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Gifhorn Stadt „Mehr kaputt gemacht als repariert“: Heizungs-Notdienst verlangt 431 Euro
Gifhorn Gifhorn Stadt „Mehr kaputt gemacht als repariert“: Heizungs-Notdienst verlangt 431 Euro
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08:08 29.12.2019
Ärger mit dem Heizungsnotdienst: Lothar Meinert ist über die Feiertage an einen offenbar zweifelhaften Anbieter geraten. Quelle: Lea Rebuschat
Gamsen

Dieses Weihnachten wird Lothar Meinert aus Gamsen nicht so schnell vergessen. Die meiste Zeit während der Feiertage verbrachte er im Heizungsraum. Zum Glück hatte er noch einen Kamin. Denn der Heizungsnotdienst erwies sich als wenig hilfreich – und hat möglicherweise noch ein juristisches Nachspiel.

Bereits am Tag vor Heiligabend machte die Anlage Sperenzien. Über sein Smartphone googelte Meinert deshalb einen Heizungsbetrieb – und stieß dabei auf die Firma von Dirk Stein in Gamsen, praktisch einen Nachbarn. Per Anruf landete er bei einem Notdienst, der dann Meinert zufolge etwa fünf Stunden später abends bei ihm aufschlug. Begründung: Es gebe so viel zu tun.

Die Skepsis kommt erst später

Dass es gar nicht die eigentliche Firma des Gamsener Handwerkers war, „hat mich auch erst gewundert“. Aber dann habe er gedacht, dass es ein Vertragsnotdienst sei. Erst im Verlauf der Arbeiten wurde Meinert immer skeptischer. „Der hat nur gemacht, was ich auch gekonnt hätte.“ Und dafür eine Rechnung über 431 Euro ausgestellt.

Zweimal die ominöse Firma an der Strippe

Die seien bar zu zahlen gewesen, so Meinert. „Angeblich war das EC-Karten-Lesegerät kaputt.“ Ihm kam das immer suspekter vor. Zumal über die Feiertage dann die Heizung schon wieder nicht lief. Ein zu Rate gezogener Kumpel habe ihm die Nummer eines Wahrenholzer Handwerkers gegeben. Trotzdem landete Meinert wieder bei dem selben ominösen Notdienst-Monteur aus dem Ruhrgebiet. „Ich habe zweimal angerufen. Jedes Mal hatte ich diese Firma dran.“

Erst als Meinert eigenen Angaben zufolge am zweiten Feiertag nicht über das Smartphone, sondern über den Laptop googelt, bekommt er Dirk Stein persönlich an den Apparat. Der kann über die Arbeit des angeblichen Notdienstes nur den Kopf schütteln. „Die haben ja mehr kaputt gemacht als repariert.“ Der Fachmann aus Gamsen jedenfalls hatte den Fehler offenbar schnell im Griff. Meinert: „Der war da keine halbe Stunde dran.“ Seitdem laufe die Heizung wieder.

Innungsmeister wittert Betrug

Für Stein ist es ein Rätsel, wie Meinert an die Firma aus dem Ruhrgebiet geraten ist. Eines steht für ihn angesichts der Arbeitsleistung vor Ort fest: „Ob die meine Telefonnummer abgefischt haben oder nicht, es ist Betrug.“ Nicht nur wegen des viel zu hohen Preises. Bei seinen Recherchen zu dem Anbieter sei er auf den Begriff „Firma in Gründung“ gestoßen, aber nicht auf einen Handelsregister-Eintrag, sagt Stein. Außerdem verfüge die Firma offenbar über keine Berechtigung, an Öl-Anlagen zu arbeiten.

Damit mehren sich Steins Zweifel an der Kompetenz der Firma. „Was machen die erst an Gasanlagen? Da kriegt man ja Angst.“ Mit so welchen wolle er jedenfalls nicht in Verbindung gebracht werden. „Die machen mir ja noch einen schlechten Ruf.“ Aus all diesen Gründen will er die Polizei und die Handwerkskammer einschalten und seine Kollegen warnen.

Polizei: Ein merkwürdiger Fall

„Bei Schlüsseldiensten kommt so was ja häufiger vor“, sagt Gifhorns Polizeisprecher Thomas Reuter. Von solch einem Handwerker-Nepp höre er aber das erste Mal. „Das ist schon sehr merkwürdig.“

Weihnachten im Heizungsraum: „Das werde ich so schnell nicht vergessen“, sagt Meinert. „Gott sei Dank habe ich auch einen Kaminofen. Da war das nicht so bitter.“

Von Dirk Reitmeister

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