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Gifhorn Stadt Mit Tüchern, Altpapier und Fantasie: Geschenke verpacken im Sinne der Umwelt
Gifhorn Gifhorn Stadt Mit Tüchern, Altpapier und Fantasie: Geschenke verpacken im Sinne der Umwelt
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08:00 12.12.2019
Nur aus den Beständen ihrer Haushalte haben die drei Frauen eine eindrucksvolle Vielfalt an „Rohmaterial“ für ihr Experiment zusammengetragen. Vorgabe war, nur die Dinge zu verwenden, die es ohnehin schon gibt. Quelle: Dennis Nobbe
Gifhorn

Liebevoll und oft aufwendig verpackte Geschenke gehören zur Weihnachtsbescherung dazu – schließlich ist das Auspacken und die damit verbundene Überraschung ein großer Teil des Vergnügens. Doch das währt nur kurz, und nach den Festtagen quellen die Mülltonnen über. „Muss das wirklich so sein? Oder geht es nicht auch anders?“, haben sich drei Mitarbeiterinnen der Aller-Zeitung gedacht, gemeinsam über Alternativen zum klassischen Geschenkpapier nachgedacht und einige davon auch gleich selbst ausprobiert.

Überraschend viele Möglichkeiten

Es gibt überraschend viele Möglichkeiten, Dinge umweltfreundlich und dennoch hübsch und tatsächlich „verschenkbar“ zu verpacken, haben Redakteurin Kerstin Wosnitza, Redaktionsassistentin Isabell Stockmann und die freie Mitarbeiterin Mara-Ann Meeuw festgestellt. Sie hatten sich recht spontan zu einer Ideenbörse verabredet. „Wir haben alle bei uns zu Hause nachgeschaut und mitgebracht, was sich angeboten hat. Extra gekauft haben wir nichts. Unsere selbst gesetzte Vorgabe war, Dinge zu verwenden, die es sowieso schon gibt, so dass kein zusätzlicher Müll entsteht“, sagen die drei Frauen.

Ein ganzer Konferenztisch voller Rohmaterial

Dennoch bedecken die „Schätze“ als Rohmaterial für das Verpackungs-Experiment einen großen Konferenztisch. Nach einer guten halben Stunde liegen dann zahlreiche ebenso originell wie sehr hübsch gestaltete Päckchen beieinander. Das Arrangement könnte sich auch als „echter“ Gabentisch durchaus sehen lassen und stößt auf großes Interesse sowie überraschte Bewunderung bei den Kollegen. „Es gab sogar Anfragen, ob wir nicht vielleicht Verpackungs-Aufträge annehmen“, sagt Wosnitza und lacht.

Drei Frauen haben sich zusammengesetzt, um Alternativen zum klassischen Geschenkpapier auszuprobieren. Das Ergebnis überrascht.

Stoff eignet sich hervorragend

„Stoff in jeder Form eignet sich hervorragend zum Verpacken. Dazu zählen neben Stoffresten auch hübsche Geschirrhandtücher oder – gut geeignet für größere Pakete – Tischdecken“, hat Stockmann festgestellt. Überraschend hübsch sind als Bänder für kleinere Pakete schmal zugeschnittene Streifen aus farbigem Jersey, zum Beispiel aus abgelegten T-Shirts. Diese rollen sich zusammen und wirken dadurch fast wie Kordeln. Aber auch farbenfrohe Bänder aus Wollresten – mehrfach um ein Paket gebunden – machen sich sehr gut. Aufpeppen kann man die Päckchen auch prima mit kleinen Tannenzweigen, Zapfen oder anderen Dingen aus der Natur.

Kalender, Landkarten und bunte Prospekte

Der Klassiker für das Geschenke packen ist natürlich Papier. Wer darauf nicht verzichten mag, hat eine ganze Reihe Alternativen zur gängigen Variante, nagelneues Geschenkpapier einmal zu verwenden und nach Gebrauch zu entsorgen. „Die farbenfrohen Landkarten aus einem alten Atlas zum Beispiel eignen sich wunderbar“, sagt Reporterin Mara Ann Meeuw. Kombiniert mit einem roten Anhänger aus Holz, der viele Jahre immer wieder verwendet werden kann, oder einer breiten roten oder goldenen Stoffschleife sehen die Pakete schön bunt und trotzdem sehr weihnachtlich aus.

Überraschend ansehnlich sind selbst gebastelte Tüten aus bunten Prospekten oder Seiten aus Illustrierten. „Auch aus alten Kalenderblättern lässt sich viel machen. Da sie relativ stabil sind, kann man Schachteln in verschiedenen Größen daraus falten, die sich dann auch mehrfach verwenden lassen“, so Stockmann.

Ein Video über den Selbstversuch finden Sie hier:

Stoffbeutel lassen sich viele Jahre lang nutzen

Über Jahrzehnte bewährt und jetzt überraschend aktuell ist eine Idee von Redakteurin Kerstin Wosnitza: „Mich haben die Müllberge schon gestört, als meine älteste Tochter noch klein war. Außerdem war mir die viele Einpackerei mit Papier und Klebeband lästig“, sagt sie.

So sei sie auf die Idee gekommen, aus weihnachtlichen Stoffen, die es vor dem Fest überall günstig zu kaufen gibt, Beutel in unterschiedlichen Größen zu nähen, die dann mit passenden Stoffschleifen – auch diese sind mehrfach verwendbar – zugebunden werden. „Die erste Generation dieser Geschenke-Säcke ist mittlerweile etwa 30 Jahre alt und immer noch regelmäßig zur Bescherung im Einsatz“, erklärt Wosnitza.

Mit jedem der beiden weiteren Kinder nahm die Zahl der Geschenke zu. Entsprechend wurden Beutel nachgenäht, so dass mittlerweile ein stattlicher Fundus zusammengekommen ist, der für jedes Geschenk die passende Hülle bietet. Da die Säcke sich ganz klein machen, wenn sie nicht gebraucht werden, nehmen sie das Jahr über nicht viel Platz weg. Und dank der wenigen geraden Nähte sind sie auch für Anfänger an der Nähmaschine leicht anzufertigen.


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Von der Redaktion

Erst einpacken, dann aufreißen – und das Papier landet auf dem Müll. Geht das nicht auch nachhaltiger? Was halten Sie davon, Geschenke umweltfreundlich zu verpacken? Wer an unserer AZ-Umfrage teilnimmt, kann einen 100-Euro-Gutschein der Konzertkasse gewinnen.

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