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Gifhorn Stadt Harry Simon: 100 Jahre alt und voll im Leben
Gifhorn Gifhorn Stadt Harry Simon: 100 Jahre alt und voll im Leben
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07:15 06.11.2019
Verbringt viel Zeit vor dem Computer: Der Gifhorner Harry Simon wird heute 100 Jahre alt. Quelle: Christian Albroscheit
Gifhorn

Harry Simon hat viel gesehen, viel erlebt und viel zu erzählen – und tut noch heute viel dafür, um fit zu bleiben. „Niemals aufgeben“, lautet sein Credo. Am heutigen 6. November feiert der Gifhorner seinen 100. Geburtstag.

Was die 100 für Harry Simon bedeutet

Die Zahl 100 bedeutet ihm selbst nicht viel. „Ich habe mich nie mit meinem Alter beschäftigt“, sagt er selbst. Aber er hat eine Menge dafür getan, so alt zu werden. Den Grundstock für seine Gesundheit hat er – wie er selbst sagt – auf Sardinien gelegt. Dorthin zog es ihn mit 70.

Bildergalerie: Das ist Harry Simon

Am 6. November 2019 feiert der Gifhorner Harry Simon seinen 100. Geburtstag. Er hat viel gesehen, viel erlebt und viel zu erzählen – diese Bilder zeigen es.

Harte Schule auf hoher See

Geboren wurde Harry Simon am 6. November 1919 in Oldenburg. Als 16-Jähriger brach er gegen den Willen der Eltern die Schule ab, heuerte auf dem Schulschiff Pamir und später der Europa an, einem der größten Passagierschiffe der damaligen Zeit. „Das war die härteste Schule, die man sich vorstellen kann“, sagt er. Aber nachdem Kapitän Oskar Scharf ihm mehrmals das Ruder überlassen hatte, merkte er auch: „Du kannst es schaffen und dein Leben selbst gestalten.“

Harry Simons Aufstieg im Berufsleben

Es folgte der Zweite Weltkrieg, den Harry Simon beim Nachrichtendienst im Mittelmeerraum überstand. Und schließlich das Berufsleben, in dem er es vom Sachbearbeiter bei Telefunken zum Manager im Marketingbereich und schließlich zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Gesellschaft für Dämmstoffe in der Sassenburg brachte. Dann kam der Eintritt in den Ruhestand. Und Harry Simon hat „ein Jahr lang nur gefaulenzt“, wie er selbst sagt.

Das Arbeitsleben nach dem Berufsleben

Das bekam ihm aber gar nicht gut. Und so fing sein Arbeitsleben kurze Zeit später erst richtig an. Harry Simon baute Tennisschulen mit auf, war in der Immobilien- und Versicherungsbranche tätig und half, die EC-Karte als elektronisches Zahlungsmittel in Deutschland einzuführen. „Ich hatte so viel zu tun, wie nie zuvor“, erinnert sich Simon. Doch dann kam der Punkt, an dem er eine Auszeit brauchte. Und Harry Simon ging nach Sardinien, mit 70 und für „viele, viele Jahre.“

Die Zeit auf Sardinien

Dort lebte er fernab von jeglichen Status-Symbolen, war mit der Natur und der Bevölkerung verbunden, und fing mit dem Malen an. „Die Zeit war unverfälscht und der Grundstock für meine heutige Gesundheit“, sagt Harry Simon. Bei einem Heimaturlaub traf er an einem Blumenstand in der Gifhorner Fußgängerzone schließlich auf seine heutige Frau Erika – und es reifte der Entschluss zurückzukehren. Im September haben die beiden Silberhochzeit gefeiert.

Die Rückkehr nach Gifhorn

Zurück in Gifhorn wurden der Wassersportclub und der Tankumsee Harry Simons Heimathafen. „Der Ankerplatz für mein Segelboot war das wichtigste für mich“, sagt er. Beim Segeln konnte er abschalten und in schwierigen Situation wieder zu sich selbst finden. Ebenso fand er beim Tennisspielen im TC Eyßelheide eine Heimat. Beiden Hobbys ist er noch bis vor einigen Jahren nachgegangen.

Erster Computer zum 80. Geburtstag

Und dann ist da noch der Computer. Seinen ersten hat er zum 80. Geburtstag von seinem Sohn bekommen. Ein Jahr später hatte er seine eigene Homepage. Und mit 95 hat er sich für den „Goldenen Internetpreis“ beworben. „Ohne das Internet gäbe es mich nicht mehr“, sagt er heute. Denn als Ärzte bei ihm vor einigen Jahren eine chronische rheumatoide Arthritis diagnostizierten, machte er sich dort auf die Suche nach alternativen Heilmethoden – und würde fündig.

Auch mit 100 „niemals aufgeben“

Noch heute fährt er einmal pro Woche mit dem Auto nach Braunschweig zur Ergotherapie, manchmal dreht er sogar noch eine Runde mit dem Roller.Mit 97 hat er extra einen Fahr-Fitnesstest gemacht „und diesen mit links bestanden“, wie er stolz sagt. Und dann sind da noch die vielen Fitness-Geräte im Haus der Simons. „So erhalte ich meine Beweglichkeit“, sagt Harry Simons. Schließlich dürfe man „niemals aufgeben“ – auch nicht mit 100.

Von Christian Albroscheit

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