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Gifhorn Stadt Berufsschüler rappen für mehr Respekt
Gifhorn Gifhorn Stadt Berufsschüler rappen für mehr Respekt
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06:00 28.01.2019
Rappen für Respekt: Elf Schülerinnen und Schüler der BBS II schließen im Tonstudio des Kultbahnhofs ihre Projektwoche ab. Quelle: Cagla Canidar
Gifhorn

„Kannst Du noch ein bisschen, oder ist es langsam nervig?“ Coach Carlos Zamora animiert die 18-jährige Vian sachte, den Refrain nochmal einzuspielen. „Du bist natürlich aufgeregt“, sagt der Rapper zu der Sängerin, auf die zehn Mitschüler-Augenpaare gucken. „Das ist ganz normal.“

Beim Abspielen hält sich die in Stüde lebende Irakerin den Mund zu und dreht den Kopf verschämt weg. „Ich habe noch nie was gesungen“, sagt sie. Sich selbst zu hören sei doch sehr ungewohnt.

Es geht um Liebe, Politik und Soziales: Elf Mädchen und Jungen der Berufsbildenden Schulen II Gifhorn rappen in einer besonderen Projektwoche für mehr Respekt.

Vian bringt wie alle selbst Geschriebenes ins Mikro. Es geht um eine junge Frau, die einen anderen Mann liebt als den, den ihre Familie ausgesucht hat. Andere machen sich Gedanken über eigene Ziele oder Ausgrenzung. Carsten Melchert, Leiter der Berufsbildenden Schulen II, urteilt begeistert: „Auf sehr hohem Niveau.“

Eine Schulwoche lang haben die acht Jungen und drei Mädchen aus Berufseinsteigerklassen, Berufsvorbereitungsklassen und Berufsfachschulen stundenlang Texte geschrieben und im kleinen Pavillon der BBS II geübt. Höhepunkt des Projekts aus dem bundesweiten Programm „Lass und reden – reden bringt Respekt“ in Zusammenarbeit mit der Caritas war der Studiotag am Samstag im Kultbahnhof, so Schulsozialarbeiter Dirk Hubrich.

Rapper sollen in der Schule auftreten

Zamora, der in Südamerika mit Straßenkindern arbeitet, ist zufrieden mit den Gifhornern. „Man kann schon raushören: Da geht was“, sagt er in der Pizzapause. Was wird aus den Ergebnissen? Melchert kann sich vorstellen, dass die Rapper bei Schulveranstaltungen auftreten. Und Christopher Pfeiffer vom Caritasverband weiß aus Erfahrung: „Das wird mit Sicherheit auch ins Internet gehen.“

Von Dirk Reitmeister

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