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Brome Neue Methode vorgestellt: Kampf gegen EPS mit heißem Wasser und Schaum
Gifhorn Brome Neue Methode vorgestellt: Kampf gegen EPS mit heißem Wasser und Schaum
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19:32 30.08.2019
Mit Heißwasser und Schaum: Dennis Ekarius und sein Team präsentierten die neue Art der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners. Quelle: Alexander Täger
Giebel

Neue Methode bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners (EPS): Mit einem Verfahren, bei dem heißes Wasser und Schaum genutzt werden, können die Raupen unschädlich gemacht werden – und zwar mitsamt ihrer giftigen Brennhaare.

Baumpflege-Experte Dennis Ekarius und sein Team vom Brechtorfer Baumdienst Ekarius stellten seine Entwicklung am Freitag bei einem Pressetermin unter großem Medieninteresse vor.

Halbes Jahr Entwicklung

Die Entwicklung habe etwa ein halbes Jahr gedauert, so Ekarius. Zwar gebe es ähnliche Ansätze, in dieser Form sei das Heißwassersystem aber „einzigartig“. Die notwendige Technik befindet sich auf einem Auto-Anhänger: ein Wassertank, ein Notstrom-Aggregat und ein „komplett umgebautes Hochdruck-Heißwassersystem“.

Eine neue Methode – und die funktioniert: Baumdienst Ekarius stellte am Freitag vor zahlreichen Medienvertretern und Politikern vor, was 95 Grad heißes Wasser und ein biologisch abbaubarer Schaum im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner bewirken.

Behandelt wurde eine befallene Eiche in der Nähe des Gebietes Giebel. Kevin Speichert, Mitarbeiter beim Baumdienst Ekarius, stieg dafür in den Schutzanzug und auf den Steiger. Zunächst wurde das Absaugen eines Nestes gezeigt, dann die neue Technik präsentiert: Vom Steiger aus besprühte Speichert ein EPS-Nest mit 95 Grad heißem Wasser.

Nesselgift wird zerstört

Durch das heiße Wasser werden die Raupen abgetötet. Und weil das in den Brennhaaren vorhandene Nesselgift Thaumetopoein auf Eiweiß basiert, wird auch dieses durch die hohen Temperaturen zerstört. Das Nest wird vom Baum entfernt, der Bereich anschließend großflächig mit einem biologisch abbaubaren, heißen Schaum behandelt, der die EPS-Reste bindet und dann zerfällt.

„Es ist alles raus“, nahm Ekarius nach der Behandlung den großen Stamm in Augenschein. Anders als beim Absaugen waren dort keine Reste mehr erkennbar. „Das hätten wir mit Absaugen so nicht geschafft.“

Ohne Zusätze

Der Schaum bestehe aus „Maisstärke, Kokosmehl und einem geringen Anteil Palmöl“, erklärte Baumdienst-Mitarbeiter Lars-Schwarz. Auch der Heißwasser-Einsatz funktioniere laut Ekarius „ohne jegliche Zusätze“ und sei „absolut unbedenklich“.

Mit einem Selbstversuch – via Hautkontakt mit dem per Heißwasser behandelten Nest – zeigte Ekarius die Wirkung: „Es ist nichts zu sehen“. Das Heißwasser-Verfahren sei schneller, gesünder für die Mitarbeiter und besser für die Umwelt, „weil sich die Brennhaare nicht so verteilen.“ In den ersten Stadien arbeite man mit Schaum, in den späteren Stadien käme das Heißwasser-System zum Einsatz.

Prof. Dr. Wolfgang Rohe forscht mit

Vor Ort waren – außer Pressevertretern und zwei TV-Teams – auch Politiker, darunter Parsaus Bürgermeisterin Kerstin Keil, ihr Rühener Amtskollege Karl Urban sowie Samtgemeindebürgermeisterin Manuela Peckmann und Kreisrat Mirco Schmidt. Neben Ekarius und seinem Team war mit Professor Dr. Wolfgang Rohe von der Forstlichen Fakultät der Universität Göttingen, der sich mit dem EPS beschäftig und Ekarius beratend zur Seite steht. Er informierte über nachhaltige EPS-Bekämpfungsmethoden, etwa mittels Förderung von Schlupfwespen, Raupenfliegen und Kohlmeisen. Dafür würde sich das Anlegen von Blühstreifen sowie das Anbringen von Meisenkästen eigenen. Beides ist im Bereich der Kreisstraße zwischen Rühen und Giebel sowie Giebel und Parsau bereits geschehen.

Die Entwicklung im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner

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11. April 2019: RühenKleine Raupe sorgt wieder für großen Ärger

29. März 2019: Eichenprozessionsspinner: Petition mit 7000 Unterschriften übergeben

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23. Februar 2019: Prozessionsspinner: Noch wenig Bewusstsein für das Raupenproblem

20. Februar 2019: Eichenprozessionsspinner: Grüne im Landkreis Gifhorn für das Absaugen

17. Februar 2019: Eichenprozessionsspinner: Grüne sehen Minister in der Pflicht

14. Februar 2019: Info-Abend – Prozessionsspinner bewegt auch die Wendschotter

10. Februar 2019: Rühener sammeln Unterschriften gegen Eichenprozessionsspinner

8. Februar 2019: Eichen in Parsau dürfen bald gefällt werden

1. Februar 2019: Land zahlt nicht für Kampf gegen Eichenprozessionsspinner

4. Januar 2019: Parsau und Rühen warten jetzt aufs Land

8. November 2018: In FFH-Gebieten keine Bekämpfung aus der Luft

3. September 2018: Rühen bekommt Hilfe im Kampf gegen Raupe

9. August 2018: Pflanzenschutzmittel gegen Eichenprozessionsspinner

25. Juli 2018: Natürliche Feinde sollen gegen Prozessionsspinner helfen

19. Juli 2018: Neuer Antrag auf Bekämpfung aus der Luft

7. Juli 2018: Umweltminister sieht sich Situation in Giebel an

22. Juni 2018: Weyhäuser Weg bei Wolfsburg - Keine Chance für Eichenprozessionsspinner

14. Juni 2018: Wolfsburger Behörden-Wirrwarr – Eichenprozessionsspinner: Zuständigkeits-Wirrwarr bei Stadt

24. Mai 2018: Eichenprozessionsspinner: – Strecke für Volkstriathlon muss verändert werden

2. August 2012: Gefährlicher Prozessionsspinner: Wolfsburger Stadtverwaltung lässt alle Raupen-Nester absaugen!

Von Alexander Täger

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