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Gifhorn Stadt Antragsstau in der Führerscheinstelle: Langsam tut sich was
Gifhorn Gifhorn Stadt Antragsstau in der Führerscheinstelle: Langsam tut sich was
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00:20 01.04.2019
Engpass in der Führerscheinstelle: Mit der Besetzung vakanter Stellen konnte der Landkreis die Probleme schon etwas entschärfen.
Engpass in der Führerscheinstelle: Mit der Besetzung vakanter Stellen konnte der Landkreis die Probleme schon etwas entschärfen. Quelle: Cagla Canidar
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Gifhorn

Arturs Sondors hat schon wieder ein Problem. Der lettische Berufskraftfahrer beantragte im vorigen Sommer eine Fahrerkarte für Busse, eine Art europaweiter Lebenslauf, auf dem Pausen- und Fahrzeiten sowie Geschwindigkeiten dokumentiert werden. Drei Monate habe er seinerzeit gewartet, so Sondors. Inzwischen habe sich der Traum vom Busfahrer zerschlagen, er will nun auf Lastwagen umsatteln. Für seine neue Lastwagen-Fahrerkarte müsse er aber erst die alte Bus-Fahrerkarte in Gifhorn abmelden. Und schon wieder sei die Sachbearbeiterin krank. Nun bangt er um die Zusage einer Stelle bei einer Spedition in Salzgitter. „Ich muss warten, warten, warten.“

Bis zu zwölf Wochen Wartezeit

Uwe Boll, Sprecher der Fahrlehrer im Kreis Gifhorn, kennt die Staus im Amt. Zwölf Wochen warten auf einen Führerscheinantrag – das sei voriges Jahr in Gifhorn Standard gewesen. „Das war schon extrem, ist aber nicht mehr aktuell“, sieht er Bemühungen des Landkreises, die Situation zu entschärfen. „Wir haben inzwischen kürzere Wartezeiten.“ Gleichwohl reichten sie noch nicht an die 14 Tage in Celle heran.

Laut Erstem Kreisrat Dr. Thomas Walter kamen 2018 in der Führerscheinstelle mehrere Faktoren zusammen, die zu Personalausfällen geführt hatten – von Krankheit über Mutterschutz bis hin zu Ruheständen. „Vakante Stellen wurden in der Zwischenzeit wiederbesetzt, ein weiteres Wiederbesetzungsverfahren ist in Kürze abgeschlossen, und die Führerscheinstelle wurde um eine weitere Stelle verstärkt.“ Außerdem wolle der Landkreis die Arbeitsabläufe optimieren, um Mitarbeiter zu entlasten und Warteschlangen zu verkürzen. Dazu zähle auch der neue Kassenautomat.

Weitere Optimierungsmöglichkeiten werden geprüft

Eine Fahrerkarte erfordert laut Walter in der Regel eine Bearbeitungszeit von etwa einer Woche und ein Führerschein von etwa zwei Wochen nach Antragstellung. Innerhalb dieser Zeit produziere sie die Bundesdruckerei. Darauf habe der Landkreis keinen Einfluss. Die Verzögerungen entstanden Walter zufolge bei der Benachrichtigung der Antragsteller und der Ausgabe der Dokumente. „Die fertigen Dokumente werden künftig direkt vom Kraftfahrtbundesamt oder von der Bundesdruckerei an die Antragsteller versandt, sodass Wartezeiten reduziert und gleichzeitig das Personal der Führerscheinstelle entlastet werden“, kündigt Walter an. Weitere Optimierungsmöglichkeiten würden zurzeit hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit geprüft.

Zu Sondors’ speziellen Fall äußerte sich Walter aus Datenschutzgründen nicht. Boll jedenfalls hält dem Landkreis zugute, sich von selbst des Themas angenommen zu haben. „Wir sind schon froh, dass es keine zwölf Wochen mehr sind.“

Von Dirk Reitmeister