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Gifhorn Stadt Türchen auf in der Südstadt: Kleiner Markt ganz groß
Gifhorn Gifhorn Stadt Türchen auf in der Südstadt: Kleiner Markt ganz groß
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06:00 13.12.2019
Kleiner Markt, ganz groß: In der Gifhorner Südstadt gibt’s freitags nicht nur Obst und Gemüse – hier trifft man sich und plaudert auch mal über Privates. Quelle: Sebastian Preuß
Gifhorn

Auch das Kleine kann ganz groß sein. Streng genommen ist der Wochenmarkt in der Gifhorner Südstadt zur One-Man-Show geschrumpft, aber die ist fürs Wohnviertel so wichtig. Deshalb wünscht sich Marktfrau Marianne Pelchen, dass die AZ einmal freitags vorbei kommt – das tut sie gerne und öffnet heute ein neues Türchen in ihrem Adventskalender.

Ein Lichtblick fürs Viertel

Christian Luther wohnt in der Südstadt, kauft seit 20 Jahren auf dem kleinen Wochenmarkt ein. „Das ist der einzige Lichtblick, dass der noch hier ist.“ Hier stimme nicht nur die Qualität. Der Besuch ist immer etwas mehr als ein schneller Einkauf. Man kennt sich, vertraut sich auch einmal Privates an. „Die Leute wollen auch einmal was erzählen, ihre Sorgen loswerden. Genauso wie sie merken, dass es mir mal nicht so gut geht und dann helfen sie sogar beim Holen der Ware“, sagt Marktfrau Marianne Pelchen, die seit 40 Jahren hier jeden Freitag arbeitet und ab 6 Uhr Obst und Gemüse für die Kundschaft herrichtet.

„Das Familiäre ist hier so wichtig“

Inzwischen bedient sie schon die Kinder älterer Kunden, so wie Thomas Fichtel, der für seine Mutter Frisches einkauft. „Das Familiäre ist hier so wichtig. Das hat man sonst nirgendwo mehr, dass man noch miteinander redet beim Einkaufen.“ Da wird auch schon einmal über die Verkehrspolitik in Deutschland geschimpft.

Für Ältere ist der Wochenmarktstand besonders wichtig

Auch Gerlind Krause mag sich die Südstadt nicht ohne Wochenmarkt denken. „Hier wohnen so viele Ältere, für die das wichtig ist“, sagt sie. Sie kaufe bewusst am Stand von Rolf Kolster ein, damit der Stand dauerhaft bleibt. „Man kennt sich hier eben einfach. Und auf den Rat von Frau Pelchen kann man sich immer verlassen.“ Darauf schwört auch Ilka Bühring, die seit 30 Jahren Stammkundin ist. „Dieser Markt ist so ein Segen für die Südstadt. Frau Pelchen weiß genau, was ich brauche, und achtet sogar drauf, dass ich nicht etwas Wichtiges vergesse.“

Auch Extra-Wünsche werden erfüllt

Und auf deren großes Herz für Kundenwünsche auch. Nach Blumen hat die Kundschaft in der Südstadt lange gesucht. Pelchen hörte zu und seitdem organisiert sie jeden Freitag eine Auswahl an Sträußen – die bindet sie extra für die Südstadt noch am Donnerstagabend zu Hause.

Manche brauchen sogar keinen Einkaufszettel

Langjährige Kunden wie Dieter Koch brauchen noch nicht einmal einen Einkaufszettel, sondern vertrauen auf Empfehlungen von Marianne Koch. „Sie müssen heute unbedingt die Weintrauben probieren“, sagt sie. Und für die Ente empfiehlt sie einen Boskop. „Nehme ich“, muss Koch gar nicht erst überlegen. Wenn es nach ihm ginge, würden hier alle aus der Südstadt einkaufen, denn der 83-Jährige hat den Niedergang des einst größeren Wochenmarktes miterlebt. Ihm würde etwas Entscheidendes verloren gehen, wenn auch der letzte verbliebene Stand wegfallen würde: „Man trifft sich hier und redet miteinander, das ist wichtig.“

Der AZ-Adventskalender: Die Geschichten

Die Aller-Zeitung schenkt ihren Lesern jeden Tag eine Geschichte – für den AZ-Adventskalender dürfen Sie sich eine Geschichte wünschen. Hier ein Überblick der bereits geöffneten Türchen:

2. Dezember: Das ist die Familienreise-Bloggerin aus Gifhorn

3. Dezember: Das ist die besondere Ausstellung in Gifhorn

4. Dezember: Jetzt hat Gifhorn einen eigenen Gin

5. Dezember: „Wir machen das alles mit Herz“: Warum die DRK-Bereitschaft für Gifhorn so wichtig ist

6. Dezember: Gymnasium Leiferde: Ideen für Nachhaltigkeit hinter jedem Türchen

7. Dezember: Türchen auf: Darum hat Gifhorns Tafel kein Tierfutter

9. Dezember: Wittkopsviertel in Gifhorn: Vieles ist in Bewegung

10. Dezember: Kultbahnhof Gifhorn: Musikprojekt soll Arbeitslosen helfen

11. Dezember: Fibromyalgie: Wenn der Schmerz das Leben zur täglichen Hölle macht

12. Dezember: Kalligrafie: Beim Schönschreiben findet Lieselotte Lehr Entspannung

Von Andrea Posselt

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