

Warum wird der Saal der Musikschule nach der Frau vom letzten Hundert-Mark-Schein benannt? Musikschulleiter Peter Bönisch nennt gleich mehrere Faktoren, die Clara Schumann als Namensgeberin prädestinieren. Sie wäre in diesem Jahr 200 Jahre alt geworden, war Komponistin und Musikerin und „eine unheimlich starke Persönlichkeit“. „Saal des Bildungszentrums? Das war schon lange für eine Musikschule zu trocken“, sagt Bönisch. „Clara-Schumann-Saal klingt da schon ganz anders.“

Vergleich mit Madonna

Zusammen mit Ricarda Riedesel von der Volkshochschule führte Bönisch die mehr als 50 Gäste der Matinee durch das Leben Clara Schumanns: Ehe mit Robert, ihre tiefe Freundschaft mit dem 14 Jahre jüngeren Johannes Brahms – die damals für Spekulationen und Getuschel sorgte – und das künstlerische Schaffen. So trat Clara Schumann mit neun Jahren zum ersten Mal im Leipziger Gewandhaus auf und veröffentlichte mit elf ihr erstes Werk. Kaiser Ferdinand I ernannte sie zur kaiserlich-königlichen Kammervirtuosin. Für Bönisch ist Clara Schumann damals „vergleichbar mit Madonna heute“. Sie wurde 1878 in Frankfurt die erste Professorin Deutschlands.

Die Geschichte von Robert und Clara

„Sie war damals der Star“, sagt Bönisch über das Musiker- und Komponistenpaar Clara und Robert Schumann. „Heute ist es umgekehrt.“ Inzwischen sei Robert Schumann bekannter. Clara habe ihn 38 Jahre lang überlebt – und seine Werke bekannt gemacht und verlegt.

Noch eine andere Klara

Riedesel las immer wieder Passagen aus dem Tagebuch und dem Ehetagebuch vor. Museumschefin Birthe Lehnberg schlug in einem Beitrag einen Bogen von einer Clara zur anderen Klara: der Herzogin und Gattin des Gifhorner Kurzzeit-Welfen-Herrschers Franz. „Eine weitere starke Frau“, so Lehnberg.

Und sie spielten die Musik dazu

Den musikalischen Part bestritten Nobuka Nagaoka (Flügel), Dr. Corinna Eikmeier (Cello), Angelika Lorenz-Negreanu (Violine), Peter Neufeld (Klarinette) und Tatjana Podyomova (Flügel). Es gab das Opus 15, ein Klaviertrio und zwei Sätze aus den drei Romanzen – „ausschließlich Musik von Clara Schumann“, so Bönisch, den auch etwas Persönliches mit der Komponistin verbindet: Das Ehepaar Bönisch hat das im Mai geborene Töchterchen Clara genannt.

Von Dirk Reitmeister

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