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Gifhorn Stadt 300 Beschäftigte marschieren bei Warnstreik durch Gifhorn
Gifhorn Gifhorn Stadt 300 Beschäftigte marschieren bei Warnstreik durch Gifhorn
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16:00 24.01.2018
Marschieren nicht nur für mehr Geld: Die Tevesianer verlangen flexiblere Arbeitszeiten zu ihren Gunsten.
Marschieren nicht nur für mehr Geld: Die Tevesianer verlangen flexiblere Arbeitszeiten zu ihren Gunsten.  Quelle: Cagla Canidar
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Gifhorn

 Dort versammeln sich die Beschäftigten des Autozulieferers am Mittwochvormittag, um dann gemeinsam über die Braunschweiger Straße in Richtung Innenstadt zu marschieren. Lautstark mit Trillerpfeifen, Megafon und Sprechchören: Jeder am Rande der Braunschweiger Straße versteht gleich, worum es geht. „Sechs Prozent“, rufen die Tevesianer auf dem Weg zum Schillerplatz.

Am Mittwoch ließ die IG Metall auch in Gifhorn wieder die Muskeln spielen, und 300 Tevesianer folgten dem Aufruf zur zweiten Warnstreik-Runde.

Es bleibt gesittet bei dem 20-minütigen Marsch, der Verkehr wird nicht stark gestört. „Sonst geht es auch nicht viel schneller auf der Braunschweiger Straße“, schmunzelt Mike Hennicke, Einsatzleiter der Polizei-Streikeskorte, die den Marsch über Gifhorns am stärksten befahrene Straße absichert.

Hennicke schätzt die Teilnehmerzahl auf 300. Aufgerufen hat die IG Metall rund 700 Kolleginnen und Kollegen aus den Früh- und Normalschichten. Zufrieden zeigen sich sowohl Lothar Ewald, 2. Bevollmächtigter der IG Metall in Wolfsburg, als auch Burkhard Häusler, Betriebsratschef von Teves in Gifhorn, mit der Resonanz und ihrer Wirkung: Beide versichern auf der Bühne auf dem Schillerplatz vor versammelter Mannschaft, dass der Betrieb im Gifhorner Werk still stehe.

„Wir sind eine Macht“

Die Vertreter der Beschäftigten zeigen sich kämpferisch. „Wir sind eine Macht, wir sind wer und zeigen den Arbeitgebern, dass wir stark sind und für unsere Forderungen einstehen“, ruft Ewald ins Mikro. „Wir sind die Guten. Die dunkle Seite der Macht sind nicht wir, die sitzt auf der anderen Seite des Verhandlungstisches.“ Den Arbeitgebern hält er ein „schäbiges Angebot“ vor. „Die Arbeitgeber sitzen im Bremserhaus.“

Stefan Körzell vom DGB sieht die IG Metall als starken Vorreiter auch für die Tarifauseinandersetzungen in den anderen Branchen, die nun bevor stünden. „Ihr müsst ordentlich was rausholen“, ruft er den Metallern zu. Der Arbeitskampf müsse „der anderen Seite weh tun. Und das kann die IG Metall.“

Betriebsrat: Teves kann auch länger stillstehen

„Wir als Beschäftigte haben viel geleistet und unseren Anteil verdient“, sagt Häusler. Dass seine Kollegen den Betrieb auch länger stilllegen können, „davon bin ich überzeugt“.

Während Jugendvertreter Orhan Özen davon spricht, dass ganz Gifhorn mitbekomme, worum es geht, bleiben nur wenige Passanten bei der Kundgebung stehen. Die meisten eilen daran vorbei.

Von Dirk Reitmeister

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