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Brome Raupenplage: So sieht’s in Rühen aktuell aus
Gifhorn Brome Raupenplage: So sieht’s in Rühen aktuell aus
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20:00 25.07.2019
Eichenprozessionsspinner: Rund um Rühen hat sich die Lage etwas entspannt, aber auf Jahre wird die Plage die Bürger beschäftigen. Quelle: Foto: Niedersächsische Landesforsten
Rühen

„In den Eichenwäldern rund um Rühen haben wir das derzeit größte Vorkommen des Eichenprozessionsspinners in Niedersachsen“ – in seiner jüngsten Pressemitteilung schlägt das Forstamt Wolfenbüttel Alarm. Klaus Peter Deeken aus der Revierförsterei Danndorf sagt: „Die Bevölkerung der angrenzenden Orte Rühen und Parsau leidet sehr unter dem EPS.“ Für die AZ ein Anlass, sich einmal direkt vor Ort umzuhören.

Erste Erfolge

Die gute Nachricht zuerst: „Die Besprühaktion hat etwas gebracht“, zieht Denis Ekarius erste Bilanz. Der Baumkletterer aus Rühen aus Rühen ist der Spezialist in Sachen lästiger Raupenplage. Im vergangenen Jahr saugte er von 612 Bäumen sage und schreibe 1,7 Tonnen Raupen ab, in diesem Jahr kam er bei 600 Bäumen auf 700 Kilo. Auch weniger Anrufe besorgter Bürger hätten ihn in diesem Jahr erreicht. „In Rühen sind die Zahlen rückläufig, aber das Problem ist nach wie vor da.“ Und das wird es für Jahre auch bleiben: Die Allergien auslösenden Brennhaare der Raupen haben eine Lebensdauer von elf Jahren und einen Flugradius von rund 500 Metern.

Einen tollen Erfolg im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner hätte das Aufhängen von 50 Nistkästen für Kohlmeisen in der Giebelstraße in Rühen gebracht. Die Vögel futtern die Raupen einfach auf, jedenfalls solange sie noch keine Brennhaare haben. Ekarius bleibt am Ball. Er entwickelt gerade weitere nachhhaltige und biologisch vertretbare Methoden, der Plage Herr zu werden.

Franzbranntwein hilft

Die positive Zwischenbilanz vom Baumexperten kann Haike Eckelmann, Fachärztin für Allgemeinmedizin in Rühen, aus ihrer Praxis bestätigen. Hautreaktionen oder gar Asthmabeschwerden durch den Spinner – „im Vergleich zum vorigen Jahr ist es deutlich ruhiger geworden“, sagt sie. Sie empfiehlt bei auftretenden Juckbeschwerden am liebsten Franzbranntwein. „Der kühlt schön und kann auch länger verwendet werden.“

Kinder, die unter Folgen der Brennhaare leiden, das gab es in diesem Jahr in der Rühener Kita Zum Regenbogen nicht, berichtet Leiterin Iris Berteau-Baumgarten. „Wir können unseren Spielplatz normal benutzen und Spaziergänge durch den Ort machen.“

Das Land in die Pflicht nehmen

Für Samtgemeindebürgermeisterin Manuela Peckmann ist klar, dass noch nicht aller Tage Abend ist mit der lästigen Plage. Zusammen mit dem Städte- und Gemeindebund will die Samtgemeinde noch einmal einen Vorstoß machen und den Schulterschluss mit anderen Kommunen suchen, um das Land bei der Bekämpfung des EPS in die Pflicht zu nehmen. „Wir wollen verdeutlichen, dass das alle angeht.“

Die Entwicklung im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner

21. Juni 2019: Wegen Eichenprozessionsspinner: Stadt Wolfsburg sagt Staffel-Marathon im VW-Bad ab

18. Juni 2019: Eichenprozessionsspinner in WolfsburgAbsaugen und warnen: Kritik am Umgang mit Giftraupe

18. Juni 2019: Eichenprozessionsspinner: Gefährliche Raupe macht sich im VW-Bad breit

30. Mai 2019 : Allergien – Gesundheitsamt Wolfsburg warnt vor Eichenprozessionsspinnern

14. Mai 2019: RühenEPS: Auch nach Besprühung keine Entwarnung

13. Mai 2019: Kampf gegen Eichenprozessionsspinner gestartet

11. Mai 2019: EPS-Bekämpfung mit dem Hubschrauber auf 21 Routen

10. Mai 2019 Kostenexplosion und Waldschäden in Wolfsburg - Hiobsbotschaften für den Ortsrat Stadtmitte

10. Mai 2019: Eichenprozessionsspinner-Bekämpfung: Gesundheitsrisiken gering

9. Mai 2019: Wetter bestimmt Zeitpunkt der Helikopter-Einsätze

8. Mai 2019: Helikopter-Einsätze erst am Montag

3. Mai 2019: Bekämpfung aus der Luft startet nächste Woche

30. April 2019: Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners beginnt

27. April 2019: Kreis beteiligt sich an Bekämpfungskosten

12. April 2019: So kämpft der Kreis Gifhorn gegen die Raupe

11. April 2019: RühenKleine Raupe sorgt wieder für großen Ärger

29. März 2019: Eichenprozessionsspinner: Petition mit 7000 Unterschriften übergeben

25. Februar 2019: Eichenprozessionsspinner: Landtags-Petition zu den Kosten kann starten

23. Februar 2019: Prozessionsspinner: Noch wenig Bewusstsein für das Raupenproblem

20. Februar 2019: Eichenprozessionsspinner: Grüne im Landkreis Gifhorn für das Absaugen

17. Februar 2019: Eichenprozessionsspinner: Grüne sehen Minister in der Pflicht

14. Februar 2019: Info-Abend – Prozessionsspinner bewegt auch die Wendschotter

10. Februar 2019: Rühener sammeln Unterschriften gegen Eichenprozessionsspinner

8. Februar 2019: Eichen in Parsau dürfen bald gefällt werden

1. Februar 2019: Land zahlt nicht für Kampf gegen Eichenprozessionsspinner

4. Januar 2019: Parsau und Rühen warten jetzt aufs Land

8. November 2018: In FFH-Gebieten keine Bekämpfung aus der Luft

3. September 2018: Rühen bekommt Hilfe im Kampf gegen Raupe

9. August 2018: Pflanzenschutzmittel gegen Eichenprozessionsspinner

25. Juli 2018: Natürliche Feinde sollen gegen Prozessionsspinner helfen

19. Juli 2018: Neuer Antrag auf Bekämpfung aus der Luft

7. Juli 2018: Umweltminister sieht sich Situation in Giebel an

22. Juni 2018: Weyhäuser Weg bei Wolfsburg - Keine Chance für Eichenprozessionsspinner

14. Juni 2018: Wolfsburger Behörden-Wirrwarr – Eichenprozessionsspinner: Zuständigkeits-Wirrwarr bei Stadt

24. Mai 2018: Eichenprozessionsspinner: – Strecke für Volkstriathlon muss verändert werden

2. August 2012: Gefährlicher Prozessionsspinner: Wolfsburger Stadtverwaltung lässt alle Raupen-Nester absaugen!

Von Andrea Posselt

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