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Gifhorn Stadt Türchen auf: Darum hat Gifhorns Tafel kein Tierfutter
Gifhorn Gifhorn Stadt Türchen auf: Darum hat Gifhorns Tafel kein Tierfutter
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06:00 07.12.2019
Alles, außer Tiernahrung: Die Gifhorner Tafel bietet Backwaren, Gemüse und Süßigkeiten, bekommt aber kein Hunde- und Katzenfutter geliefert. Dabei sind Haustiere für viele Bedürftige ein wichtiger Halt im Leben. Quelle: Cagla Canidar Archiv
Gamsen

Haustiere sind für viele Bedürftige, die bei der Gifhorner Tafel Lebensmittel beziehen, ein wichtiger Halt im Leben. Doch sie kosten auch Geld, vor allem beim Futter. Ausgerechnet das kann die Tafel nicht bieten. Darauf hat eine Nutzerin die AZ-Redaktion jetzt aufmerksam gemacht, und dafür öffnet die AZ das nächste Türchen des Adventskalenders.

„Dem Hund ist es egal, ob ich eine Markenjeans trage oder lange Haare. Der nimmt mich so wie ich bin.“ Kai Meier (Name geändert) ist sein vierbeiniger Kumpel sehr wichtig. Der 36-Jährige aus dem Nordkreis will ihn nicht missen, obwohl er seit einer krankheitsbedingten Berufsunfähigkeit vor anderthalb Jahren mit etwas mehr als 1000 Euro im Monat klar kommen muss. Und das ist nicht so einfach.

Die Kosten prasseln auf ihn ein

„Ich muss ein Auto abbezahlen.“ Und die Miete bestreiten, zählt Meier auf. „Der Hund muss demnächst geimpft werden. Das muss ich auch erst einmal zusammenkriegen.“

Hemmungen, zur Tafel zu gehen

Ein halbes Jahr lang hat sich Meier geziert, zur Tafel im Gamsener Paulsumpf zu kommen. „Doch dann waren die Ersparnisse weg.“ Also doch die Tafel. Warum tat er sich so schwer, dort Lebensmittel zu besorgen, obwohl er die Berechtigung hat? „Weil es für mich am Anfang eine Art Betteln war.“

„Ich komme mit einem Paket Nudeln die Woche aus. Der Hund nicht.“ Wenigstens habe er nun für seinen Hund mehr Geld, weil er für seine eigenen Lebensmittel nicht mehr so viel ausgeben muss. Dennoch wünschte er sich, dass die Tafel auch Hundefutter im Sortiment hätte.

Tafel-Chefin: „Tierfutter kriegen wir gar nicht“

Tierfutter kriegen wir gar nicht“, sagt Edeltraud Sack, Chefin der Gifhorner Tafel. Die Kapazitäten der Partner-Supermärkte reichten für die Tierheime. Das gönne sie den Tierheimen auch, da sei kein Neid, sagt Sack. Dennoch würde sie ihren Bedürftigen gern auch mehr als Katzenstreu für die Haustiere bieten können.

„Es tut den Leuten gut, Tiere zu haben“

Denn Sack ist klar, dass den Armen die Haustiere sehr wichtig sind. Wer sich kein Haustier leisten kann, müsse eben darauf verzichten? Das lässt die Tafel-Chefin nicht gelten. Oft seien das sogar die einzigen Freunde oder Partner. „Es tut den Leuten meistens gut, ein Tier zu haben.“

„Der Hund strukturiert den Tag“

„Ich hab’ mir das nicht ausgesucht“, sagt Meier über seine Situation seit anderthalb Jahren. Inzwischen habe er eine Umschulung begonnen, aber bis dahin habe sich das ganz schön gezogen. Dass er nun den neuen Tagesablauf bestreiten könne, habe er auch dem Hund zu verdanken. Bis mittags schlafen kam für ihn nie in Frage. „Der Hund strukturiert den Tag.“ Er musste einfach jeden Morgen zeitig aufstehen.

Von Dirk Reitmeister

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