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Gifhorn Stadt Gifhorner Landwirte: Deshalb gibt’s jetzt eine Mahnwache
Gifhorn Gifhorn Stadt Gifhorner Landwirte: Deshalb gibt’s jetzt eine Mahnwache
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15:12 02.12.2019
„Das Maß ist voll“: Die Landwirte Axel Busse (l.) und Frank Baumgarten beteiligten sich am Montag an der Mahnwache der Landwirte. Quelle: Sebastian Preuß
Landkreis Gifhorn

Nach den Trecker-Demos nun die Mahnwache: Landwirte aus dem Landkreis Gifhorn lassen nicht locker, um gegen das von der Bundesregierung geplante Agrarpaket ihre Stimme zu erheben – am Montag erstmalig mit einer Mahnwache an mehreren Straßen im Kreisgebiet.

„Wir wollen ein Zeichen setzen“

Nach den Trecker-Demos nach Hannover, Hamburg und Berlin hat die Protestbewegung „Land schafft Verbindung“ in Gifhorn kurzfristig eine Aktion aus dem Boden gestampft. Ab 7 Uhr standen am Montag Landwirte unter anderem an der B 4 bei Meine, auf einer Ackerfläche zwischen Leiferde und Vollbüttel, am westlichen Ortseingang Wittingen an der B 244 und an der B 4 bei Sprakensehl. Am Morgen tagte in Berlin Kanzlerin Angela Merkel mit Ministern und Vertretern von 40 Verbänden zum Thema Agrarpolitik. „Wir wollen ein Zeichen setzen und signalisieren, dass wir mitreden wollen“, erklärt Florian Dralle, Sprecher von Landschaft schafft Verbindung im Landkreis Gifhorn. Gleichzeitig waren alle Passanten eingeladen, mit den Landwirten ins Gespräch zu kommen.

Enttäuschung nach Live-Übertragung aus Berlin

Zwischen Leiferde und Vollbüttel etwa hielten Axel Busse aus Hillerse und Frank Baumgarten aus Leiferde die Stellung. Auf Wissbegierige warteten sie vergebens. Aber Baumgarten hofft, „dass sich einige beim Vorbeifahren vielleicht Gedanken machen“. Zusammen haben Busse und er gerade auf youtube eine Live-Ausstrahlung der Agrarrunde in Berlin angeschaut. Ihre Blicke danach sagen alles – Enttäuschung. „Wenn die Kanzlerin und Ministerinnen so lange reden, bleibt für jeden Verband gerade einmal ein paar Minuten Zeit.“

„Das Maß ist voll“

Und dann kommen sie in Fahrt. „Das Maß ist voll“, sagt Baumgarten. Wirtschaftlich sei Landwirtschaft unter den neuen Bedingungen „nicht mehr machbar“. Deutsche Landwirte würden erheblich benachteiligt, nach weitaus strengeren Kriterien als in anderen EU-Ländern müssten sie arbeiten. Busse holt daraufhin sein Handy raus und zeigt ein Video, in dem Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kienast vor Demonstranten davon spricht, dass Deutschland vor Jahren die sensibelsten Messdaten übermittelt habe, andere Länder hingegen nur Durchschnittswerte gemeldet hätten.

Dänemark als mahnendes Zeichen

Sie machen sich nicht nur Sorgen um ihre eigene Existenz, sondern möchten auch warnen. In Dänemark etwa habe man mit einer Verschärfung beim Düngen bewirkt, dass Getreide nicht mehr backfähige Qualität habe. In der Folge musste Mehl importiert werden, damit weiter Brot und Brötchen hergestellt werden können. „Dänemark hat das wieder zurückgedreht. Aber genauso wird es jetzt in Deutschland kommen“, sind sich Busse und Baumgarten sicher. Ob sie ihre Höfe noch in andere Hände übergeben werden? Beide haben da große Zweifel. „Der Strukturwandel hat schon voll zugeschlagen. Alleine in Leiferde hatten wir mal 20 Höfe, jetzt sind es nur noch drei.“

Von Andrea Posselt

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