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Gifhorn Stadt Armbrust-Drama: Zwei weitere Leichen in Wittingen entdeckt
Gifhorn Gifhorn Stadt Armbrust-Drama: Zwei weitere Leichen in Wittingen entdeckt
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20:13 13.05.2019
In einer Wohnung in Wittingen wurden zwei Leichen gefunden, die im Zusammenhang mit dem Armbrustmord in Passau stehen sollen. Quelle: Dirk Reitmeister
Passau/Wittingen

 Ein rätselhafter Mordfall, bis eben noch vermeintlich weit weg im tiefsten Niederbayern, hat nun auch die beschauliche Kleinstadt Wittingen aufgerüttelt. Eine Straße in der Innenstadt ist mit einem Mal Tatort geworden. Der mysteriöse Armbrust-Vorfall spielt nun auch in den Kreis Gifhorn hinein und dreht sich offenbar um mehr als die drei Toten in einer Pension bei Passau.

Nach ihrem mysteriösen Tod in einer Passauer Pension sind jetzt auch noch in der Wohnung einer Wittingerin (30) zwei weitere Frauenleichen entdeckt worden. Neben der Wittingerin starben in Passau auch ein Mann und eine Frau – offenbar durch Armbrustpfeile.

Autoinsassen machen einen langen Hals, zwei junge Männer in einem Polo fahren gleich mehrmals um den Block, um zu gucken, was da los ist. Zunächst sind zwei zivile Kripobeamte, die Dienstwaffen am Gürtel, vor Ort, dann kommen noch zwei Kriminaltechniker in einem Bus dazu. Sie rollen an der Junkerstraße Polizeiabsperrbänder aus und verschwinden immer wieder in einem der drei Häuser, deren Geschäftszeilen im Erdgeschoss leer stehen. Wer genauer hinschaut, sieht sie später im ersten Obergeschoss eines Hauses, das nahtlos an das Gebäude mit dem leerstehenden einstigen Café anschließt, ihrer Spurensicherung nachgehen.

Die Gifhorner Beamten geben sich auf Nachfragen schmallippig und verweisen die zahlreichen Medienvertreter – darunter zwei Fernsehteams – auf die Pressehoheit der bayrischen Kollegen in Passau. Stimmt es, dass in der Wohnung zwei Frauenleichen gefunden wurden? Das geben sie nicht preis – nicht einmal, ob die Junkerstraße gleich ganz gesperrt werde.

Laut Gifhorns Polizeisprecher Thomas Reuter habe Gifhorns Polizei die Angehörigen über den Tod der 30-Jährigen in Niedersachsen informieren wollen und sei zu deren Wohnung gefahren. Nachdem niemand öffnete, wurden die Nachbarn befragt. Die berichteten, dass sie schon länger niemanden mehr gesehen hätten – und erzählten von einem „merkwürdigen Geruch“. Auch der Briefkasten sei übergequollen.

„Das ist unbegreiflich“

In Wittingen sind die Nachrichten längst rum. Udo Meyer ist gerade vom Sport gekommen. „Da macht das schon die Runde.“ Der Tatort liege auf seinem Nachhauseweg. „Das ist unbegreiflich“, sagt der Radler über das, was er bislang zum Armbrust-Fall in Passau gehört hat.

Silvia Henne glaubt, das in Passau gefundene Mordopfer zu kennen. Es sei eine Lehrerin ihrer Enkelkinder. Eine eher „komische“ Person. Komisch im Sinne von distanziert, unnahbar. Eine Frau, die auf der Straße nie grüße. „Wittingen ist eine Kleinstadt, da kennt jeder jeden.“ Und: „Sie war immer so schwarz gekleidet.“ Ein Medienvertreter wirft den Begriff Gothic-Stil in den Raum. Ja, das treffe es wohl, meint die achtfache Mutter.

Immer mehr Medienvertreter

Derweil stoßen immer mehr Medienvertreter hinzu. Ein drittes TV-Team positioniert sich. Eine ältere Frau in einem E-Rollstuhl wartet ab, bis die Fotografen und Kameraleute das Kommen und Gehen der Ermittler an der Haustür abgelichtet haben. Dann hat sie freie Fahrt. Aber auch sie bleibt doch nochmal stehen, um die eine oder andere Neuigkeit aufzuschnappen.

Am Sonnabend sind in einer Pension in Passau drei Tote gefunden worden, darunter eine 30-jährige Wittingerin. In ihren Körpern steckten Armbrust-Pfeile. Am Montag fand die Polizei in der Wohnung der 30-Jährigen in Wittingen zwei weitere Leichen.

Gifhorns Polizeisprecher Thomas Reuter bestätigte den Leichenfund in Passau und die Tatsache, dass eine der Toten in Wittingen wohnhaft war. Die 30-Jährige kam ebenso wie die 33-Jährige und der 53-Jährige aus dem Landkreis Westerwald in Rheinland-Pfalz in der Pension ums Leben. Neben den Leichen hat die Polizei zwei Armbrüste gefunden, eine dritte Armbrust später in einer Tasche. Im Laufe der weiteren Ermittlungen tauchten zwei Testamente auf dem Bett auf. Nähere Hinweise zu den genauen Todesumständen soll eine Obduktion liefern, deren Ergebnis heute erwartet wird.

Verhältnis zueinander unklar

Die drei Opfer hatten sich am Freitag in die Pension eingemietet. Unklar ist, in welchem Verhältnis sie zueinander standen. Laut Passauer Oberstaatsanwalt Walter Feiler steckten in den Körpern des Mannes und der 33-jährigen Frau, die Hand in Hand auf dem Bett lagen, mehrere Pfeile, im Körper der auf dem Boden liegenden Frau ein Pfeil. Alle sollen Mitglieder eines Vereins gewesen sein, der Ritterturniere ausrichtet.

Die Kriminalpolizei Gifhorn ist nach dem weiteren Leichenfund in der Wohnung in Wittingen, in der die 30-Jährige mit ihrer Lebensgefährtin zusammen gelebt haben soll, damit beschäftigt, die Hintergründe und Identität der beiden dort gefundenen Frauen zu ermitteln – bei einer soll es sich um die Schwester der 30-Jährigen handeln. Ansonsten habe sich die Arbeit der Gifhorner Polizei bislang auf die Überbringung der Todesnachricht beschränkt, sagt Reuter. Die Ermittlungen führten die Kollegen in Bayern.

Seriöser Eindruck

Laut Münchner Merkur soll die Wittingerin das Zimmer in der Pension gebucht haben. „Es war eine seltsame Gruppe“, zitiert die Zeitung einen anderen Gast der Pension an der Ilz. Der Mann habe in seinem Anzug und mit dem weißen Bart sehr seriös gewirkt. Die beiden Frauen seien in Schwarz gekleidet gewesen. Sie hätten allesamt einen „Guten Abend“ gewünscht, noch Wasser und Cola aufs Zimmer im zweiten Stock mitgenommen. Das sei das letzte Mal gewesen, dass sie lebend gesehen wurden. Zimmermädchen hatten die Leichen am Samstag entdeckt.

Von Dirk Reitmeister

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