Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Brome Rausschmiss für Zweieinhalbjährige?
Gifhorn Brome Rausschmiss für Zweieinhalbjährige?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 21.09.2019
Neuregelung: Zweieinhalbjährige müssen jetzt auch in der Samtgemeinde Brome unter Umständen in einen – auch ortsfremden – Kindergarten wechseln. Quelle: dpa Archiv
Samtgemeinde Brome

„Da fasst man sich wirklich an den Kopf“, ärgert sich die Tülauerin Friederike Uchtmann über die neue Handhabung des Rechtsanspruchs auf Krippenplätze durch die Verwaltung. Sie fürchtet, dass ihr Sohn nach seinem dritten Geburtstag die Krippe in Voitze verlassen und in einen ortsfremden Kindergarten wechseln muss.

„Hat immer geklappt“

Bislang sei es so gewesen, dass bei der eng verzahnten Voitzer Einrichtung, in der Krippe und Kindergarten unter einem Dach sind, Kinder mitten im Kindergartenjahr aus der Krippe in den Kindergarten wechseln konnten, sobald sie zweieinhalb Jahre alt und reif genug dafür waren. Gab’s dort aber aktuell keinen freien Platz, konnten sie auch bis zum Ende des Kita-Jahres in der Krippe bleiben und zum neuen Kitajahr wechseln. „Das hat auch immer geklappt“, so Uchtmann.

„Auffangbecken“ Bergfeld

„Ab diesem Kita-Jahr sollen Krippenkinder, die unterjährig drei werden und für die in ihrer derzeitigen Kindertagesstätte kein Kindergartenplatz frei ist, in eine andere Kita verschoben werden.“ Im Fall von Uchtmanns Sohn gegebenenfalls im März ins „Auffangbecken“ der provisorisch geschaffenen Kindergartengruppe in Bergfeld.

Hoher Aufwand

Für Kleinkinder stelle die Veränderung des Umfelds „eine enorme emotionale Anstrengung dar“, für die Eltern sei sie „mit hohem organisatorischem Aufwand verbunden“. Geradezu widersinnig sei die neue Regelung, wenn, wie bei der Familie Uchtmann in Voitze der Fall, bereits ein Geschwisterkind im Kindergarten betreut wird. Friederike Uchtmann hofft daher, dass die politischen Gremien in der Samtgemeinde dem „Rausschmiss“-Verfahren noch entgegen wirken.

„Haben keine Wahl“

„Wir haben keine andere Wahl“, wirbt hingegen Sophie Tinscher, Fachbereichsleiterin Jugend und Soziales bei der Samtgemeinde, für Verständnis für die Neuregelung – die lediglich geltendem Recht folge und Folge eines kurzfristig eingetretenen hohen Bedarfs an Krippenplätzen sei: „Die Eltern klopfen an unsere Tür mit dem Rechtsanspruch auf Betreuung ab einem Jahr.“

Komfortable Situation beendet

Dass die Sache bislang anders gehandhabt wurde, sei dem Umstand geschuldet, dass es mehr als genug Plätze gegeben habe. „Bisher war es einfach nicht nötig, die gesetzlichen Vorgaben anzuwenden“, so Tinscher. Die Einführung der Gebührenfreiheit im Kindergarten und die Flexibilisierung des Einschulungstermins habe diese „komfortable Situation“ beendet.

Andernorts lange schon üblich

Vor der Ankündigung der neuen Handhabung habe man sich beim Landkreis rückversichert: „So wie wir es künftig machen, ist es andernorts schon lange absolut üblich.“ Und noch sei die Samtgemeinde Brome, anders als in anderen Kommunen, in der Lage, den Rechtsanspruch auf Betreuung zu erfüllen in Krippe und Kita: „Aber es gibt dabei nun mal kein Wahl- und Wunschrecht, was den Ort betrifft.“

Zahlen schwanken

Bislang sei die Neuregelung auch noch gar nicht angewendet worden, kein Kind, das alt genug wäre, musste die Krippe verlassen. „Und bis Dezember wird es auch keinen Wechsel geben“, sagt Tinscher, die selbst zwei Kinder im Betreuungsalter hat und sich wohl bewusst ist, dass die neue Handhabung bei Betroffenen keine Freude auslöst. Aber ob die Regelung im Fall Uchtmann zur Anwendung kommen wird, wisse auch noch niemand: „Es ist nicht vorhersehbar, die Anmeldezahlen schwanken von Woche zu Woche.“

Von Jörg Rohlfs

Die Landesstraße 288 wird am Montag und Dienstag zwischen Ehra und Boitzenhagen gesperrt. Die VW-Teststrecke ist aber weiterhin erreichbar.

20.09.2019

Die Polizei Gifhorn sucht nach Tierdieben. Unbekannte haben im Wittinger Ortsteil Knesebeck mehrere Kühe sowie einen Zuchtbullen gestohlen.

20.09.2019

Das Dach der Turnhalle in Ehra muss auf alle Fälle saniert werden. Was sonst noch gemacht werden soll, hängt nicht zuletzt von der Finanzierung ab.

19.09.2019