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Brome Zicherie-Böckwitz: Zum 30. Jahrestag wird die Grenzöffnung noch mal groß gefeiert
Gifhorn Brome Zicherie-Böckwitz: Zum 30. Jahrestag wird die Grenzöffnung noch mal groß gefeiert
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21:10 18.11.2019
30. Jahrestag: Im Festzelt auf der Europawiese in Böckwitz wurde die Grenzöffnung noch mal gefeiert. Quelle: Jörg Rohlfs
Böckwitz

Auf den Tag genau 30 Jahre nach der Öffnung der innerdeutschen Grenze im ehemaligen Doppeldorf Zicherie-Böckwitz fand auf der Europawiese eine Feier statt, die diesem Ereignis gedachte: mit der Pflanzung einer Eiche sowie Wortbeiträgen und Musik im Festzelt.

“Gefühlt 500 Leute“

Das war gut gefüllt mit „gefühlt 500 Leuten“, wie Bromes und damit auch Zicheries Bürgermeister Gerhard Borchert bemerkte und sich darüber freute, dass „die Veranstaltung so gut ankommt“. Begonnen hatten die Festlichkeiten gegen 17.30 Uhr mit dem fackelbewehrten Anmarsch der Feuerwehren aus Brome, Böckwitz und der Jugendwehr aus Jahrstedt auf die Europawiese.

Dort fackelten die beiden Landräte Michael Ziche (Salzwedel) und Dr. Andreas Ebel (Gifhorn), Bromes Samtgemeindebürgermeisterin Manuela Peckmann, Borchert sowie sein Amtskollege Uwe Bartels aus Klötze nicht lange und pflanzten eine gut drei Meter hohe Eiche in die Erde. Danach ging’s aufs Zelt, wo Biertischgarnituren aufgestellt worden waren und zu späterer Stunde am hinteren Ende auf einem Podest der Musikzug der Bromer Wehr für Stimmung sorgte.

Grenzübergreifender Gesang

Am Anfang aber sangen die Krone-Chöre aus Jahrstedt-Germenau, Tülau, Velstove und Hehlingen grenzübergreifend gemeinsam das „Bundeslied“ und „Möge die Straße uns zusammenführen“. Dann berichtete Bartels, dass er auch heute noch „Gänsehaut“ bekomme, wenn er den ehemaligen Todesstreifen passiere – „zu Fuß, mit dem Auto oder einem anderen Fahrzeug“ – und mahnte Chancengleichheit in West und Ost an.

Im einstigen Doppeldorf wurde am Montag Abend auf der Europawiese in einem Festzelt gefeiert.

Borchert würdigte den Augenblick – „es geht um die ganze Welt, was hier passiert“ – freut sich aber auch darauf, wenn nach dem ganzen Jubiläums-Trubel „wieder Ruhe einkehrt, machte sich für die Erhaltung des Grenzlehrpfads bei Zicherie stark und erklärte, die Öffnung der Grenze vor 30 Jahren sei „alternativlos“ gewesen.

„Der Weg war steinig“

Peckmann dankte denen, die seinerzeit „auf die Straße gingen“ und rief dazu auf, „noch einmal zu spüren“ wie es war bei der Grenzöffnung, als die Herzen offen gewesen seien, „wie nie zuvor“ und sich wildfremde Menschen umarmten. Danach habe man „eins werden wollen. Aber der Weg war steinig“ und er sei noch nicht zuende.

Deutsche Verhältnisse

Nachdem der Frauenchor Steimke gesungen hatten, erörterten die Pastoren Thomas Piesker (Ost) und Helmut Kramer (West) in einem Zwiegespräch deutsche Verhältnisse während und nach der Teilung. Und bevor schließlich die Landräte zum Zuge kamen, erscholl noch einmal Uwe Bartels Stimme über die Verstärkeranlage: „Mehr Aufmerksamkeit bitte da vorn am Tresen, sonst wird der Bierhahn zugedreht!“

Aber an diesem Abend ließ sich keiner abhalten vom Feiern. Und original Bockwurst im Brötchen mit Ketchup oder Senf gab es auch.

Von Jörg Rohlfs

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