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Brome Schiedsmann Hartmut Jakobs vermittelt zwischen Nachbar und Streithahn
Gifhorn Brome Schiedsmann Hartmut Jakobs vermittelt zwischen Nachbar und Streithahn
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18:58 26.08.2019
Wieder gewählt: Hartmut Jakobs ist Schiedsmann ist der Samtgemeinde Brome im 16. Jahr. Quelle: Jörg Rohlfs
Zicherie

Hartmut Jakobs ist in der Samtgemeinde Brome als Schiedsmann tätig. Und das schon im 16. Jahr. Jüngst wurde er vom Rat für weitere fünf Jahre in dieses Amt gewählt. Sein Antrieb: „Ich möchte meinen Beitrag leisten dafür, dass es den Menschen, die hier leben, gut geht.“

„Der fragt nicht nach Schuld“

Der 69-Jährige sieht sich als Schiedsmann in der Rolle des Vermittlers, Mediators: „Der fragt nicht nach Schuld, sondern danach, wie die Parteien – Nachbarn oder Streithähne – in Zukunft miteinander umgehen wollen.“ Sympathisch und angebracht erscheint dem Zicherier, der zu Erwerbszeiten als Geschäftsführer unter anderem in der Waldorfschule Wolfsburg und beim DRK-Kreisverband Gifhorn tätig war, auch der Begriff „Katalysator“.

An einen Tisch bringen

„Manchmal braucht es eben einen solchen, damit sich zwei unvereinbare Elemente wieder verbinden können“, schmunzelt der studierte Diplompädagoge und Sozialwissenschaftler bei einem Glas Wasser auf der erhöht liegenden, überdachten Terrasse seines Wohnhauses. Als Schiedsmann müsse man zuhören und auf Leute zugehen können. Erst nachdem er die (immer vorhandenen) „zwei Seiten einer Medaille“ – ob bei Hundehaltung oder Baumwachstum – kennen gelernt hat, bringt er die Kontrahenten an einen Tisch.

400 Fälle seit 2004

Jakobs arbeitet dabei selten mit Vorladungen in sein „Amtszimmer“ zuhause: „Vordrucke dafür habe ich.“ Auch Ortstermine am corpus delicti wie Gartenzaun oder Hühnerstall vermeidet der Schiedsmann, verabredet sich mit den uneinigen Parteien an einem neutralen Ort: „Um einen Heimvorteil zu vermeiden.“ In knapp 400 Fällen ist Hartmut Jakobs seit 2004 so verfahren.

Frieden hält

Seine „Erfolgsquote“ als Katalysator liegt nach eigener Zählung bei über 90 Prozent. Das gibt ihm ein gutes Gefühl und lässt ihn weiter machen. Und eines hat er in den Jahren gelernt: „Wenn wir darüber reden können, kriegen wir das auch hin.“ Manchmal müssten auch nur „Missverständnisse“ ausgeräumt werden. Grundsätzlich verlange eine Einigung von beiden Seiten Zugeständnisse: „Jeder muss zurückstecken.“ Und: Ist erstmal eine Einigung zwischen den Parteien erzielt, hält dieser Frieden in der Regel auch. So weit, so gut.

Leute reden nicht

Schiedsmann Jakobs stellt aber auch andere Dinge fest. „Die Leute reden immer weniger miteinander. Ganz oft wissen sie nicht, wie ihre neuen Nachbarn heißen.“ Ein Zuwachs an materiellem Wohlstand sei für die Gemeinschaft nicht immer förderlich: „Die Leute müssen sich nicht mehr anstrengen, sie haben alles.“ Und sie vereinzeln, sehen nur noch sich. Dieser Umstand mache sich immer mehr in Gesellschaft und Politik bemerkbar: „Die Kompromissbereitschaft wird immer kleiner.“

Prophylaktische Arbeit

Die Grundstücksgrößen in den Baugebieten auch. Hocken die Menschen dicht aufeinander, gibt’s öfter Stress, „kaum, dass sie eingezogen sind“, so Hartmut Jakobs, dem daher die „prophylaktische Arbeit“ wichtig ist. Regelmäßig informiert er unter anderem im Mitteilungsblatt der Samtgemeinde über (Nachbarschafts-)Regeln, an die sich alle zu halten haben – zu Hühner- und Hundehaltung, Baum- und Strauchschnitt, Blätterfall und Ruhezeiten.

Sonst heißt es später doch: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.“

Von Jörg Rohlfs

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